Pringles
Pringles ist der Markenname für ein Snackprodukt, das mit einem Anteil an Kartoffelpüreepulver industriell hergestellt wird. Es gab rechtliche Streitigkeiten um die Verwendung des Begriffes Kartoffelchips, und nach einem vom ursprünglichen Hersteller Procter & Gamble angestrengten Rechtsstreit fallen Pringles unter den Begriff Knabbergebäck.<ref>Pringles 'are not potato crisps'. In: BBC News | Business. Abgerufen am 28. Mai 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Zusammen mit Produkten anderer Hersteller ähneln Pringles den als Wortmarke bis 2026 geschützten Stapelchips von Intersnack, daher darf die herstellereigene Bezeichnung nur „Knabbergebäck“ lauten. Hersteller ist seit 2012 die US-amerikanische Kellogg Company, die im Oktober 2023 in Kellanova umbenannt wurde.
Pringles wurde vom Süßwarenkonzern Mars für rund 36 Milliarden US-Dollar übernommen.<ref>Mars darf Pringles-Produzenten Kellanova übernehmen. 8. Dezember 2025, abgerufen am 26. Dezember 2025.</ref> Die Übernahme wurde von der EU-Kommission genehmigt und wird voraussichtlich 2025 abgeschlossen, wodurch Pringles und Marken wie Snickers unter einem Dach vereint werden.
Geschichte
Das Produkt wurde, nach Vorarbeiten von Fredric Baur Ende der 1950er Jahre, Mitte der 1960er Jahre bei dem US-amerikanischen Unternehmen Procter & Gamble von Alexander Liepa entwickelt. Der Markenname findet seinen Ursprung im Namen der Straße Pringle Drive in Cincinnati.<ref>Woher kam der Name Pringles? Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 3. März 2012. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Das Produkt wurde 1968 erstmals auf Testmärkten verkauft. 1971 wurden dann im gesamten amerikanischen Markt die Pringle's Newfangled Potato Chips verkauft, von denen sich 1986 der Name Pringles ableitete. Heutzutage werden Pringles in über 140 Ländern verkauft.<ref name="finanzen100.de">Kellog's übernimmt Pringles für 2,7 Milliarden US-Dollar. In: Finanzen100. BurdaForward, 15. Februar 2012, abgerufen am 17. Februar 2021.</ref> In Deutschland sind Pringles seit 1996 erhältlich.<ref>deconsumers. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 31. Dezember 2023. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Die Produktion für den europäischen Markt erfolgt in Polen und Belgien.<ref>Pringles | Sweets.ch. Abgerufen am 31. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Bis 2006 wurde die Füllmenge bei gleichbleibendem Preis von 200 über 180 auf 170 Gramm pro Packung reduziert. Procter & Gamble geriet so z. B. seitens der Verbraucherzentrale Hamburg in die Kritik, versteckte Preiserhöhungen zu betreiben. Das Unternehmen begründet die verdeckte Preiserhöhung damit, dass höherwertige Inhaltsstoffe verwendet würden und die neuen Pringles eine geringere Dichte hätten und daher bei gleicher Füllhöhe das Gewicht sinke. 2009 wurde bei den Pringles Classic die Füllmenge wiederholt reduziert (von 170 g auf 165 g). Ab 2010 warb der Hersteller mit einer Anzahl von 90 Chips pro Dose. Auf der Verpackung blieben weiterhin 165 Gramm vermerkt.
