Jeremias Bunsen
(Robert Wilhelm) Jeremias Bunsen (* 8. Dezember 1688 in Hesperinghausen, Fürstentum Waldeck; † 11. März 1752) war Hofmaler, Münzmeister und Bürgermeister.<ref>Bunsen, Jeremias. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Supplement 4, Leipzig 1754, Sp. 998.</ref>
Leben
Sein Vater Anton (1661–1736) war Bauer. Nachdem seine Mutter kurz nach seiner Geburt gestorben war, wurde er von seinem Großvater väterlicherseits, dem örtlichen Prediger, aufgenommen und im Christentum und Latein unterrichtet. Als auch dieser 1702 verstarb, reiste Bunsen als 14-Jähriger zu seinem Onkel, einem Bruder seiner Mutter und Ingenieur und Kapitän in Nimwegen. Dieser wollte ihm ein Studium ermöglichen, doch 1703 nahm er Jeremias in Brabant mit in ein militärisches Gefechtsfeld; sein Onkel fiel in Maastricht.
Daraufhin stellte man den 15-Jährigen als Lakai am Arolser Hof (Residenzschloss Arolsen) ein. Dort lernte er (am 25. September 1703) die beiden Söhnen der Gräfin Johanettes kennen und durfte an deren Unterricht teilnehmen.
1706 beschloss Bunsen eine siebenjährige Malerlehre beim Hofmaler in Arolsen anzutreten. Danach bildete er sich weiter fort bei Magnus de Quitter in Kassel. 1716 stieg er in Arolsen zum Hofmaler auf. 1726 baute er sein Haus in Arolsen.<ref>bad-arolsen.de</ref>
Bunsen befasste sich auch mit der Chemie und schädigte bei seinen Experimenten seine Augen.
Als der Fürst von Waldeck, Karl August Friedrich 1728 die Regierung antrat, wollte er das „Münzrecht exercieren“ und sandte Bunsen zur Ausbildung an die Kassler Münze. 1730 machte Jeremias seine ersten Prägungen und ab 1731 schlug er Dukaten. Nach hinlänglicher Ausbildung übergab der Fürst ihm das Münzwesen, das er bis zu seinem Tod verwaltete. Als Münzmetall sollte Gold im Korbacher Eisenberg geschürft werden, und Bunsen beteiligte sich am dortigen Bergbau bis 1752 als Gewerke.
In Arolsen übernahm er zeitweilig das Amt des Bürgermeisters.
1745 las er von Experimenten des Arztes Christian Friedrich Ludolff (1707–1763). Ludolff gelang es (in Berlin), mittels Funken aus einer Elektrisiermaschine brennbares Material zu entzünden. Daraus ließ sich schließen, dass der elektrische Funke und der Blitz demselben Phänomen zugrunde liegen. Bunsen baute sich selbst „so eine Machine mit einem grossen Radt und gläserner Kugel“. Ihm fielen bei den Entladungsvorgängen ein deutliches Knallen auf, vor allem wenn er das Geräusch durch Trichter akustisch verstärkte. Sein Bericht in der Leipziger Sammlung blieb ohne Echo.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />althofen.at ( vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive) (PDF; 1,1 MB)</ref>
Er war viermal verheiratet. Einer seiner Söhne, Philipp Christian Bunsen (1729–1790) folgte ihm 1752 als Münzmeister in Arolsen.
Veröffentlichungen
- Versuch wie die Meteore Des Donners und Blitzes Item des Aufsteigens derer Dünste Imgleichen Des Nord-Scheins Aus Electrischen Würkungen herzuleiten und zu erklären sind … Denen Herrn Natur-Kündigern zur Prüfung vorgelegt von J. B. Lemgo, Johann Heinrich Meyer, 1750 (Online)
- Erklärung Derer Electrischen und Magnetischen Kräften. Ans Licht gestellt von Jeremias Bunsen. 1752 (Online)
Literatur
- Reinhard Bunsen: Stammbaum der Familie Bunsen und von Bunsen; 1910
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bunsen, Jeremias |
| ALTERNATIVNAMEN | Bunsen, Robert Wilhelm Jeremias |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Hofmaler, Münzmeister und Bürgermeister in Arolsen |
| GEBURTSDATUM | 8. Dezember 1688 |
| GEBURTSORT | Hesperinghausen |
| STERBEDATUM | 11. März 1752 |