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Eichen-Schildbecherling

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Eichen-Schildbecherling
Datei:Colpoma quercinum.jpg

Eichen-Schildbecherling (Colpoma quercinum)

Systematik
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Leotiomycetes
Ordnung: Runzelschorfartige (Rhytismatales)
Familie: Runzelschorfverwandte (Rhytismataceae)
Gattung: Schildbecherlinge (Colpoma)
Art: Eichen-Schildbecherling
Wissenschaftlicher Name
Colpoma quercinum
(Pers.) Wallr.

Der Eichen-Schildbecherling (Colpoma quercinum) ist ein Schlauchpilz aus der Ordnung der Runzelschorfartigen (Rhytismatales).

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Die Fruchtkörper sind längliche bis lippenförmige Apothecien von 3 bis 10 mm Durchmesser. Sie erscheinen zuerst auf den Ästen als holzfarbene Rippen, die dann bei Reife die Rinde durchbrechen und die graue, manchmal auch gelbliche sporenbildende Schicht, das Hymenium freigeben. Dieses ist von einem dünnen schwarzen Excipulum (äußere Zellschicht) umgeben, das in das Holz eingesenkt ist.

Mikroskopische Merkmale

Die Asci sind zylindrisch-keulig und messen 130 bis 190 × 9 bis 11,5 μm. Die Ascosporen sind hyalin, fadenförmig mit einem leicht verdickten oberen Ende, glatt und messen 55–75 × 1,5–2 μm. Die oft stark gekrümmten Paraphysen sind fadenförmig. Manchmal wird vor Erscheinen der Hauptfruchtform die Nebenfruchtform gebildet. Diese bildet zylindrische bis elliptische Konidien, die 5 bis 7 × 1,5 μm groß werden<ref name="Butin">Heinz Butin: Krankheiten der Wald- und Parkbäume. Georg Thieme Verlag, 1983, ISBN 3-13-639002-4 </ref>.

Ökologie

Der Eichen-Schildbecherling kommt auf dünnen absterbenden<ref name="Butin"/> oder toten, oft noch am Baum sitzenden Zweigen verschiedener Eichen vor, besonders Traubeneiche (Quercus petraea), Stieleiche (Quercus robur), Flaumeiche (Quercus pubescens) und Mongolische Eiche (Quercus mongolica)<ref name="Minter">Minter, D.W. (2006). Fungi on Quercus. [1]. </ref> Seine Fruchtkörper reifen von März bis Mai reif. Die Apothezien schließen sich bei trockener Witterung. Auch wenn Colpoma quercinum ein Schwächeparasit ist, so schadet er dem Wirt nicht, da er nur untere durch Licht- oder Nährstoffmangel bereits absterbende Äste befällt. Er dient somit der natürlichen Astreinigung und ist der normalen Baumentwicklung zuzuordnen.<ref name="Butin"/> Auch lebt er als Endophyt in der lebenden Rinde.<ref name="Butin"/>

Verbreitung

Der Eichen-Schildbecherling kommt von den Britischen Inseln über ganz Mitteleuropa bis nach Schweden und Russland bis zum Kaukasus (Georgien, Aserbaidschan) vor<ref name="Minter"/>. Auch aus Chile in der Región de los Lagos ist ein Fund bekannt<ref name="Minter"/>. In Mitteleuropa ist er sehr häufig, auch wenn er oft übersehen wird. Funde aus Nordamerika wurden zwar der Art zugeordnet, aber weitere Untersuchungen sind notwendig, um festzustellen, ob diese wirklich mit Colpoma quercina identisch sind<ref>http://www.mycobank.org/MycoTaxo.aspx?Link=T&Rec=434191 Mycobank</ref>.

Literatur

  • Ewald Gerhardt: Pilze. BLV Buchverlag, München 2006, ISBN 978-3-8354-0053-5, S. 553.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />