Plumeau
Ein Plumeau (von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), auch Fußdeckbett<ref>Edward Lohmeyer: Unsere Umgangssprache: Verdeutschung der hauptsächlichsten im täglichen Leben und Verkehr gebrauchten Fremdwörter. Allgemeiner deutscher Sprachverein, 1915, S. 121.</ref> oder Fußkissen<ref>Der Sprach-Brockhaus: deutsches Bilderwörterbuch für jedermann. E. Brockhaus, 1955, S. 82.</ref>, ist ein veraltender Begriff für ein halblanges, dickeres Federbett.<ref>Plumeau. In: duden.de. Abgerufen am 21. Dezember 2022.</ref>
Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gehörten die kurzen Plumeaus zur Bettausstattung.<ref>Illustrirte Frauen-Zeitung: Ausgabe der "Modenwelt" mit Unterhaltungsblatt. Edelmann, 1876, S. 26.</ref> Man benutzte sie zum Wärmen der Füße im Bett, zusätzlich zur Bettdecke, sie halfen beim Einschlafen (bei kalten Füßen).<ref>Franz Külbs: Gesundes Leben. G. Thieme, 1935, S. 26.</ref>
Beschreibung
Nachdem im Jahr 1818 der Belgier M. Nuellens die Spiralfedern zu Matratzen erfunden hatte,<ref>Mitteilungen zur Geschichte der Medizin, der Naturwissenschaften und der Technik. Verlag von Leopold Voss, Leipzig/Hamburg 1914, S. 409.</ref> ging der Trend allmählich weg von den Himmelbetten, da sie die Lüftung erschwerten, und den „schweren, dumpfigen“ Federkissen. Nur auf die Füße deckte man besondere Federkissen (Plumeau). In Deutschland kamen die Kastenbetten aus Holz in Mode, während die Amerikaner und Engländer leichte Bettgestelle aus Metall bevorzugten.<ref>Kultur im Heim. Verlag die Wirtschaft, 1984, S. 4.</ref>
Federbetten galten als stickig und ungesund und wurden ersetzt. Um dennoch nachts in den Betten nicht zu frieren, wurde nun am Fußende des Bettes über eine wattierte Steppdecke oder eine Wolldecke noch ein mit Daunenfedern gefülltes Fußdeckbett gelegt.<ref>Max Berg: Allgemeine Grundlagen der Krankenpflege. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 1918, S. 81.</ref> Das sogenannte Plumeau hatte die gleiche Breite wie das Bett und reichte bis über die Kniegegend.<ref>Carl Falkenhorst: Ein gutes Bett. In: Das Buch von der gesunden und praktischen Wohnung. E. Keil's Nachfolger, 1891, S. 288.</ref> Eine Zeitschrift des Kaufhaus des Westens präsentierte 1913 Bettdecken in der Größe 200 × 130 cm, während die Plumeaus in der Größe 120 × 130 cm angeboten wurden.<ref>Kaufhaus des Westens - Illustrierter Hauptkatalog. Georg Olms Verlag, Berlin 1913, S. 112 (google.de [abgerufen am 21. Dezember 2022]).</ref>
Begriff
„Plümo“ hat sich bis heute als Gallizismus im Rheinland, in Süddeutschland<ref>Plumeau. In: BAdW · Bayerisches Wörterbuch. Abgerufen am 22. Dezember 2022.</ref><ref>Plümo. In: Südhessisches Wörterbuch. Abgerufen am 22. Dezember 2022.</ref>, in der Pfalz<ref>„Plümo, n.“, Pfälzisches Wörterbuch, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/21. Abgerufen am 22. Dezember 2022.</ref> und in Österreich als gebräuchliches Synonym für Bettdecke und Bettüberwurf erhalten.
Im Französischen bezeichnet Plumeau einen Staubwedel aus Federn. Vor allem im 19. Jahrhundert war dieser Begriff auch in Deutschland in dieser Form in Verwendung.<ref>Plumeau, 2. In: DWDS – Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Abgerufen am 22. Dezember 2022.</ref> Die gepolsterte und gesteppte Decke, die nur einen Teil des Bettes bedeckt und dazu dient, die Beine und Füße warm zu halten, bezeichnet man auf Französisch hingegen couvre-pieds, dabei kann es sich um eine Cretonne-Decke mit Satin handeln.<ref>Académie française: Dictionnaire de l’Académie française. Abgerufen am 22. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rezeption
Das „seidene Plumeau am Fußende des Bettes“ in Wilhelm Hauffs Der Mann im Mond von 1827 wird von der Protagonistin Ida weggeschoben, als sie von ihrem Geliebten träumte. 1891 in Heinrich Hansjakobs Erzählung Der Schneeballen trifft man auf das Zitat „Da liegt der gute Jaköble nicht im Bett, sondern bloß unter dem ‚Plumeau‘, das begreiflicherweise den ganzen Mann nicht deckte“. 1929 bei Karl Wilke in Prisonnier Halm. Die Geschichte einer Gefangenschaft waren es „nur Plumeaus, wie Reusch sie nannte, das heißt, sie reichten knapp von den Füßen bis zum Nabel“.<ref>Deutsches Fremdwörterbuch : "Plumeau". Abgerufen am 22. Dezember 2022.</ref>
Literatur
- Pascal Dibie: Wie man sich bettet. Die Kulturgeschichte des Schlafzimmers. Klett-Cotta, Stuttgart 1989, ISBN 978-3-608-93135-8.
- Josef Kern: Wie man sich bettet... Anmerkungen zum Thema Schlafzimmer, in: Bayerische Blätter f. Volkskunde, NF 4 (2002) Ht. 1.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />