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La Marsa

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La Marsa
Datei:Corniche La Marsa Plage.jpg
Boulevard am Meer oder Felsen am Strand von La Marsa
Boulevard am Meer oder Felsen am Strand von La Marsa
Verwaltung
Staat TunesienDatei:Flag of Tunisia.svg Tunesien
Gouvernement Tunis
Délégation(s) La Marsa
Bürgermeister Nadia Ben Hamouda
Postleitzahl 2070
Website www.commune-marsa.gov.tn
Demographie
Bevölkerung 36.234 Einw. (2004<ref name="ins">Institut National de la Statistique – Tunisie: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Population, ménages et logements par commune/arrondissement. (Memento vom 7. Dezember 2013 im Internet Archive)</ref>)
Geographie
La Marsa (Tunesien)
La Marsa (Tunesien)
Koordinaten 36° 53′ N, 10° 20′ OKoordinaten: 36° 53′ N, 10° 20′ O
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La Marsa (arabisch المرسى, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚der Hafen‘) ist eine Stadt im Nordosten Tunesiens, etwa 18 Kilometer nordöstlich von Tunis an der Mittelmeerküste gelegen. Die Stadt hat rund 36.000 Einwohner, in der umliegenden gleichnamigen Delegation wohnen etwa 78.000 Menschen.<ref>Institut National de la Statistique – Tunisie: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Population, ménages et logements, Gouvernorat Tunis. (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive)</ref>

Geographie und Gesellschaft

La Marsa liegt am Golf von Tunis.<ref name=":1" /> Nördlich befindet sich Gammarth, im Süden, Richtung Tunis, der bei internationalen Touristen beliebte Ort Sidi Bou Saïd.<ref name=":0" /> Von Vielen in der Region wird jedoch La Marsa als der schönste der nördlichen Vororte der Hauptstadt betrachtet. Er hat sein Image als wohlhabende Vorstadt bewahrt und bleibt ein beliebter Erholungsort bei der lokalen Bevölkerung.<ref name="vauthier">Joëlle Vauthier: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />« La Marsa. Le jardin des délices ». (Memento vom 28. Mai 2008 im Internet Archive) In: Saisons tunisiennes, 6. März 2008.</ref> Berühmt ist das historische Café Saf Saf.<ref name=":0" />

Der Massentourismus prägt die Stadt kaum, hingegen befinden sich hier zahlreiche Botschaften und Botschafterresidenzen. Der Sandstrand lockt vor allem tunesische Tagestouristen an, es gibt aber auch einige Hotels. Die offizielle Wohnresidenz des französischen Botschafters ist die Anlage mit dem Namen Dar al-Kamila.<ref name=":0">Florence Dyan (Hrsg.): Tunis : Week-End (= Le Guide Vert). Michelin Cartes et Guides, Paris 2010, ISBN 978-2-06-714962-5, S. 36, 48 f., 82.</ref> Auch Großbritannien unterhält in La Marsa ein Botschafterdomizil. In La Marsa befindet sich zudem zum Beispiel die Botschaft Spaniens. Zeitweise gab es eine jüdische Gemeinde.<ref name=":0" />

Geschichte

Der Name geht auf das phönizische Wort „Marsa“ für Hafen zurück. Nach der Ankunft des Islam wurde in La Marsa ein Ribat errichtet, Sidi Abdelaziz<ref name=":1" /> zum Schutzpatron des Ortes. Die Monarchen der Régence de Tunis bis zu den Husainiden hatten in La Marsa ihre Sommerresidenzen, was dem Ort den Namen „Garten des Königs von Tunis“<ref name=":1" /> einbrachte. Im 19. Jahrhundert entstand am Strand das Meerbad des Beys, das Koubet El Haoua,<ref name=":1">Ibrahim Chabbouh, Ameur Oueslati, Viviane Bettaïeb: La Tunisie et la mer – 2290 km de côtes. Photographies de Mohamed-Salah Bettaïeb. Hrsg.: Viviane Bettaïeb. Éditions du Patrimoine Maghreb-Méditerranée (EPMM), Tunis 2022, ISBN 978-9938-9593-6-9, S. 86, 90 f. (zweisprachig, französisch-englisch).</ref> ein auf einer Tragekonstruktion ins Meer gebautes Gebäude, das der königlichen Familie ungestörtes Baden fernab der Blicke des Volkes ermöglichte.

Nachdem das Land durch eine klägliche Sozial- und Wirtschaftspolitik in die Schuldenfalle geraten war und so 1881 im Vertrag von Bardo seine Unabhängigkeit einbüsste, anerkannte der neue proforma im Amt bestätigte Bey Ali Muddad, alias Ali III. Bey (Amtszeit 1882–1902), im Vertrag von Marsa<ref>Walter Schicho: Handbuch Afrika – Nord- und Ostafrika. . Band 3/3. Brandes & Apsel Verlag / Südwind, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-86099-122-1, S. 107.</ref> („Convention de La Marsa“<ref>Thomas Deltombe: L’Afrique d’abord! – Quand François Mitterrand voulait sauver l’Empire français. Éditions La Découverte, Paris 2024, ISBN 978-2-348-08444-7, S. 149 f.</ref>) 1882/1883 formell das Protektorat Frankreichs über Tunesien.

Im Französischen Militärfriedhof La Marsa-Gammarth sind über 4000 Gefallene beerdigt. Rund 1200 starben in der Schlacht um Tunesien im Zweiten Weltkrieg, die weiteren Toten sind europäische Pied-noirs unterschiedlicher Herkunft, die im Ersten Weltkrieg getötet wurden. Es sind aber auch Angehörige der kolonialen Hilfstruppen der Tirailleurs sénégalais und der Truppenverbände aus Tonkin und Annam auf dem Gelände beerdigt.<ref name=":0" />

Verkehr

Die Bahnlinie TGM (Tunis–Goulette–Marsa), die mit Halt in La Goulette via einen Damm über den See von Tunis verkehrt, verbindet den Ort mit der Hauptstadt.<ref name=":0" /> Sammeltaxis verkehren zwischen La Marsa und Tunis.

Sport

2023 fand das Tennisturnier La Marsa Open statt.

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

Commons: La Marsa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />