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Rudelbildung

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Datei:Spain and Portugal match at the FIFA World Cup 2010-06-29 9.jpg
Eine kleinere Rudelbildung beim Spiel Spanien – Portugal bei der WM 2010

Mit dem Begriff Rudelbildung ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) bezeichnet man in Mannschaftssportarten, insbesondere im Fußball, die Ansammlung mehrerer Spieler bei einer Spielunterbrechung.<ref>L. Hambach: Erarbeitung und Analyse der Fußballsprache als Fachsprache. GRIN Verlag, 2008, ISBN 3-638-93696-1, S. 17. </ref>

Der Begriff leitet sich von dem in der Verhaltensbiologie und der Jägersprache verwendeten Begriff Rudel ab, der für eine geschlossene und individualisierte Gruppe von Säugetieren verwendet wird.

Beschreibung

Eine Rudelbildung findet meist nach einem Foul und/oder strittigen Entscheidungen eines Schiedsrichters statt. Dabei versammeln sich um den Schiedsrichter mehrere Spieler (ein ‚Rudel‘) einer oder beider Mannschaften. Das Ziel der Rudelbildung ist meist, eigene Spieler verbal oder handgreiflich zu unterstützen oder Einfluss auf unliebsame Schiedsrichterentscheidungen zu nehmen.<ref>B. Varnhorn: Bertelsmann Kinder Fußballlexikon. wissenmedia Verlag, 2006, ISBN 3-577-09023-5, eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> Bei der Rudelbildung wird häufig protestiert, lamentiert oder geschubst.<ref>L. Gartenschläger: "Zwischen halb vier und halb sechs nicht zurechnungsfähig" In: Die Welt vom 18. März 2002</ref> Die Rudelbildung ist in vielen Fällen der Ausgangspunkt für die Eskalation einer Konfliktsituation und führt im schlimmsten Fall zu einer Massenschlägerei, an der sich auch Ersatzspieler, Betreuer oder sogar Zuschauer beteiligen können.

Im Fußball ist die Rudelbildung ein Regelverstoß, der üblicherweise mit einer Bestrafung geahndet wird. Zur Deeskalation beziehungsweise Gewaltprävention empfiehlt der Deutsche Fußball-Bund seinen Schiedsrichtern, bei einer Rudelbildung nicht in den Spielerpulk hineinzugehen, sondern den lauten Einsatz der Pfeife und das Zeigen der Gelben beziehungsweise Roten Karte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schiedsrichter – aktive Mitstreiter gegen Gewalt und Rassismus. (Memento vom 24. Januar 2011 im Internet Archive), (PDF; 1,7 MB) In: Schiedsrichter-Zeitung Herausgeber: Deutscher Fußball-Bund, 2, 2007, S. 12.</ref><ref>Bayerischer Fußball-Verband: Anweisungen für Schiedsrichter und Hinweise für Vereine - Saison 2010/2011 abgerufen am 13. Dezember 2010</ref> Dabei sollen vor allem die Spieler bestraft werden, „die eine große Distanz zurücklegen, um sich an der Konfrontation zu beteiligen.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fairness steht im Vordergrund. (Memento vom 24. Januar 2011 im Internet Archive), (PDF; 2,5 MB) In: Schiedsrichter-Zeitung Herausgeber: Deutscher Fußball-Bund, 3, 2008, S. 26.</ref> Die Rudelbildung wird im Bereich des DFB seit der Saison 2002/03 bestraft.<ref>„Moral gegenüber Schiedsrichtern ist abhanden gekommen“ In: Die Welt vom 19. Dezember 2002</ref> Bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 wurden die Schiedsrichter angewiesen, „alle maßgeblich beteiligten Spieler“ einer Rudelbildung mit einer Gelben Karte zu bestrafen.<ref>dfb.de: Sechs-Punkte-Plan für EM-Schiedsrichter vorgestellt. vom 17. April 2008</ref> 2009 führte die englische FA in ihren Ligen ein generelles Verbot von Rudelbildungen ein. Vereine, deren Spieler zu dritt oder in einer noch größeren Anzahl den Schiedsrichter bedrängen, werden demnach mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt.<ref>Sport1: FA verbietet Rudelbildung</ref>

Rudelbildungen sind auch in anderen Mannschaftssportarten wie beispielsweise Handball<ref>Rudelbildung und Jagdszenen in Dotzheim. In: Wiesbadener Kurier vom 18. Januar 2010</ref> und Basketball<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Basketball ohne 14 böse Buben. (Memento vom 19. Mai 2015 im Internet Archive) In: FAZ vom 6. Mai 2006</ref> zu beobachten. Eine besonders heftige Form der ritualisierten Rudelbildung ist aus dem Baseball und Eishockey bekannt und wird dort als Bench-clearing brawl (dt. etwa von den Sitzen reißende Prügelei) bezeichnet. Auslöser ist meist ein Streit zwischen zwei Spielern oder eine tatsächliche oder vermeintliche Unsportlichkeit wie etwa beim Baseball ein Hit by Pitch und/oder ein darauffolgendes Charging the Mound. Danach stürmen sämtliche Spieler, Betreuer und Trainer aus allen Richtungen des Spielfeldes, auch von der Ersatzbank, zum Ort der Auseinandersetzung und fallen übereinander her.

Literatur

Weblinks

Wiktionary: Rudelbildung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />