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Endstation Rechts

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Logo
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Preisträger des Wilhelm-Dröscher-Preises 2007, im Hintergrund Vertreter von Rotes Dresden
Datei:16-09-02-Wahlkampfabschluß in Warnemünde-RR2 4803.jpg
Auftritt beim Wahlkampf der SPD in Warnemünde

Endstation Rechts ist eine Initiative gegen Rechtsextremismus, die von den Jusos in der SPD Mecklenburg-Vorpommern gegründet wurde. Auch in Bayern gibt es ein Endstation-Rechts-Projekt.<ref>Startseite. In: endstation-rechts-bayern.de. Abgerufen am 24. März 2023.</ref>

Am 18. Februar 2022 fusionierte das Projekt mit dem sozialdemokratischen Infoportal Blick nach Rechts.<ref name="Relaunch">Oliver Kreuzfeld: Relaunch: Neues Portal geht online. In: endstation-rechts.de. 18. Februar 2022, abgerufen am 14. September 2025.</ref> Beide Portale firmieren nun als „Endstation Rechts“.

Entwicklung

Gegründet wurde Endstation Rechts in der Trägerschaft der Jusos Anfang des Jahres 2006 als ein gegen den Wahlerfolg der NPD bei der Landtagswahl in Sachsen 2004 gerichtetes pluralistisch orientiertes Projekt<ref name="GG">Mathias Brodkorb: Zwischen Hitlerismus und Ethnopluralismus. Ein etwas anderer Blick auf den deutschen Rechtsextremismus. In: Hartmut Brenneisen, Harald Olschok, Karsten Wulff (Hrsg.): 60 Jahre Grundgesetz (= Polizei und Sicherheitsmanagement. Bd. 6). LIT Verlag, Münster 2010, ISBN 978-3-643-10636-0, S. 236–264 (online).</ref> im Vorfeld der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern Ende desselben Jahres. Die damit verbundene politische Absicht bezog sich auf die Sacharbeit am Thema Rechtsextremismus.

Nach dem Einzug der NPD in den Landtag Mecklenburg-Vorpommern mit einem Wahlergebnis von 7,3 % wurde der offizielle Webauftritt ab Herbst 2006 zu einer Plattform zur Dokumentation der bundesweiten Parteiarbeit der NPD ausgebaut. Mitgründer und damaliger Hauptautor Mathias Brodkorb verwies auf rund 100.000 Internetbesucher monatlich.<ref name="GG" /> So dokumentierte die Initiative bis zu 81 Ordnungsrufe im Januar 2008<ref>Andreas Speit, Andrea Röpke (Hrsg.): Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft. Ch. Links Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86284-006-9 (Auszüge online).</ref> sowie die Provokation der Partei<ref>Cornelia Fraune, Klaus Schubert: Grenzen der Zivilgesellschaft. Waxmann Verlag, Münster 2012, ISBN 978-3-8309-2370-1 (online).</ref> und ihrer Angehörigen in der Gesellschaft.<ref>Beispiele aus: Mathias Brodkorb, Volker Schlotmann: Provokation als Prinzip: die NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Adebor Verlag, Banzkow 2008, ISBN 978-3-9809375-5-9.</ref>

2008 bzw. 2009 weitete die Initiative ihre Tätigkeit auf Sachsen und Sachsen-Anhalt aus,<ref name="GG" /> später auch auf Bayern. Zum Freien Netz Süd in Bayern hat die Plattform 2014 Material gesammelt und den Medien zur Verfügung gestellt.<ref>Domescu Möller: Endstation Rechts: „FNS war nur noch leere Hülle“. Interview mit Thomas Witzgall. In: nordbayern.de. 25. Juli 2014, abgerufen am 16. September 2025.</ref><ref>vgl. Landesportal Bayern: Schlagwort Freies Netz Süd. endstation-rechts-bayern.de.</ref>

