Das heute in vierter Generation geführte Unternehmen wurde 1910 von Gustav Steinmann (1885–1953) aus Steinbründorf gegründet, der unter anderem bei P. Furtwängler & Hammer in Hannover das Orgelbauerhandwerk erlernt hatte. Die erste Kirchenorgel wurde 1911 für die evangelische Christuskirche in Greven hergestellt.<ref>Peter Sundermann: Steinmann Orgelbau, Auszug auf geschichtevlotho.de</ref> Zwischen 1919 und 1939 wurden über 100 Orgeln und etwa 1500 Harmonien hergestellt, 15 Orgeln wurden zwischen 1923 und 1933 in die Niederlande geliefert.
In den 1920er Jahren wurde Steinmann Teil der Orgelbewegung, die sich für eine Rückbesinnung auf den barocken Orgelbau aussprach. Die 1928 entstandene Steinmann-Orgel der Pauluskirche in Bielefeld war die größte Orgel dieser Epoche in Deutschland.
In den 1950er Jahren bildete sich der Typ der kleinen bis mittelgroßen neobarockenSchleifladenorgeln heraus, der bei Steinmann in großer Anzahl hergestellt wurde. Ein großer Teil der seitdem gebauten Orgeln wurde an Kirchen in Ostwestfalen-Lippe geliefert. Im Kirchenkreis Vlotho stammen die seit 1945 nach den Erkenntnissen der Orgelbewegung neu gebauten Orgeln bis auf wenige Ausnahmen alle von Steinmann.<ref>Herbert Heidbreder: 150 Jahre Kirchenmusik im Kirchenkreis Vlotho. In: Kirchenkreis Vlotho (Hrsg.): Kirche an Weser und Werre. 150 Jahre Kirchenkreis Vlotho. Bad Oeynhausen 1991, S. 197.</ref> Neben dem Neubau gehört auch die Rekonstruktion alter Orgeln in historischer Bauweise zum Tätigkeitsfeld des Unternehmens.
2014 nach Italien verkauft, wird von einer Digitalorgel ersetzt<ref>Britta Bingmann: Spender für die Orgel fühlen sich betrogen. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 19. November 2014, abgerufen am 1. Mai 2025.</ref>
Marianne Steinmann: Die Orgelbauer von Wehrendorf: Marianne Steinmann erzählt, Geschichtswerkstatt Exter, Vlotho 2010, ISBN 978-3-8391-0046-2, Auszug auf gwexter.org
Hermann J. Busch: 75 Jahre Gustav Steinmann-Orgelbau Vlotho/Weser. 1910–1985. Vlotho 1985, DNB870067451.