2011 plante Procter & Gamble den Verkauf der Marke Pringles an das US-amerikanische Unternehmen Diamond Foods. Diese hätten einen Großteil der Zahlung von ca. 2,4 Mrd. US-Dollar in Aktien erstattet, womit Procter & Gamble mit 57 % am Unternehmen beteiligt wäre.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Procter & Gamble wird schlanker ( vom 8. April 2011 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nichts wie raus mit Außenseitermarken ( vom 14. April 2011 im Internet Archive)</ref> Der Verkauf platzte allerdings Anfang 2012, als bekannt wurde, dass Diamond Foods in einen Bilanzskandal verwickelt ist. Daraufhin fand sich der Cornflakes-Hersteller Kellogg als Käufer, der die Marke für rund 2,7 Mrd. US-Dollar im Sommer 2012 übernahm.<ref name="finanzen100.de" />
Ab 2019 beinhalteten die Dosen eine Füllmenge von 200 g. Ab 2022 wurde der Inhalt wieder auf 185 g reduziert,<ref>Mogelpackung Pringles: So dreist trickst der Hersteller Verbraucher aus. Abgerufen am 3. Mai 2022.</ref> 2024 auf 165 g,<ref>Pringles: erneute Shrinkflation. In: KONSUMENT. 23. Mai 2024, abgerufen am 22. November 2024.</ref> einige Sorten sind auch in kleineren Gebinden verfügbar (70 Gramm, 40 Gramm). Die zuvor vegane Rezeptur wurde Ende 2021 verändert: Alle Sorten, bis auf Pringles Original, beinhalten nun Süßmolkepulver und sind aus diesem Grund nicht mehr vegan.<ref>Denika Herbst: Vegan Pringles milk-based product added. In: The South African. Blue Sky Publications, 3. Dezember 2012, abgerufen am 10. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Produkt
Inhaltsstoffe
Die 190-Gramm-Packung der Sorte Classic Paprika enthält 58,7 Gramm Fett. Zusammen mit den anderen Inhaltsstoffen hat das Produkt einen physiologischen Brennwert von ca. 2.108 kJ/100 g (= 504 kcal/100 g). Für die Sorte Classic Paprika werden Kartoffelpüreepulver, pflanzliches Öl, pflanzliches Fett, Reismehl, Weizenstärke, Paprika-Aroma, Paniermehl (enthält Weizenmehl), Hefepulver, Dextrose, Zucker, Geschmacksverstärker: Mononatriumglutamat, Dinatriumguanylat und Dinatriuminosinat, Paprikapulver, Zwiebelpulver, Aroma, Raucharoma, Knoblauchpulver, Farbstoff: Paprikaextrakt, Säuerungsmittel: Zitronensäure, Emulgator: E 471, Maltodextrin, Speisesalz, modifizierte Reisstärke und Süßmolkenpulver verwendet.
Die Chips von Pringles fielen durch eine hohe Belastung mit krebserregendem Acrylamid auf. Bei Tests der Organisation foodwatch im Jahr 2006 enthielt die Sorte Paprika rund zehnmal so viel Acrylamid wie der Testsieger. Bei einem weiteren Test von foodwatch im Jahr 2007 war Pringles erneut Testverlierer.<ref name=":0">foodwatch – die Essensretter. Abgerufen am 17. Februar 2021.</ref> Die Acrylamid-Werte hatten sich im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht erhöht und lagen um den Faktor 34 über denen eines vergleichbaren Produkts. Nach einer von foodwatch organisierten Protestaktion wurde der Acrylamidgehalt 2008 von 1600 Mikrogramm pro Kilogramm auf 490 reduziert.<ref name=":0" /> In einem 2022 durchgeführten Tests stellte die Stiftung Warentest bei der Pringles-Sorte Classic Paprika eine hohe Belastung mit Schadstoffen fest. Demzufolge waren die Chips übermäßig mit Mineralölkohlenwasserstoffen (Mosh) und Glycidol, einem gesundheitsgefährdenden Fettumwandlungsprodukt, belastet. Aufgrund dessen bewertete die Stiftung Warentest die überprüfte Sorte mit der Note „mangelhaft“.<ref>Lea Mitulla: Chips bei Stiftung Warentest: Pringles fallen durch - das sind die überraschenden Testsieger. In: inFranken. 3. März 2023, abgerufen am 9. April 2023.</ref><ref>Janine Napirca: Schau nach, ob deine Lieblingskartoffelchips bei den Fails der Stiftung Warentest dabei sind. In: Merkur. 17. November 2022, abgerufen am 9. April 2023.</ref>
Verpackung
Der Chemiker und Verpackungstechniker Fredric J. Baur hatte 1970 ein Patent auf die Pringles-Dose erhalten.<ref>Patent US3498798A: Packaging of chip-type snack food products. Angemeldet am 29. Juli 1966, veröffentlicht am 3. März 1970, Anmelder: The Procter & Gamble Company, Erfinder: Fredric J. Baur, Harold Kenneth Hawley.</ref> Die Verpackung besteht im Gegensatz zu herkömmlichen Chipsverpackungen nicht aus Kunststofffolie, sondern aus Pappe und einer dünnen Schicht Aluminium, einem Boden aus Metall und einem Kunststoffdeckel. Nachdem Baur im Mai 2008 im Alter von 89 Jahren in Cincinnati gestorben war, wurde auf seinen Wunsch hin ein Teil seiner Asche in einer Pringles-Dose beigesetzt.<ref>TheGuardian.com: Ashes of man who designed Pringles packaging buried in crisp can. Abgerufen am 14. Januar 2018.</ref>
Weblinks
- pringles.com
- How It's Made Pringles auf YouTube (englisches Video über die Herstellung)
Einzelnachweise
<references />