Zum Inhalt springen

Noasaurus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. April 2025 um 17:40 Uhr durch imported>Monsieur X.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Noasaurus
Datei:Noasaurus.png

Künstlerische Lebenddarstellung von Noasaurus

Zeitliches Auftreten
Oberkreide (frühes Maastrichtium)<ref name="paul_10"/>
Erdzeitalter-Vorlage: Unbekannter Parameterwert!Vorlage:Erdzeitalter/Wartung/Parameterfehler bis Erdzeitalter−Vorlage: Unbekannter Parameterwert!Vorlage:Erdzeitalter/Wartung/Parameterfehler Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Echsenbeckensaurier (Saurischia)
Theropoda
Ceratosauria
Abelisauroidea
Noasauridae
Noasaurus
Wissenschaftlicher Name
Noasaurus
Bonaparte & Powell, 1980
Art
  • Noasaurus leali

Noasaurus ist eine Gattung theropoder Dinosaurier aus der Gruppe der Noasauridae. Bisher ist lediglich ein einziges, fragmentarisches Skelett bekannt, das aus der Oberkreide (frühes Maastrichtium) von Argentinien stammt. Einzige Art ist Noasaurus leali.<ref name="novas_09_268-270"/>

Der Name Noasaurus bedeutet so viel wie „Echse aus Nordwestargentinien“ (N.O.A. steht als Abkürzung für span. noroeste Argentinia – „nordwestliches Argentinien“; gr. sauros – „Echse“).<ref name="creisler"/>

Merkmale

Noasaurus war mit einer geschätzten Länge von etwa 1,5 Meter ein relativ kleiner, zweibeinig laufender Fleischfresser. Das gefundene Exemplar schließt eine stark gekrümmte Kralle mit ein. Während anfangs angenommen wurde, dass diese Kralle an der zweiten Zehe des Fußes saß – analog zu den „Sichelkrallen“ der Deinonychosauria – kommen jüngere Studien zu dem Ergebnis, dass es sich tatsächlich um eine Handkralle handelte<ref name="agnolin_10"/><ref name="carrano_08_196-197"/>. Die Schnauze war von der Seite betrachtet stumpf, worauf ein hohes und kurzes Zwischenkieferbein (Prämaxillare) deutet – ein für Vertreter der Abelisauridae typisches Merkmal. Im gefundenen Oberkiefer sind lediglich 11 Zahnpositionen vorhanden, davon einige mit erhaltenen Zähnen, die leicht gekrümmt und beidseitig gezähnt waren. Die gefundenen Teile der Halswirbel deuten auf zahlreiche Hohlräume (Pneumatisierung) und weisen eine besondere Morphologie der auf der Oberseite befindlichen Fortsätze auf, die sich in dieser Form ansonsten nur bei abgeleiteten (fortgeschrittenen) Vertretern der Abelisauridae wie Carnotaurus findet: So waren die Dornfortsätze niedrig, während die sich hinter den Dornfortsätzen befindlichen Epipophysen stark verlängert waren.<ref name="novas_09_268-270"/><ref name="carrano_08_196-197"/>

Forschungsgeschichte, Systematik und Fund

Noasaurus wurde bereits 1980 von José Fernando Bonaparte und Jaime Eduardo Powell beschrieben. Diese Autoren klassifizierten Noasaurus in einer eigenen Familie, der Noasauridae, um den deutlichen anatomischen Unterschieden zu anderen damals bekannten Theropoden Rechnung zu tragen. Erst 2001 wurde mit Masiakasaurus ein besser bekannter Vertreter dieser Familie beschrieben. Die Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Noasauridae sind ungeklärt.<ref name="carrano_08_196-197"/>

Der einzige Fund (Holotyp, Exemplarnummer PVL 4061) stammt aus El Brete im Süden der argentinischen Provinz Salta. Er schließt Knochen aus verschiedenen Abschnitten des Skeletts mit ein: So sind Schädelknochen (Oberkiefer mit Zähnen und ein Quadratbein), Wirbel (Fragmente von jeweils einem Hals- und einem Rückenwirbel sowie zwei Halsrippen), ein Mittelfußknochen, sowie Fingerglieder und Handkrallen überliefert.<ref name="carrano_08_196-197"/>

Der Fund stammt aus der Lecho-Formation, die für ihre reichhaltige Wirbeltierfauna bekannt ist. Funde von Dinosauriern und Vögeln aus dieser Formation schließen den Titanosaurier Saltasaurus sowie die frühen Vögel Enantiornis, Soroavisaurus, Yungavolucris und Lectavis mit ein.<ref name="novas_09_149"/>

Literatur

  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Matthew T. Carrano, Scott D. Sampson: The Phylogeny of Ceratosauria (Dinosauria: Theropoda). In: Journal of Systematic Palaeontology. Bd. 6, Nr. 2, 2008, ISSN 1477-2019, S. 183–236, doi:10.1017/S1477201907002246.
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Fernando E. Novas: The age of dinosaurs in South America. Indiana University Press, Bloomington IN 2009, ISBN 978-0-253-35289-7.
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Federico L. Agnolin, Pablo Chiarelli: The position of the claws in Noasauridae (Dinosauria: Abelisauroidea) and its implications for abelisauroid manus evolution. In: Paläontologische Zeitschrift. Bd. 84, Nr. 2, 2010, ISSN 0031-0220, S. 293–300, doi:10.1007/s12542-009-0044-2.

Einzelnachweise

<references> <ref name="paul_10">Gregory S. Paul: The Princeton Field Guide To Dinosaurs. Princeton University Press, Princeton NJ u. a. 2010, ISBN 978-0-691-13720-9, S. 82, Online.</ref> <ref name="novas_09_268-270">Novas 2009, S. 268–270</ref> <ref name="novas_09_149">Novas 2009, S. 149</ref> <ref name="agnolin_10">Agnolin und Chiarelli 2010</ref> <ref name="carrano_08_196-197">Carrano und Sampson, S. 196–197</ref> <ref name="creisler">Ben Creisler: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dinosauria Translation and Pronunciation Guide (Memento vom 13. Oktober 2011 im Internet Archive)</ref> </references>