Schnappsack
Schnappsack ist eine mittelalterliche Bezeichnung für einen Beutel oder Sack, in dem man auf Reisen trockene Speisen mitführen konnte. Landsknechte führten Schnappsäcke zum Requirieren von Essbarem bei der Zivilbevölkerung mit sich.
Sprachliches
Im Niedersächsischen Snappsack, im Schwedischen Snappsäk, im Englischen Snapsack, im Französischen Canapsa. Vermutlich eine Bildung aus Knappsack, wie im Englischen Knapsack oder im Schwedischen Kappsäk und Baksäk von Bak, der Rücken = Rucksack.<ref>Vorlage:Adelung-1793</ref>
Der Begriff in der Literatur
Der Begriff taucht später auf in literarischen Werken von Christian Dietrich Grabbe, Christoph Martin Wieland (Übersetzung aus Lukian von Samosata), Heinrich Heine (Übersetzung aus Miguel de Cervantes), Johann Heinrich Pestalozzi (in Lienhard und Gertrud), Otfried Preußler (in Der Räuber Hotzenplotz) und anderen.<ref>Recherche in Google Books, ausgeführt am 14. Dezember 2010.</ref>
Emil Karl Blümml zitiert 1906 aus Frankreich ein Märchen mit dem Titel Der Schnappsack.<ref>Emil Karl Blümmel: Schnurren und Schwänke des französischen Bauernvolkes. Leipzig 1906.</ref>
1948 veröffentlichte ein Heinz Barth sein illustriertes Märchen Der Schnappsack.<ref>Karl Barth: Der Schnappsack. Ein Märchen. Volk und Zeit-Verlag, Karlsruhe 1948.</ref>
Schnappsack ist auch der Titel eines 1972 erschienenen Bilderbuches.<ref>Hans Stempel, Martin Ripkens (Text), Dietlind Blech (Illustrationen): Schnappsack. Ellermann-Verlag, München 1972, ISBN 3-7707-6093-X.</ref>
Ein Kindertheaterstück von Wolfgang Mennel heißt Vorsicht Schnappsack!.<ref>Anzeige des Verlags (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot; abgerufen am 14. Dezember 2010.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ausschreibung ( des Vorlage:IconExternal vom 28. August 2009 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. des luki*ju theater luzern; abgerufen am 14. Dezember 2010.</ref>
Ein aus Nordböhmen stammendes Volkslied trägt den Titel Hans mit dem ledernen Schnappsack.<ref>Hans mit dem ledernen Schnappsack. deutscheslied.com; abgerufen am 14. Dezember 2010.</ref>
Literatur
- Beschreibung des Schnappsackes. In: Johann Georg Krünitz: Oeconomische Encyclopädie.
- Vorlage:Adelung-1793
- Heinrich Pröhle: Der alte Fritz und der Schnappsack. Wikisource.
- Schnappsack. In: Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Band 4. Leipzig 1876; Vorlage:Zeno.org
Weblinks
Einzelnachweise
<references />