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Aramayoit

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Aramayoit
Datei:Aramayoite-76581.jpg
Aramayoit-Stufe aus der „Animas Mine“, Atocha-Quechisla, Sur Chichas, Potosí, Bolivien
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Ary<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel Ag(Sb,Bi)S2
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/C.12
II/C.16-020

2.HA.25
03.07.04.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem triklin
Kristallklasse; Symbol triklin-pinakoidal 1<ref name="Webmineral">Webmineral – Baumstarkite (englisch)</ref>
Raumgruppe P1<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 7,76 Å; b = 8,85 Å; c = 8,23 Å
α = 100,2°; β = 90,7°; γ = 103,8°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 6<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 5,602; berechnet: 5,88
Spaltbarkeit vollkommen nach {010}, deutlich {100}, undeutlich {001}
Bruch; Tenazität uneben
Farbe eisenschwarz
Strichfarbe rotbraun bis schwarzbraun
Transparenz undurchsichtig
Glanz Metallglanz

Aramayoit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“. Es kristallisiert im triklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Ag(Sb,Bi)S2 und entwickelt bis zu einem Zentimeter große, silbermetallisch glänzende, aber ansonsten eisenschwarze, dünntafelige und entlang {100} und {001} gestreifte Kristalle.

Aramayoitkristalle sind zwar nahezu opak, können aber an den Ecken sehr dünner Schichten dunkelblutrot durchscheinen. Die Strichfarbe ist rot- bis schwarzbraun.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Aramayoit 1925 in der „Animas Mine“ bei Atocha-Quechisla im bolivianischen Departamento Potosí und ein Jahr später beschrieben durch den englischen Mineralogen Leonard James Spencer (1870–1959)<ref>Mindat - Spencerite (benannt nach Leonard James Spencer)</ref>, der das Mineral nach dem bolivianischen Grubenbesitzer Don Felix Avelino Aramayo (1846–1929) benannte.<ref name="Spencer">L. J. Spencer: Aramayoite, a new mineral, from Bolivia. Mineral Department, British Museum (Natural History, Read November 2, 1926) (englisch, PDF 305,3 kB)</ref>

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Aramayoit zur Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort zur Abteilung „Sulfide mit M : S = 1 : 1“, wo er gemeinsam mit Matildit, Miargyrit, Schapbachit und Volynskit in der „Miargyrit-Schapbachit-Gruppe“ mit der Systemnummer II/B.12 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/C.16-020. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te ≈ 1 : 1“, wo Aramayoit zusammen mit Baumstarkit, Bohdanowiczit, Cuboargyrit, Matildit, Miargyrit, Schapbachit und Volynskit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer II/C.16 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Aramayoit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze (Sulfide, Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenide, Sulfantimonide, Sulfbismutide)“ und dort in die Abteilung „Sulfosalze mit SnS als Vorbild“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit Cu, Ag, Fe (ohne Pb)“ zu finden, wo es zusammen mit Baumstarkit die „Aramayoitgruppe“ mit der Systemnummer 2.HA.25 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Aramayoit die System- und Mineralnummer 03.07.04.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfosalze mit dem Verhältnis z/y = 2 und der Zusammensetzung (A+)i(A2+)j [ByCz], A = Metalle, B = Halbmetalle, C = Nichtmetalle“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 03.07.04, in der auch Baumstarkit eingeordnet ist.

Bildung und Fundorte

Datei:Aramayoite-199883.jpg
Nahaufnahme einiger Aramayoitkristalle

Aramayoit bildet sich hydrothermal in Zinn- und Silbererzen. Begleitminerale sind unter anderem Miargyrit, Pyrit, Quarz, Stannit und Tetraedrit.

Außer an seiner Typlokalität „Animas Mine“ konnte Aramayoit in Bolivien noch in der „Chocaya Mine“ und bei Portugalete (beide in der Provinz Sur Chichas) gefunden werden.<ref name="Mindat">Mindat - Aramayoite (englisch)</ref>

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Argentinien, Chile, Frankreich, Japan, Ostsibirien, Peru, der Slowakei, Tadschikistan und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).<ref name="Mindat" />

Kristallstruktur

Aramayoit kristallisiert isotyp mit Baumstarkit im triklinen Kristallsystem in der Raumgruppe P1 (Raumgruppen-Nr. 2)Vorlage:Raumgruppe/2 mit den Gitterparametern a = 7,76 Å; b = 8,85 Å; c = 8,23 Å; α = 100,2°; β = 90,7° und γ = 103,8° sowie 6 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel">Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 91.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 443.

Weblinks

Commons: Aramayoite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> </references>