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Karpathit

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Karpathit
Datei:Carpathite-258272.jpg
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1971 s.p.<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Cpa<ref name="Warr" />

Chemische Formel C24H12<ref name="IMA-Liste" /><ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Organische Verbindungen – Kohlenwasserstoffe
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IX/B.02
IX/B.02-060

10.BA.30
50.03.07.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe P21/c (Nr. 14)Vorlage:Raumgruppe/14 bzw. P21/n (Nr. 14, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/14.2<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 10,03 Å; b = 4,69 Å; c = 16,01 Å
β = 69,0°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 1
Dichte (g/cm3) 1,35 bis 1,4
Spaltbarkeit vollkommen nach [001]
Bruch; Tenazität spröde
Farbe gelb bis gelbgrün
Strichfarbe hellgelb
Transparenz durchsichtig
Glanz Diamantglanz, Glasglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,760 bis 1,780
nβ = 1,780 bis 1,982
nγ 2,050 bis 2,150<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,290 bis 0,370<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig wechselnd
Pleochroismus nicht vorhanden
Weitere Eigenschaften
Besondere Merkmale fluoreszierend

Karpathit (ehemals Pendletonit, 1971 umbenannt<ref name="Mindat" />) ist ein eher selten vorkommendes Kohlenwasserstoff-Mineral aus der Mineralklasse der organischen Verbindungen. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung C24H12 und bildet gelbe bis gelbgrüne, durchsichtige Kristalle, die einen Glanz ähnlich Glas oder Diamant aufweisen. Chemisch handelt es sich um den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff Coronen.<ref>Eintrag zu Pendletonit. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Karpathit bei Olenjowo (auch Olenevo) in der ukrainischen Oblast Transkarpatien. Die Erstbeschreibung erfolgte 1955 durch G. L. Piotrowski ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), der das Mineral nach dessen Typlokalität in den Karpaten (früher: Karpathen) benannte.

Ein Aufbewahrungsort für das Typmaterial des Minerals ist bisher nicht bekannt.<ref name="Handbookofmineralogy" /><ref name="IMA-Typmaterialkatalog" />

Klassifikation

Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Karpathit zur Mineralklasse der „Organischen Verbindungen“ und dort zur Abteilung der „Kohlenwasserstoffe“, wo er zusammen mit Branchit (ehemals Hartit), Dinit, Fichtelit, Flagstaffit, Kratochvílit, Simonellit und dem inzwischen als fraglich geltenden Phylloretin sowie im Anhang mit Idrialin, Kladnoit, Refikit und den ebenfalls als fraglich geltenden Graebeit, Scharizerit und Ulmit die Gruppe der „Carbocyclischen Verbindungen“ mit der System-Nr. IX/B.02 bildete.

Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. IX/B.02-60. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Abteilung „Stickstoff-freie Kohlenwasserstoffe“, wo Karpathit zusammen mit Dinit, Fichtelit, Flagstaffit, Hoelit, Idrialin, Branchit, Kratochvílit, Phylloretin, Ravatit, Refikit, Simonellit und Wampenit eine Gruppe mit „Ringförmigen Strukturen“ bildet.<ref name="Lapis" />

Auch die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Karpathit in die Abteilung der „Kohlenwasserstoffe“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt und das Mineral ist in der unbenannten Unterabteilung „10.BA“ zu finden, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 10.BA.30 bildet.

Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Karpathit ebenfalls in die Klasse und dort in die gleichnamige Abteilung der „Organischen Minerale“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 50.03.07 innerhalb der Unterabteilung „Salze organischer Säuren (Kohlenwasserstoffe)“ zu finden.

Kristallstruktur

Datei:Coronene.svg
Struktur von Karpathit (chemisch Coronen)

Karpathit kristallisiert im monoklin-prismatischen Kristallsystem in der Raumgruppe P21/c (Raumgruppen-Nr. 14)Vorlage:Raumgruppe/14 oder P21/n (Nr. 14, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/14.2 mit den Gitterparametern a = 10,03 Å; b = 4,69 Å und c = 16,01 Å; β = 69,0° sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Die Kristallstruktur von Karpathit besteht aus sechs anellierten Benzolringen.

Eigenschaften

Unter Bestrahlung mit langwelligem UV-Licht wird Karpathit zu einer kräftigen, strohgelben Fluoreszenz angeregt. Die Mohshärte beträgt wie die von Talk nur 1, was bedeutet, dass das Mineral bereits mit dem Fingernagel geritzt werden kann. Mit einer Dichte von 1,35 bis 1,4 g/cm³ ist es nur wenig schwerer als Wasser (1 g/cm³).

Bildung und Fundorte

Datei:Carpathite-49556.jpg
Karpathit (gelb) als Teileinschluss in mikrokristallinem Quarz aus der „Picacho Mine“ bei New Idria, San Benito County, Kalifornien, USA

Karpathit bildet sich durch hydrothermale Vorgänge niedriger Temperatur in Hohlräumen von Diorit-Porphyr-Gesteinen. Begleitet wird er von Baryt, Calcit, Cinnabarit, Idrialin, Quarz und anderen.

Als Fundorte sind bisher neben seiner Typlokalität Transkarpatien nur noch bei Prešov in der Slowakei und Kalifornien in den USA.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

  • Karpathit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung;
  • Carpathite search results. In: rruff.info. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF); (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise

<references> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Karpathit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 1. Februar 2023. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Typmaterialkatalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – C. (PDF 312 kB) Commission on Museums (IMA), 9. Februar 2021, abgerufen am 31. Oktober 2022. </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Carpathite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 1. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Karpatite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 31. Oktober 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>