Treis an der Lumda
Treis an der Lumda Stadt Staufenberg
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2126)&title=Treis+an+der+Lumda 50° 40′ N, 8° 47′ O
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| Höhe: | 190 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 13,63 km²<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Zahlen Daten Fakten“ ( vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive) In: Webauftritt der Stadt Staufenberg, abgerufen im Januar 2017.</ref> | |||||
| Einwohner: | 2126 (Juni 2019)<ref>Haushaltsplan 2020, Vorbericht: Bevölkerungsentwicklung In: Webauftritt der Stadt Staufenberg, abgerufen im Juli 2021.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 156 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1974 | |||||
| Postleitzahl: | 35460 | |||||
| Vorwahl: | 06406 | |||||
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Treis an der Lumda ist ein Stadtteil von Staufenberg im mittelhessischen Landkreis Gießen. Der Ort liegt an beiden Ufern der Lumda am Hang des Totenberges und bildet topographisch im Lumdatal die Talenge. In West-Ost-Richtung verläuft die Landesstraße 3146 durch den Ort.
Ortsgeschichte
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Vor- und Frühgeschichte
Die Gegend um Treis war schon sehr früh besiedelt; das beweisen Siedlungsplätze der Altsteinzeit unter Abris von Quarzitfelsen.
Mittelalter
Die Ersterwähnung des Ortes erfolgte im Jahr 1237: „... harum villarum ... Kircperg, Treyse et Lundorf“. (derer Dörfer Kirchberg<ref>Kirchberg ist heute ein Weiler in der Gemeinde Lollar und liegt gegenüber von Ruttershausen.</ref>, Treis und Londorf). Hier wird die Siedlungsform villa für Treis genannt.<ref>Valentin Ferdinand Gudenus: Codex diplomaticus 1 - 5. Göttingen, Ffm, Leipzig 1743 - 1768. Band 1. S. 544.</ref> 1237 ist das Gericht Treis im Besitz derer von Merenberg. Der Ort war ausgenommen vom Verkauf der Mergenberger Grafschaft Ruchesloh. 1267 heißt es in einer Urkunde, die am 16. Dezember dieses Jahres ausgestellt wurde: „... bona nostra sita in Treyse juxta Luonam“. (Unser Gut gelegen in Treis neben Londorf.)<ref> Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1 - 3. Leipzig 1879 - 1899. Band 1. Nr. 240, S. 184.</ref> In einem Kopiar, welches um 1400 bis 1425 erstellt wurde, heißt es: „... Sedes in Treysa prope Nordeckin“. (Sitze in Treis bei Nordeck).<ref>Stephan Alexander Würdtwein: Dioecesis Moguntia. Band III. Mannheim 1777. Band III. S. 286.</ref> Diese Nennung datiert auf die Zeit um 1300.
Der Deutscher Orden Marburg bezog 1375 Zinsrenten von Gütern und einer Mühle zu Treis an der Lumda.<ref>Carl Heldmann: Geschichte der Deutschordensballei Hessen nebst Beiträgen zur Geschichte der ländlichen Rechtsverhältnisse in den Deutschordenscommenden Marburg und Schiffenberg. In: ZHG NF 29 (1895). Tabelle II, Nr. 72. Vgl. Ursula Braasch-Schwersmann: Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft. = Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte 11. Herausgegeben vom Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde. Dissertation. Marburg 1989. S. 319.</ref>
Durch Heirat gelangte Treis 1328 an die Grafen von Nassau. 1371 belehnte der Landgraf Heinrich II. von Hessen die Familie von Trohe mit einem Drittel des Gerichts zu Treis. 1478 wird die Lage des Ortes mit „... zcu Treiße an uff der Lomme gelegen“ angegeben.<ref>StAM, Urkunden Kloster Hachborn.</ref>
Der Ortsname wurde seit dem 13. Jahrhundert zur Unterscheidung von anderen Orten ergänzt durch den Gewässernamen Lumda, aber auch mit dem Hinweis auf die benachbarte Burg Nordeck.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 368.</ref> Es ist deshalb in „Trais“ ein Gewässername zu sehen, wie er auch in den Ortsnamen Trais-Horloff und Trais-Münzenberg vorliegt.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. S. 368.</ref>
Neuzeit
Treis gehörte seit Anfang des 19. Jahrhunderts zum Kurfürstentum Hessen. Dieses unterlag als Verbündeter Österreichs 1866 im Preußisch-Österreichischen Krieg dem Königreich Preußen und wurde daraufhin von Preußen annektiert. Treis wurde allerdings bald darauf im Friedensvertrag vom 3. September 1866 von Preußen an das Großherzogtum Hessen(-Darmstadt) abgetreten.<ref>Art. 15, Nr. 4 des Friedensvertrages, abgedruckt bei: Ernst Rudolf Huber: Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte 2 = Deutsche Verfassungsdokumente 1851–1900. 3. Aufl., Stuttgart 1986. ISBN 3-17-001845-0, Nr. 192, S. 260ff.</ref>
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Treis an der Lumda kraft Landesgesetz zum 1. Juli 1974 mit der Stadt Staufenberg und den Gemeinden Mainzlar und Daubringen zur neuen Stadt Staufenberg zusammengeschlossen.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 2 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,0 MB]).</ref><ref></ref> Für Treis an der Lumda wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 27 kB) § ? In: Webauftritt. Stadt Staufenberg, abgerufen im Juli 2021.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Treis an der Lumda angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- 1237: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Ruchesloh, (14. Jahrhundert und später: Gericht Treis)
