Zum Inhalt springen

Camilla (Tochter des Metabus)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 22. Januar 2025 um 15:54 Uhr durch imported>Tolanor (Literatur).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Métabus et Camille BnF Français 599 fol. 33.jpg
Metabus und Camilla (Illustration zu De mulieribus claris des Boccaccio, 15./16. Jahrhundert)
Datei:Wenceslas Hollar - Camilla slaying Aunus (State 2) 2.jpg
Camilla tötet Aunus (Stich von Wenzel Hollar, 17. Jahrhundert)

Camilla (lateinisch „freigeborene, ehrbare Jungfrau“, hier auch „Opferpriesterin“<ref>Maurus Servius Honoratus, Commentarius in Vergilii Aeneida 11,543.</ref>) ist eine amazonenhafte Kriegerin der römischen Mythologie.

Mythos

Camilla war die Tochter von Metabus, dem König der Volsker, und der Casmilla aus der volskischen Stadt Privernum. Als Metabus wegen seines jähzornigen Charakters vertrieben wird, flieht er mit seiner noch kleinen Tochter Camilla vor seinen Feinden. Am Fluss Amisenus, der Hochwasser führt, weiß er nicht, wie er mit seiner Tochter das andere Ufer erreichen soll. In seiner Not bindet er das Wickelkind an seinen Eschenspeer und verspricht der Diana, dass er Camilla ihrem Dienst weihen werde, falls sie unverletzt das andere Ufer erreiche. Dann schleudert er die Waffe zum anderen Ufer und durchschwimmt den reißenden Fluss. Camilla überlebt wohlbehalten, wird von einer Stute gesäugt und wächst auf zu einer wehrhaften Jägerin.

Als Aeneas Italien erreichte, kämpfte Camilla gegen ihn und fiel in der Schlacht durch den Etrusker Arruns. Den Mörder von Camilla traf daraufhin die Rache der Göttin Diana und er fällt durch den Pfeil der Opis, der Gefährtin der Camilla.

Der Mythos ist nur von Vergil überliefert. Ob er sich auf irgendwelche Vorbilder gestützt hat, ist umstritten. Auffällig ist die Ähnlichkeit mit dem Mythos von Harpalyke und ihrem Vater.<ref>Maurus Servius Honoratus, Commentarius in Vergilii Aeneida 1,317; Hyginus Mythographus Fabulae 252.</ref>

Rezeption

In der nachantiken Rezeption wird Camilla zum Idealbild einer heldenhaften Jungfrau, zunächst schon bei dem Kirchenvater Hieronymus<ref>Hieronymus, Adversus Iovinianum 41,306 BD</ref>, dann bei Dante Alighieri<ref>Dante, Divina Comedia Inferno 1,107; 4,124.</ref> und den Dichtern der Renaissance (zum Beispiel in Giovanni Boccaccios De claris mulieribus) und des Barock. In den Commentarii Pius’ II. wird die zeitgenössische Gestalt der Jeanne d’Arc mit Camilla verglichen.<ref>Luigi Totaro (Hrsg.): Enea Silvio Piccolomini Papa Pio II. I Commentarii. Mailand 2004, VI/10, S. 1094.</ref> Eine der bekanntesten und erfolgreichsten Adaptionen des Stoffes war Giovanni Bononcinis Oper Il Trionfo di Camilla, regina de’ Volsci, die am 27. Dezember 1696 am Teatro San Bartolomeo in Neapel uraufgeführt wurde, mit der berühmten Vittoria Tarquini in der Hauptrolle.<ref>Liste der Bühnenwerke von Camilla (Tochter des Metabus) auf Basis der MGG bei Operone; Vittoria Tarquini dite la Bombace, online auf Quell‘usignolo (französisch; abgerufen am 27. Oktober 2019); Il trionfo di Camilla regina de' Volsci (Giovanni Bononcini) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna.</ref>

Quellen

Literatur

Weblinks

Commons: Camilla (mythology) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein