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Lasgush Poradeci

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Datei:Lasgush Poradeci (portrait).jpg
Porträt von Gegë Marubi aus dem Jahr 1938

Llazar Sotir Gusho (* 27. Dezember 1899 in Pogradec, Osmanisches Reich (heute Albanien); † 12. November 1987 in Tirana<ref name="elsie" /> oder Pogradec<ref>Joachim Röhm: Lasgush Poradeci. In: Albanische Literatur in deutscher Übersetzung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. August 2012; abgerufen am 29. Dezember 2010.</ref>), bekannt unter dem Pseudonym Lasgush Poradeci, war einer der bedeutendsten albanischen Dichter.

Sein Pseudonym ist einerseits eine Reverenz an seine Heimatstadt, andererseits eine Kombination der Anfangsbuchstaben seiner Vornamen und seines Nachnamens.

Leben

Lasgush Poradeci besuchte Schulen in Monastir und Athen und studierte später in Bukarest an der Akademie für bildende Künste. Während seiner Studienzeit kam er in Kontakt mit mehreren albanischen und rumänischen Dichtern und Schriftstellern, was sein späteres Schaffen beeinflussen sollte, und veröffentlichte erste Gedichte. Zu diesen Freunden zählte auch Aleksandër Stavre Drenova, bekannt als Asdreni, der ihm später bei der Veröffentlichung von Gedichten helfen sollte.<ref name="elsie">Robert Elsie: Lasgush Poradeci Biography. In: albanianliterature.net. Abgerufen am 29. April 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1924 erhielt er ein Stipendium der albanischen Regierung und setzte sein Studium an der Universität Graz an der Fakultät für Romanistik und Germanistik fort. Insgesamt verbrachte er zehn Jahre in Graz. 1933 schloss er mit einer Dissertation über den rumänischen Nationaldichter Mihai Eminescu ab.<ref name="elsie" />

Die nächsten Jahre verbrachte er in Tirana, wo er als Zeichenlehrer an einer weiterführenden Schule tätig war. Nach der Machtübernahme der Kommunisten wurde er zuerst arbeitslos. Später war er als Übersetzer bei einem staatlichen Verlag tätig, wo er Lyrik und Prosa unter anderem von Heinrich Heine, Johann Wolfgang von Goethe, Bertolt Brecht und Alexander Puschkin übersetzte.<ref name="elsie" /><ref name="lanksch">Hans-Joachim Lanksch: Lasgush Poradeci. In: newsletter Albanien. 8. August 2000, ISSN 1424-5337 (Artikel online).</ref> 1974 ging Poradeci in Rente und lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1987 in ärmlichen Verhältnissen. Im Sommer kehrte er gelegentlich nach Pogradec zurück.<ref name="elsie" />

Lasgush Poradeci war verheiratet und hatte zwei Töchter.<ref name="elsie" /><ref name="lanksch" /> Begraben wurde er in Pogradec.<ref>Lasgush Poradeci, poeti qe i fali famen nje qyteti. 26. Mai 2008, abgerufen am 29. Dezember 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Werk

Datei:Pogradec Promenade.jpg
Statue Poradecis in einem Park in Pogradec

„Die Verehrer von Lasgush Poradecis Kunst lieben seine wunderbare Sprache, die perfekte Schönheit seiner Verse und die gedankliche Tiefe, die er – von mystischen Versen Naim Frashëris abgesehen – als erster in die albanische Lyrik eingebracht hat, die sich vor und nach ihm in grossem Mass nationalen statt universalen Themen verschrieb.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Hans-Joachim Lanksch<ref name="lanksch" />

Lasgush Poradeci veröffentlichte zwei Bände, die rund 100 Gedichte enthalten: 1933 erschien Vallja e yjve (Der Tanz der Sterne) und 1937 Ylli i zemrës (Der Stern des Herzes). Der erste Band enthält Gedichte, die Poradeci in den Jahren 1921 bis 1924 verfasst hatte. Im zweiten Band finden sich neben neueren Gedichten auch überarbeitete Versionen von bereits veröffentlichten Gedichten. In den folgenden Jahren publizierte er noch vereinzelte Gedichte in Zeitschriften. Wiederkehrende Themen waren der Ohridsee, die Liebe und vereinzelt auch patriotische Themen.<ref name="elsie" />

Poradeci war unter dem kommunistischen Regime nicht mehr schöpferisch tätig. Seine ideologisch konformen Übersetzungen soll er als Scheisse bezeichnet haben,<ref name="lanksch" /> selber wollte er keine konformen Gedichte im Stil des geforderten Realismus verfassen.<ref name="elsie" /><ref>Werner Daum: Aleks Buda: Erinnerung an Lasgush Poradeci. In: Werner Daum (Hrsg.): Albanien zwischen Kreuz und Halbmond. Pinguin, München 1998, ISBN 3-7016-2461-5.</ref> Sein Werk wurde marginalisiert und kaum publiziert.<ref name="lanksch" />

Poradeci war bekennender Atheist, wovon das folgende Zitat zeugt:

«Nuk ka Zeus, as nuk ka zot,
Ferr, Lugat t'imagjinuar,
po ka popull të paditur,
popull q'ende s'është zgjuar.»

„Es gibt keinen Zeus, auch gibt es keinen Gott,
keine Hölle, keine eingebildeten Kreaturen,
aber stattdessen gibt es ein unwissendes Volk,
ein Volk, das noch nicht aufgewacht ist.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Lasgush Poradeci: Eskursioni teologjik i Sokratit<ref>Ekskursioni teologjik i Sokratit. In: Ateistët. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. Januar 2020; abgerufen am 16. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

1978 ist in Pristina eine erste Gesamtausgabe erschienen, 1999 folgte in Tirana eine Edition seiner gesamten Werke und Schriften.<ref name="lanksch" />

Ehrung

Datei:Lasgush Poradeci 1999 Albania stamp.jpg
Poradeci auf einer Briefmarke von 1999

In Albanien wurden Straßen, Plätze und Schulen nach Lasgush Poradeci benannt.

In seiner Heimatstadt Pogradec wurde 2006 eine über drei Meter hohe Bronzestatue eingeweiht. Die Statue fertigte der albanische Bildhauer Mumtas Dhrami an. Sie stellt den Dichter mit seinen typischen Merkmalen dar: Er schaut Richtung Ohridsee, hat seinen Hund sowie seinen Schal dabei, und in seiner Manteltasche befinden sich seine vielen Handschriften, Bücher und Hefter.<ref>Monumenti i Lasgush Poradecit. In: pogradec.info. Abgerufen am 21. September 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Bild des Denkmals. In: Gazeta Shqip. Abgerufen am 21. September 2012.</ref>

Literatur

  • Ilir Shyta: Receptimi i Poezisë së Lasgush Poradecit. Dissertation. Universität Tirana, Tirana 2015, S. 78 (edu.al [PDF; abgerufen am 29. Juli 2019]).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein