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Talnakhit

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Talnakhit
Datei:Putoranite, Talnakhite - Mineralogisches Museum Bonn3.jpg
Putoranit und Talnakhit aus Talnach bei Norilsk in Russland
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1967-014<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

IMA-Symbol

Tlk<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel Cu9(Fe,Ni)8S16
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/B.02
II/C.04-040

2.CB.10b
02.09.08.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol 43m
Raumgruppe I43m
Gitterparameter a = 10,59 Å Bitte Quelle als Einzelnachweis ergänzen!
Formeleinheiten Z = 2 Bitte Quelle als Einzelnachweis ergänzen!
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4 bis 4,5<ref>Mineralienatlas:Talnakht</ref>
Dichte (g/cm3) 4,29
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Farbe gelb
Strichfarbe schwarz
Transparenz opak
Glanz metallisch

Talnakhit ist ein sehr seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu9(Fe,Ni)8S16 und bildet schmale, bis zu zwei Millimeter lange, lattenförmige, gelbe Kristalle, die in der Regel mit anderen Kupfer-Eisen-Sulfiden verwachsen sind.

Etymologie und Geschichte

Das Mineral wurde erstmals 1968 von I.A. Bud’ko und E.A. Kulagow in der Severniy-Mine bei Talnach in der Nähe von Norilsk in Russland gefunden. Sie benannten es nach dem Fundort Talnach (englisch Talnakh).

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Talnakhit zur Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort zur Abteilung „Sulfide mit M : S = 1 : 1“, wo er gemeinsam mit Chalkopyrit, Gallit, Raguinit und Roquesit in der „Chalkopyrit-Reihe“ mit der Systemnummer II/B.02 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/C.04-040. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te ≈ 1 : 1“, wo Talnakhit zusammen mit Haycockit, Isocubanit, Mooihoekit, Orickit, Putoranit und Wilhelmramsayit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer II/C.04 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Talnakhit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze (Sulfide, Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenide, Sulfantimonide, Sulfbismutide)“ und dort in die Abteilung „Metallsulfide, M : S = 1 : 1 (und ähnliche)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „mit Zink (Zn), Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Silber (Ag) usw.“ zu finden, wo es zusammen mit Haycockit, Mooihoekit und Putoranit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 2.CB.10b bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Talnakhit die System- und Mineralnummer 02.09.08.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Selenide und Telluride – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=1:1“ in der „Talnakhitgruppe“, in der auch Haycockit und Mooihoekit eingeordnet sind.

Bildung und Fundorte

Talnakhit bildet sich in hohen Konzentrationen unter hydrothermalen Bedingungen. Unter Wasser bildet sich das Mineral zudem in Schwarzen Rauchern. Es ist vergesellschaftet mit Chalkopyrit, Cubanit, Djerfisherit, Pentlandit, Valleriit oder Mackinawit, Magnetit, Silber-Gold- und Palladium-Blei-Legierungen.

Es sind bislang 19 Fundorte des Talnakhits bekannt. Neben seiner Typlokalität und weiteren Funden in Russland fand man Talnakhit unter anderem in Suichang in China, Kittilä und Sodankylä in Finnland, Laurion in Griechenland, Takahashi, Kaminokuni und Hidaka in Japan, Cradock und Loolekop in Südafrika, Cármenes in Spanien sowie den US-Bundesstaaten Minnesota, Montana und Utah.<ref>Talnakhite bei mindat.org (engl.)</ref>

Kristallstruktur

Talnakhit kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe I43m (Raumgruppen-Nr. 217)Vorlage:Raumgruppe/217 mit dem Gitterparameter a = 10,59 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Siehe auch

Literatur

  • Talnakhit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf)

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> </references>