Zum Inhalt springen

Kreipitzsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 27. November 2025 um 10:39 Uhr durch imported>Eriosw (Politische Zugehörigkeiten: archivlink gemeindeverzeichnis.de).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Kreipitzsch
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(44)&title=Kreipitzsch 51° 6′ N, 11° 43′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(44) 51° 6′ 18″ N, 11° 42′ 48″ O
 {{#coordinates:51,105031|11,713228|primary
dim=10000 globe= name=Kreipitzsch region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Einwohner: 44 (Jan. 2020)<ref>Einwohnerzahlen und ihre Entwicklung. Abgerufen am 8. September 2022.</ref>
Eingemeindung: 2010
Eingemeindet nach: Crölpa-Löbschütz
Postleitzahl: 06628
Vorwahl: 034466

Kreipitzsch war einst ein Gutshof vom Ortsteil Crölpa-Löbschütz der Stadt Naumburg (Saale) im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Datei:Rittergut Kreipitzsch 2012-08-04.jpg
Kreipitzsch, vom Bergfried der Rudelsburg aus gesehen
Datei:Rittergut Kreipitzsch 2011 - 2.jpg
Rittergut Kreipitzsch

Lage

Kreipitzsch befindet sich auf einer Hochfläche südöstlich der Saale und der Rudelsburg. Das Anwesen des ehemaligen Gutes der Rudelsburg liegt etwa drei Kilometer von der Stadt Bad Kösen und acht Kilometer von der Stadt Naumburg entfernt. Dort oben beginnt das überlösste Hügelland um Zeitz und Schmölln sowie Altenburg, einem Ausläufer der Leipziger Tieflandbucht. Die Kreisstraße 2637 und ein Ortsverbindungsweg aus Richtung Rudelsburg und Saaleck verbinden verkehrsmäßig mit den Zentren.

Geschichte

Am 2. April 1186 wurde das Gut Kreipitzsch erstmals urkundlich genannt.<ref>Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 357.</ref> Es gehörte einst dem Reich und dann einigen Adelsleuten. Es waren zunächst die von Münchhausen. Kreipitzsch, als ein ursprünglich zur Burg Saaleck gehöriges Gut, bildete ein hochstiftlich-naumburgisches Lehen, welches auch in den folgenden Jahrhunderten zum Naumburger Stiftsgebiet gezählt wurde.<ref>Karl Peter Lepsius: Kleine Schriften, Beiträge zur thüringisch- sächsischen Geschichte und deutschen Kunst und Altertzhumskunde. Band 2, Hrsg. A. Schulz, Verlag Creutz (R. Kretschmann), Magdeburg 1854, S. 3 f.</ref> Im Jahre 1538 belieh der Naumburger Bischof Philipp die Herren von Bünau und Ritter der Rudelsburg mit den ihnen angefallenen stiftischen Lehen, u. a. dem Vorwerk Kreipitzsch und neun Hufen im Amt Camburg.<ref>Karl Peter Lepsius: Kleine Schriften, Beiträge zur thüringisch- sächsischen Geschichte und deutschen Kunst und Altertzhumskunde. Band 2, Hrsg. A. Schulz, Verlag Creutz (R. Kretschmann), Magdeburg 1854, S. 34 f.</ref> Rudolph von Bünau auf Teuchern und Günther von Bünau auf Gröbitz verkauften 1581 die Rudelsburg und die dazugehörigen Vorwerke Kreipitzsch und Krölp oder Krulpe wegen Schulden an Hans George von Osterhausen, dessen Familie ihren Wohnsitz nach der Zerstörung der Rudelsburg um 1641 nach Kreipitzsch verlegte. Hans George von Osterhausen gilt als der Gründer des modernen Ritterguts Kreipitzsch, denn er erreichte, dass ihm die Gerichtsbarkeit und das erbliche Mannlehen über den Ort übertragen wurden.<ref>Internet Archive (Hrsg.): Beschreibung von Kreipitzsch</ref> Von 1671 bis zu ihrem Aussterben 1771 galten die Edlen von Creutz(en) als Besitzer der Rudelsburg mit Kreipitzsch.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wappen derer von Creytz im Hof der Rudelsburg (Memento vom 10. November 2007 im Internet Archive)</ref>

