Flugplatz Jeshwang
Der Flugplatz Jeshwang ist ein ehemaliger Flugplatz im westafrikanischen Staat Gambia.
Geschichte
Die Deutsche Lufthansa erwarb 1932 ein Stück Land<ref name="Gambia und Senegal1997">Philip Sweeny, Michel Renaudeau: Gambia und Senegal 1997, ISBN 3-8268-1392-8</ref> in der damaligen britischen Kolonie Gambia in der Kombo-St. Mary Area, nahe Bathurst (ab 1973: Banjul) in Jeshwang. Zu dieser Zeit bot die Lufthansa Passagen in die Vereinigten Staaten mit Luftschiffen und Dornier-Flugbooten an. Dieser neue Stützpunkt in Afrika wurde gebraucht, damit die Lufthansa schnelle Verbindungen nach Südamerika anbieten konnte.<ref name="Gambia und Senegal1997" />
Die Lufthansa baute das erworbene Land zu einem Flugplatz aus<ref name="Gambia und Senegal1997" /> und dieser wurde ab 1934<ref name="History Of The Gambia">J. M. Gray: A History Of The Gambia Frank Cass & Co. Ltd., 1940</ref> bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges vier Jahre lang betrieben.<ref name="Gambia und Senegal1997" /> Auf seinem Jungfernflug von Frankfurt nach Brasilien machte 1934 der Zeppelin LZ 127 in Jeshwang Station.<ref name="Gambia und Senegal1997" /> Der Flugplatz Jeshwang wurde von der Lufthansa von Luftschiffen und von Flugbooten des Typs Dornier Wal, auf der Transatlantikroute nach Rio de Janeiro (Brasilien) angeflogen.<ref name="Gambia und Senegal1997" /> Zusätzlich wurden zu den Flugbooten, die das Gewässer vor Bathurst nutzten, Katapultschiffe für die Route in Dienst gestellt. In der zweiten Hälfte des Jahres 1934 wurde von der Lufthansa mit der gambischen Regierung eine Vereinbarung geschlossen, die ihr erlaubte, Luftpost zwischen Bathurst und dem Vereinigten Königreich zu transportieren.<ref name="History Of The Gambia" />
Ab Ende der 1930er Jahre nutzte die British South American Airways den befestigten Landeplatz bei Jeshwang für ihre Flugverbindung nach Brasilien.<ref name="Gambia und Senegal1997" />
Während des Zweiten Weltkrieges wurde im Juni 1941 die No. 200 Squadron RAF in Jeshwang stationiert und 1943 zum ausgebauten Flugplatz Yundum (später: Banjul International Airport) verlegt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />200 Squadron RAF ( des Vorlage:IconExternal vom 22. April 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Zugriff Juli 2011</ref> Bis wann der Flugplatz Jeshwang genutzt wurde, ist nicht genau belegt aber noch vor 1955 wurde der Flugplatz aufgegeben.<ref name="Karte lib.utexas.edu">Karte um 1955</ref> Das Gelände in Jeshwang wurde später aufgegeben und überbaut.
Lage
Das Gelände lag westlich der heutigen Sait Matty Road und war – wie die Straßenzüge – 315° ausgerichtet und reichte im Süden bis zur heutigen Banjul-Serekunda Highway.<ref name="Karte lib.utexas.edu" /> Es hatte dabei eine Länge von rund zwei Kilometer.
Zwischenfälle
- Am 12. März 1937 stürzte eine Heinkel He 111 der Deutschen Lufthansa mit dem Namen “Rostock” (Luftfahrzeugkennzeichen D-ALIX), beladen mit Luftpost, bei Bathurst ab. Die vier Besatzungsmitglieder wurden nicht aufgefunden.<ref>Disaster in Gambia 12 March 1937, Zugriff Juli 2011</ref>
- Am 30. August 1946 schwenkte eine Avro 691 Lancastrian C.3 der British South American Airways (G-AGWJ) bei der Landung auf dem Flugplatz Jeshwang von der Landebahn herunter und wurde irreparabel beschädigt. Alle 6 Insassen, Besatzungsmitglieder und Passagiere, überlebten den Unfall.<ref>Flugunfalldaten und -bericht Lancastrian G-AGWJ im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 13° 27′ 42″ N, 16° 40′ 15″ W
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