- 1577: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Adliges Dorf im Amt Allendorf/Lumba
- ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Marburg
- ab 1786: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Treis an der Lumbda
- ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Treis an der Lumbda
- 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Ebsdorf
- ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Treis an der Lumbda<ref name="KHK1818" />
- ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg<ref>Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73 f.</ref><ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Justizamt Fronhausen) und Verwaltung</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg
- ab 1867: Norddeutscher Bund<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied.</ref>, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
- ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Gießen<ref name=RB1937 /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurden die Provinz Oberhessen aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen, Stadt Staufenberg<ref group="Anm.">Am 1. Juli 1974 als Ortsbezirk zur Stadt Staufenberg.</ref>
- ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Staufenberg
- ab 1979: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen, Stadt Staufenberg
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Gießen, Stadt Staufenberg
Gerichte seit 1821
Materielles Recht
In Treis galt im 19. Jahrhundert kurhessisches Recht. Dieses behielt seine Geltung auch während der Zugehörigkeit des Ortes zum Großherzogtum Hessen ab 1866.<ref> Arthur B. Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 104, 46 und beiliegende Karte. </ref> Es wurde erst zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst.
Gerichtsverfassung
Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung (1807–1813 und endgültig 1822) waren die Ämter neben der Verwaltung für die Rechtsprechung (meist Niedere Gerichtsbarkeit bzw. Erste Instanz) zuständig. Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Fronhausen war als Gericht in erster Instanz für Treis zuständig.<ref name="NK" /> In Treis wurde ein Assistenzamt eingerichtet, das 1833 als eigenständiges Justizamt Treis ausgegliedert wurde.
Im Großherzogtum Hessen gehörte Treis zum Bezirk des Landgerichts Gießen. Das Deutsche Gerichtsverfassungsgesetz von 1879 führte zu einer einheitlichen Gerichtsorganisation im ganzen Reich. Das Hofgericht Gießen wurde nun als „Landgericht Gießen“ zur übergeordneten „Zweiten Instanz“ in der Provinz Oberhessen, während die Gerichte erster Instanz in Amtsgericht umbenannt wurden.
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in „Treis an der Lumda“ 2061 Einwohner. Darunter waren 105 (5,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 333 Einwohner unter 18 Jahren, 849 zwischen 18 und 49, 459 zwischen 50 und 64 und 417 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 942 Haushalten. Davon waren 309 Singlehaushalte, 267 Paare ohne Kinder und 276 Paare mit Kindern, sowie 81 Alleinerziehende und 12 Wohngemeinschaften. In 216 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 627 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Treis an der Lumda: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2019 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 1.171 | |||
| 1840 | 1.201 | |||
| 1846 | 1.252 | |||
| 1852 | 1.266 | |||
| 1858 | 1.218 | |||
| 1864 | 1.245 | |||
| 1871 | 1.085 | |||
| 1875 | 1.073 | |||
| 1885 | 1.052 | |||
| 1895 | 1.086 | |||
| 1905 | 1.168 | |||
| 1910 | 1.179 | |||
| 1925 | 1.209 | |||
| 1939 | 1.327 | |||
| 1946 | 1.906 | |||
| 1950 | 1.924 | |||
| 1956 | 1.779 | |||
| 1961 | 1.871 | |||
| 1967 | 1.948 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 2.061 | |||
| 2016 | 2.055 | |||
| 2019 | 2.062 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Staufenberg<ref name="EW" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Erwerbstätigkeit
| • 1961: | Erwerbspersonen: 238 Land- und Forstwirtschaft, 488 Prod. Gewerbe, 106 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 122 Dienstleistungen und Sonstiges.<ref name="lagis" /> |
Religion
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1961: | 1486 evangelische, 372 römisch-katholische Einwohner<ref name="lagis" /> |
Jüdische Gemeinde
In Treis an der Lumda werden im 17. Jahrhundert erstmals Juden erwähnt. 1861 lebten im Ort 72 jüdische Einwohner, die eine eigenständige jüdische Gemeinde mit eigener Begräbnisstätte bildeten. Deren Synagoge wurde 1829 erbaut und nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen.<ref>Treis an der Lumda (Stadt Staufenberg/Hessen, Kreis Gießen) – Jüdische Geschichte / Synagoge auf www.alemannia-judaica.de</ref> Der Jüdische Friedhof Welt-Icon
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|name=Pos. Jüd. Friedh.
