Maikop-Kultur
Die Maikop-Kultur (russisch Майко́п, IPA: mai.kɔp, wissenschaftliche Umschrift Majkop) ist eine frühbronzezeitliche Kultur, deren Hinterlassenschaften auf dem Gebiet des heutigen Südrusslands und im nordwestlichen Kaukasus gefunden wurden.
Sie wird je nach Autor unterschiedlich datiert: 4000 und 3200 v. Chr<ref></ref> sowie zwischen 3800/3600 und 3000 v. Chr.<ref>Maria Iwanowa: Kaukasus und Orient: Die Entstehung des „Maikop-Phänomens“ im 4. Jahrtausend v. Chr. In: Prähistorische Zeitschrift. Nr. 87/1, 2012, S. 10 (researchgate.net [PDF]).</ref> Namensgebender Fundort ist die Stadt Maikop, wo 1897 ein großer Kurgan ausgegraben wurde.<ref>Maria Iwanowa: Kaukasus und Orient: Die Entstehung des „Maikop-Phänomens“ im 4. Jahrtausend v. Chr. In: Prähistorische Zeitschrift. Nr. 87/1, 2012, S. 4 ([1] [PDF]).</ref>
Wirtschaft
Das Wollschaf ist durch Textilfunde nachgewiesen.<ref></ref><ref>L. Good: Archaeological textiles: a review of current research. In: Annual Review of Anthropology. Nr. 30, 2001, S. 209–226.</ref>
Viele Grabfunde belegen den Gebrauch des Wagens, möglicherweise unter dem Einfluss von Uruk.<ref>David W. Anthony: The Horse, the Wheel and Language: How Bronze-Age Riders from the Eurasian Steppes shaped the Modern World. Princeton University Press, Princeton 2007, S. 263, 317.</ref> Eine Bestätigung dieser Annahme durch Funde mesopotamischer Wagen steht bisher aus, während die ältesten echten Räder tatsächlich nur wenig nördlich des Majkopgebietes gefunden wurden.<ref>Hans J.J.G. Holm: The Earliest Wheel Finds, Their Archeology and Indo-European Terminology in Time and Space, and Early Migrations around the Caucasus. Archaeolingua Alapítvány, Budapest, 2019, ISBN 978-615-5766-30-5</ref>
Sozialstruktur
Extrem reiche Gräber weisen auf soziale Differenzierung hin. Meist wird angenommen, dass in der Maikop-Kultur Stämme mit Häuptlingen existierten. Anthony nimmt auch spezialisierte Händler an.<ref>David W. Anthony: The Horse, the Wheel and Language: How Bronze-Age Riders from the Eurasian Steppes shaped the Modern World. Princeton University Press, Princeton 2007, S. 263.</ref>
Ursprung und kulturelle Kontakte
Vor allem zwei populationsgenetische Studien (Wang 2018, Anthony 2019) folgern, dass die Majkop-Bevölkerung aus der südkaukasischen Imeretien-Kultur stamme und über die kupferzeitliche (chalkolithische) Darkveti-Meshoko-Bauernkultur den Nordkaukasus erreichte. Maikop sei daher der „ideale archäologische Kandidat für die Begründer der nordwestlichen kaukasischen Sprachfamilie“.
Bereits Anthony (2007) verband die Maikop-Kultur mit der Nordausbreitung der mittleren Uruk-Kultur, die etwa in Arslantepe VII und Hacinebi B dokumentiert ist.<ref>David W. Anthony: The Horse, the Wheel and Language: How Bronze-Age Riders from the Eurasian Steppes shaped the Modern World. Princeton University Press, Princeton 2007, S. 282–289.</ref> Als Belege sieht er scheibengedrehte Keramik und Metallgegenstände vom mesopotamischen Typ, insbesondere im Kurgan von Maikop, an.
In der häckselgemagerten Keramik ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) gleich der in 'Amq F in der nördlichen Levante und Ovçular Tepesi in Nachitschewan (Leyla-Tepe-Kultur) sieht C. Marro den Beweis für einen südkaukasischen Ursprung der Maikop-Kultur.<ref name="Marro">Catherine Marro: Where did Late Chalcolithic Chaff-Faced Ware originate? Cultural Dynamics in Anatolia and Transcaucasia at the Dawn of Urban Civilization (ca 4500-3500 BC). In: Paléorient. Nr. 36/2, 2010, S. 35–55 (persee [abgerufen am 15. November 2015]).</ref>
Forschungsgeschichte
Marija Gimbutas ordnete die Maikop-Kultur ihrer Kurgan-Kultur zu.
Einzelnachweise
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