Kuhnagel
Mit Kuhnagel (schweizerdeutsch: Chuenagel, auch Chunagel, Unagel, Unigler, Hornagel, Hurnagel, Hurnigel) wird in der Schweiz und in Westösterreich eine schmerzhafte leichte Erfrierung an Fingern und Zehen bezeichnet.<ref>Wie kann man «Kuhnagel» verhindern? K-Tipp, 18. Januar 2006.</ref> Im Tiroler Oberland ist er als Hoaneigl/Hoanegl/Hoanigl, Hurnågl, Hurneigle bekannt.<ref>Tiroler Dialekt Archiv.</ref>
Der Kuhnagel (als Verb kuhnageln bzw. chuenagle, unigle, hurnigle und ähnlich) äussert sich als stechender Schmerz, der dadurch hervorgerufen wird, dass durch die Kälte kontrahierte Blutgefässe ungenügend mit Blut versorgt werden und zu schnell wieder aufgewärmt werden.
Etymologisch gesehen hat Kuhnagel nichts mit Kuh oder Nagel zu tun. Das Grundwort geht auf Agle in der Bedeutung Stachel zurück. Das Bestimmungswort Chue- ist unklar. Laut einer Meinung soll es eine Abwandlung von Horn (vgl. die ebenfalls belegte Variante Hornagel) sein und sich dabei auf den Fingernagel beziehen,<ref>Hurnigel mit Anmerkung. In: Schweizerisches Idiotikon. Band I. Sp. 152.</ref> die Bedeutung wäre damit «Nagelstechen, Nagelschmerz». Nach einer anderen Meinung sei es verwandt mit kühn und bezeichne damit eine Verstärkung im Sinne von sehr;<ref>Chuenagel – Schmerz in den Fingerspitzen bei grosser Kälte. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Januar 2026. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot In: Mundart-Lexikon, Schweizer Radio DRS.</ref> die Bedeutung wäre in dem Fall «starkes Stechen».
Literatur
- Was genau ist ein Kuhnagel? (PDF, 847 kB) In: Coopzeitung, Ausgabe Nr. 4, 26. Januar 2010.
Weblinks
- Christoph Landolt: Chuenagel (Unagel, Unigler, Hornagel, Hurnigel), «Wortgeschichte» vom 6. Februar 2013, hrsg. von der Redaktion des Schweizerischen Idiotikons.
- Schweizerisches Idiotikon. Band I Sp. 151–153, Lemmata uniglen, Unigler, hurniglen und Hurnigel. Band II Sp. 1628, Lemma horniglen und Band IV Sp. 687, Lemmata Unnagel. Hornagel und Chuenagel.
Einzelnachweise
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