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}} ist erhalten.
Politik
Ortsbeirat
Für Treis an der Lumda besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Treis an der Lumda) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 60,78 %. Dabei wurden gewählt: ein Mitglied der SPD, zwei Mitglieder der CDU und zwei Mitglieder der Freien Wählern (FW).<ref>Ortsbeiratswahl Treis an der Lumda. In: Votemanager. Stadt Staufenberg, abgerufen im September 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Andreas Becker (FW) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Treis. In: Webauftritt. Stadt Staufenberg, abgerufen im September 2023.</ref>
Wappen
Am 26. August 1970 wurde der Gemeinde Treis an der Lumda ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Silber unter einem roten Schildhaupt ein mit einem silbernen Kirchturm belegter roter Pfahl, beseitet von je drei schwarzen in der Spitze einander zugeordneten Herzen.<ref>Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Treis an der Lumda, Landkreis Gießen vom 26. August 1970. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 37, S. 1785, Punkt 1671 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,9 MB]).</ref>
Kulturdenkmäler
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- Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert mit einem südlichen Flankenturm errichtet und vereint romanische mit gotischen Elementen.
- Am linken Flussufer liegt die Burg Ellhaus (Burg Milchling), die 1679 erweitert wurde.
- Am rechten Ufer steht ein burgartig befestigter Hof, die Burg Treis, genannt „Burg am Wasser“, mit Ringmauer, Eckturm und Rundturm. Der Bau war später Amthaus und Sitz des bis 1866 bestehenden Justizamtes Treis.
- Die alte Försterei war vormals das Verwaltungsgebäude der Adelsfamilie Schutzbar genannt Milchling.
Verkehr
Der Ort Treis hatte einen Bahnhof an der Lumdatalbahn (Lollar-Grünberg), die 1902 erbaut und im Personennahverkehr am 30. Mai 1981 stillgelegt wurde. Derzeit ist eine Reaktivierung der Bahnstrecke mit einem Haltepunkt in Treis geplant. Seit den 1970er Jahren besteht außerdem ein Busanschluss über Staufenberg und Lollar (mit Anschluss an die Main-Weser-Bahn) nach Gießen; heute (Stand 2022) wird diese Strecke von der Buslinie 371 des Rhein-Main-Verkehrsverbundes bedient, die von Londorf nach Gießen verkehrt.
Durch Treis verläuft der Radwanderweg Lumda-Wieseck, der in Lollar Anschluss an den Lahntalradweg hat.<ref>Radwanderweg Lumda-Wieseck bei www.giessener-land.de</ref>
Persönlichkeiten
- Wolfgang Schutzbar genannt Milchling (um 1530–1567), von 1558 bis 1567 Fürstabt der Reichsabtei Fulda
- Wilhelm Butte (1772–1833), Gymnasiallehrer, Prinzenerzieher, Pfarrer, Professor für Statistik, königlich preußischer Regierungsrat
- Hermann Friedrich Kessler (1816–1897), Lehrer und Naturforscher
- Heinrich Will<ref>Deutsche Nationalbibliothek. Abgerufen am 10. Juni 2016.</ref> (1895–1943), Kunstmaler
- Thomas Hettche (* 1964), Schriftsteller
Literatur
- Vorlage:HessBib
- Suche nach Treis, Lumda im Online-Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
- Suche nach Treis an der Lumda. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek
Weblinks
- Geschichte Stadtteil Treis an der Lumda. In: Webauftritt. Stadt Staufenberg
- Treis an der Lumda, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Historische Fotos aus „Treis an der Lumda“. In: Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg.
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Treis an der Lumda, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 3. Januar 2017). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 9 und 48, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> <ref name="EW"> Einwohnerzahlen der Stadt Staufenberg: 2016, 2019 </ref> <ref name="NK"> Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 121–123 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>