Am 18. Februar 2022 wurde bekanntgegeben, dass Endstation Rechts mit dem Infoportal Blick nach Rechts (bnr) fusioniert und unter dem Titel ENDSTATION RECHTS. (Eigenschreibweise) fortgeführt wird. Die dazu neu gestaltete Webseite beinhaltet das komplette bnr-Archiv und ist im Gegensatz zu dessen früherer Webseite ohne kostenpflichtiges Abo einsehbar.<ref name="Relaunch" /> Die bnr-Internetdomain bnr.de wurde hierzu auf endstation-rechts.de umgeleitet. Der Twitter-Kanal von bnr wird nicht mehr aktualisiert.<ref>Twitter-Meldung twitter.com/blicknachrechts; abgerufen am 18. Februar 2022.</ref>

Ausrichtung

Endstation Rechts sieht sich als „tagesaktuelles Nachrichtenportal“, das über die Machenschaften der NPD und Rechtsextremismus im Allgemeinen informiert und aufklärt. Obwohl das Portal von Jusos der SPD Mecklenburg-Vorpommern gegründet wurde, wird der Selbstanspruch vertreten, überparteilich zu agieren und sich um Objektivität und eine Berichterstattung nach journalistischen Prinzipien zu bemühen. Auch seien „längst nicht alle Autoren, Macher und Unterstützer in der SPD zu Hause“.<ref name="UeberUns">Über uns. In: endstation-rechts.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2022; abgerufen am 13. Mai 2023.</ref> Inhaltlich verantwortlich für das Nachrichtenportal zeichnet jedoch der Landesgeschäftsführer der SPD in Mecklenburg-Vorpommern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Impressum. (Memento vom 25. Januar 2022 im Internet Archive) endstation-rechts.de, abgerufen am 21. Dezember 2015.</ref> In Bayern wird die lokale Website von der BayernSPD getragen.<ref>Impressum. endstation-rechts-bayern.de, abgerufen am 21. Dezember 2015.</ref>

Neben Berichten aus den Landtagen, in denen die NPD in Fraktionsstärke vertreten ist oder war, liegt ein zweiter Schwerpunkt der Berichterstattung in der Beobachtung und Kommentierung der Aktivitäten und Ideologien rechtsextremer Parteien sowie Kameradschaften und zivilgesellschaftlicher und demokratischer (Gegen-)Initiativen. Dabei gehört die Weiterverbreitung durch andere in Sozialen Netzwerken zum Konzept der Öffentlichkeitsarbeit. Bei Facebook habe die Plattform rund 21.000 Fans. Rund 8.000 Artikel stehen im eigenen Portal zur Verfügung (Stand 2015).<ref name="UeberUns" />

Projekte

2008 wurde im Rahmen von Endstation Rechts das satirische Modelabel Storch Heinar gegründet. An beiden war der spätere mecklenburgische Minister Mathias Brodkorb als Gründer beteiligt.<ref>Martin Koschkar, Christian Nestler, Christopher Scheele: Politik in Mecklenburg-Vorpommern. Springer-Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-658-02651-6 (Auszüge online).</ref> Im Internet werden seither Kleidungsstücke mit humoristischen Anspielungen auf aktuelle rechtsextreme sowie historische nationalsozialistische Semiotik angeboten. Des Weiteren wurde der Adebor-Verlag gegründet.<ref>Aadebor Verlag. Website des Verlags. In: adebor-verlag.de. Adebor Verlag e. K., archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. März 2024; abgerufen am 14. September 2025.</ref>

Auszeichnungen

Buchreihe

In der Buchreihe Endstation Rechts wurden folgende Veröffentlichungen herausgegeben:

  1. Mathias Brodkorb (Hrsg.): Extremistenjäger!? Der Extremismus-Begriff und der demokratische Verfassungsstaat (= Endstation Rechts. Bd. 1). Adebor-Verlag, Banzkow 2011, ISBN 978-3-9809375-7-3.
  2. Julian Barlen u. a. (Hrsg.): Mein Krampf. 18 Episoden aus dem selbst gefälschten Tagebuch des F. H. (= Endstation Rechts. Bd. 2). Adebor-Verlag, Banzkow 2011, ISBN 978-3-9809375-8-0 (on demand).
  3. Mathias Brodkorb (Hrsg.): Singuläres Auschwitz? Ernst Nolte, Jürgen Habermas und 25 Jahre „Historikerstreit“ (= Endstation Rechts. Bd. 3). Adebor-Verlag, Banzkow 2011, ISBN 978-3-9809375-9-7 (on demand).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />