Bagow
Bagow Gemeinde Päwesin
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Bagow 52° 31′ N, 12° 42′ O
{{#coordinates:52,513611111111|12,700833333333|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Bagow | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 35 m | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1950 | |||||
| Postleitzahl: | 14778 | |||||
| Vorwahl: | 033838 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Bagow ist ein am Ufer des Beetzsees gelegener Gemeindeteil von Päwesin, einer Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark (Brandenburg). Päwesin gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Amt Beetzsee.
Geschichte
Urkundlich erwähnt wurde das Dorf erstmals 1324 als Bogow. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet Siedlung eines Mannes na„mens Bog“,<ref>Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission. be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, ISBN 3-937233-30-X, S. 20; ISSN 1860-2436.</ref> bzw. „göttlicher Ort“, wenn man das Wort Bog (wendisch für Gott) mitübersetzt.<ref>Eugen Gliege: Rund um den Beetzsee. Selbstverlag Eugen und Constanze Gliege, Rathenow 2014, ISBN 978-3-944159-11-9, S. 75.</ref> Von Päwesin ist das Dorf durch die Verbindung, den Streng, zwischen Beetzsee und Riewendsee getrennt. Beide Dörfer zusammen besetzen den Wegepass zwischen den Seen.<ref name="Badstübner156" />
Ein auf einer Anhöhe gelegener barocker Kirchenbau wurde im Juni 1905 durch Blitzeinschlag und folgenden Brand zerstört. Die Dorfkirche Bagow wurde 1907 als Neubau am westlichen Ausgang des Dorfes nach Entwurf des Architekten Georg Büttner im Heimatstil mit Jugendstilelementen unter Wiedereinbau der teilweise geretteten Barockausstattung (Altar und Kanzel, beide 1698 erworben) errichtet.<ref>Georg Büttner: Die neue Dorfkirche in Bagow (West-Havelland). In: Die Dorfkirche, 1. Jahrgang 1907/1908, S. 33–35.</ref><ref>kirchenbau-dokumentation.de</ref> Zu Zeiten der DDR verfiel die Kirche zusehends, verlor Dachziegel und ein Sturm beschädigte das Dach 1972 so sehr, dass es kurz darauf einstürzte. 1991 begannen Renovierungsarbeiten. Nach der Wiederherstellung des Dachs am 17. Juni 1992 errichtete die Gemeinde ein 1,70 Meter hohes, mit Gold beschlagenes Kreuz auf dem Turm. Im Jahr 1995 wurde die Kirche wieder eingeweiht.<ref>brandenburg-abc.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kirche Bagow ( vom 20. Oktober 2014 im Internet Archive)</ref>
Das in einer parkähnlichen Anlage liegende Gutshaus Bagow ist seit den 1990er Jahren wieder im Besitz der Familie<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. 1918. In: „Der Gotha“. 19. Auflage. Ribbeck, Linie II. Haus Ribbeck. Justus Perthes, Gotha November 1917, S. 728–729 (Textarchiv – Internet Archive).</ref> von Ribbeck. Zum Gutshaus gehört ein unverputzter zweigeschossiges aus Backsteinen errichtetes Hauptgebäude mit Queranbau und drei Nebengebäuden. Erbaut wurde es 1545 durch die von Schliebens, die bis 1693 dort residierten. Damit handelt es sich um einen der wenigen erhaltenen Schlossbauten der Renaissance in Brandenburg.<ref name="Badstübner156">Ernst Badstübner: Brandenburg. Kunst-Reiseführer: Das Land um Berlin – Kunst und Geschichte zwischen Elbe und Oder. DuMont Reiseverlag, 2010, ISBN 978-3-7701-6088-4, S. 156.</ref> Nach den von Schliebens zogen die von Ribbecks dort ein. Zum Gutshaus gehörte zu dieser Zeit ein Vorwerk, eine Schäferei, und eine Försterei.<ref name="Scheiter12">Christine Scheiter: Familie von Ribbeck auf Ribbeck im Havellande: Die genealogische Darstellung der Familie und eine baugeschichtliche Betrachtung des Herrenhauses. GRIN Verlag, 2009, ISBN 978-3-640-30343-4, S. 12</ref> Diese nutzten es Ende des 18. Jahrhunderts einige Jahre als Stammhaus, bevor ein Neubau in Ribbeck die Familie wieder in ihre traditionelle Umgebung zog.<ref name="aa256">Almut Andreae, Udo Geiseler: Die Herrenhäuser des Havellandes. Eine Dokumentation ihrer Geschichte bis in die Gegenwart. Lukas Verlag, 2001, ISBN 3-931836-59-2, S. 256</ref> Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte sich eine Zentralschule im Gutshaus an, die 1963 umzog. Im Jahr 1975 erfolgte eine weitere Umnutzung als antifaschistische Gedenkstätte, die an 100 befreite Gefangene aus dem Zuchthaus Brandenburg erinnerte, die 1945 eine Nacht in der Scheune des Gutes verbrachten.<ref>Max Frenzel, Wilhelm Thiele, Artur Mannbar: Gesprengte Fesseln. 3. Auflage. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1976, S. 355, Lizenz-Nr. 5, LSV 0289</ref> Das Anwesen ist wieder im Familienbesitz, die Gedenkstätte wurde am 31. Dezember 1991 aufgelöst.
Naturschutzgebiet Bagower Bruch
Auf Päwesiner Gemarkung, circa 1,5 Kilometer nordwestlich der Ortschaft Bagow liegt das 98 Hektar große Naturschutzgebiet Bagower Bruch. Das Bruch wird dabei als repräsentativer naturnaher Laubwaldkomplex geschützt. Es finden sich diverse bedrohte Tierarten, die in den Erlenbruchwäldern und Tausendblatt-Teichrosen-Schwimmblattfluren leben.<ref>Verordnung über das Naturschutzgebiet „Bagower Bruch“. Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung Brandenburg, 22. Dezember 1997.</ref> Ein Naturlehrpfad führt etwa sechs Kilometer um den Bruchsee herum.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten – Bagower Bruch. ( vom 26. Juli 2014 im Internet Archive) Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV).</ref>
Bagow liegt am brandenburgischen Storchenwanderweg.<ref>reiseland-brandenburg.de</ref>
Literatur
- Mitteilungsblatt für das Amt Beetzsee, 28. Oktober 1994
Weblinks
- Bagow. Internetseiten der Gemeinde Päwesin; abgerufen am 3. Januar 2011
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Päwesin | Bagow mit dem Wohnplatz Vogelgesang | Bollmannsruh | Riewend Vorlage:Klappleiste/Ende