Dann erwarb das Adelsgeschlecht von Schönberg die Begüterung im Ort und bildete bald eine eigene genealogische Familienhauslinie Kreipitzsch. Major Christian Ferdinand von Schönberg (1720–1756) hatte zuvor Sophia Amalia von Kreutzen (Creutz) geheiratet. Dadurch wurde die Erbfolge festgelegt. Sie beginnt mit dem Sohn, dem Gutsherrn Ferdinand Ludwig Christian von Schönberg, seine Frau stammte aus der Familie von Tümpling.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1904. Fünfter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1903, S. 743.</ref> Der Sohn<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1904. Fünfter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1903, S. 744.</ref> Franz von Schönberg kaufte die Lehen weiter an und vereinigte sie zum Allodgut. 1827 kam Bernhard von Schönberg hier als einer seiner nachgeborenen Söhne der Gutsfamilie zur Welt. In der Nacht vom 26. zum 27. September 1865 brannten fast alle Gebäude aus ungeklärten Gründen nieder. Die Schönberg betrieben den Wiederaufbau im Jahre 1866, unter dem eigentlichen Erben Haubold von Schönberg, hzgl. sächs. Hauptmann a. D. Aus einer Kreipitzscher Nebenlinie stammte der spätere Generalmajor Walter von Schönberg, Sohn des Juristen Wolf von Schönberg und seiner Frau Sophie, geborene Rabe. Bis 1914 führte Erich von Schönberg die Besitzungen, hinterleiß aber keinen männlichen Nachfahren und so fiel das Rittergut an den nächstälteren Bruder Kurt von Schönberg, zuletzt Oberst a. D. Der spätere Marineoffizier Karl von Schönberg, 1872 auf dem Gut Kreipitzsch geboren,<ref>Gerhard Wiechmann (Hrsg.): Vom Auslandsdienst in Mexiko zur Seeschlacht von Coronel. Kapitän zur See Karl von Schönberg. Reisetagebuch 1913-1914. Bochum 2004, S. 175.</ref> war sein jüngster Bruder. Kurt von Schönberg leitete den Besitz bis zu seinem Tod 1938.<ref>Lars-Arne Dannenberg, Matthias Donath (Hrsg.): Rotgrüne Löwen. Die Familie von Schönberg in Sachsen In: Adel in Sachsen, Band. 4, Redaktions- und Verlags-Gesellschaft Elbland, Meißen 2014, DNB 1058663550, u. a. S. 32, 71, 197. (Auszug).</ref> Dann erbte dessen Witwe Alice von Schönberg, geb. Brandstetter gen. Degener, die aus London stammte und Tochter eines Verlagsbuchhändlers war, das Anwesen. Sie lebte nach der Enteignung zuletzt in Bad Kösen.<ref>Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser A (Uradel). 1953. Band I, Band 5 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsche Adelsverbände und das Deutsche Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1953, ISSN 0435-2408, S. 347–348.</ref> Rittergut Kreipitzsch mit Rudelsburg hatte etwa einen Umfang von 205 ha und war teils verpachtet, u. a. an Harald Ziegeler.<ref>Oskar Köhler, Gustav Wesche, H. Krahmer: Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch der Provinz Sachsen. 1922. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter von ungefähr 20 ha herab mit Angabe der Gutseigenschaft, des Grundsteuerertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen, Hrsg. Mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer zu Halle a. S., In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band V, (Paul Niekammer), 3. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 168–169.</ref>

Im Zuge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone wurden die Gebäude des Guts abgerissen. Ein kleiner erhaltener Teil wurde baufällig. Nach 1995 wurde die Idee zum Bau eines Hotels verwirklicht. 1996 vollendete man den Bau eines Restaurants. 2011 wurde ein neues Gebäude mit Ferienwohnungen errichtet. Am 1. Januar 2010 wurde das Anwesen mit Crölpa-Löbschütz (und Bad Kösen, Janisroda und Prießnitz) in Naumburg eingemeindet.<ref>Hotel-Restaurant Rittergut Kreipitzsch und Burg-Restaurant Rudelsburg, Stand 27. Juni 2025.</ref>

Nach Datenvorlagen der Deutschen Nationalsbibliothek sind weitere Persönlichkeiten in Kreipitzsch geboren, u. a. Dorothea Sophia von Osterhausen,<ref>D. A. von Osterhausen. DNB 121677982</ref> Louise Auguste von Pflugk,<ref>L. A. von Pflugk. DNB 1125397101</ref> sowie auch Emma von Hinckeldey.<ref>E. von Hinckeldey. DNB 134499198X</ref>

Politische Zugehörigkeiten

Im Gegensatz zur Rudelsburg und dem Ort Lengefeld, welche ab Mitte des 16. Jahrhunderts zum kursächsischen Amt Eckartsberga gehörten,<ref>Die Rudelsburg mit Lengefeld, In: Johann Ernst Fabri: Geographie aller Stände. Teil 1, Band 3, Verlag Schwickert, Leipzig 1791, S. 389.</ref> zählte der Gutsbezirk Kreipitzsch als Lehen des Hochstifts Naumburg-Zeitz bis 1815 zum Streubesitz des 1544 gebildeten Amts Naumburg.<ref>Amt Nuamburg, In: Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 86 f.</ref> Dieses wiederum kam 1564 unter die Herrschaft des Kurfürstentums Sachsen, zwischen 1656/57 und 1718 unter die Hoheit des Herzogtums Sachsen-Zeitz, danach wiederum zum Kurfürstentum Sachsen und ab 1806 zum Königreich Sachsen. Mit dem Wiener Kongress 1815 wurde Kreipitzsch dem Landkreis Naumburg in der preußischen Provinz Sachsen angegliedert.<ref>Der Landkreis Naumburg im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. April 2024; abgerufen am 31. Oktober 2025.</ref>

Literatur

  • Kreipitzsch, In: Historische Commission für die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt (Hrsg.): Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachen. XXVI. Heft Kreis Naumburg Land. Verlag Otto Hendel, Halle a.d.S. 1905, S. 197 ff.
  • Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 86 f.
  • Kreipitzsch, In: Lars-Arne Dannenberg, Matthias Donath (Hrsg.): Rotgrüne Löwen. Die Familie von Schönberg in Sachsen In: Adel in Sachsen, Band. 4, Redaktions- und Verlags-Gesellschaft Elbland, Meißen 2014, DNB 1058663550, u. a. S. 32, 71, 192, 196, 254, 533, 534 (Auszug).

Weblinks

Commons: Rittergut Kreipitzsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Crölpa | Freiroda | Kreipitzsch | Löbschütz | Heiligenkreuz Vorlage:Klappleiste/Ende