Zum Inhalt springen

Fridolin Dietsche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. April 2026 um 13:32 Uhr durch imported>PerfektesChaos (tk k).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Fridolin Dietsche (* 31. Oktober 1861 in Schönau im Schwarzwald; † 25. Juni 1908 in Hamburg) war ein deutscher Bildhauer und Hochschullehrer.

Leben

Seine künstlerische Laufbahn begann Dietsche als Sohn eines Tischlermeisters<ref>00419 Fridolin Dietsche. Matrikel AdBK München; abgerufen am 20. November 2010.</ref> mit einer dreijährigen Ausbildung an der Schnitzereischule in Furtwangen. Von 1880 bis 1884 besuchte der die Kunstgewerbeschule Karlsruhe, danach die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin, bevor er ab 1885 zwei Jahre an der Berliner Kunstakademie bei Fritz Schaper studierte. Es folgten zwei Jahre an der Münchner Kunstakademie bei Wilhelm Rümann. 1888 kehrte er an die Kunstgewerbeschule Karlsruhe zurück, wo er als Assistent und Dozent tätig war. Von 1889 bis 1894 studierte er an der Karlsruher Kunstakademie als Meisterschüler bei Hermann Volz und reiste anschließend zu Studienzwecken nach Paris und Italien. 1898 wurde Dietsche an der Kunstgewerbeschule Nachfolger von Adolf Heer als Professor für Bildhauerei.

Im Wettbewerb für die Figuren an der Fassade des neuen Freiburger Rathauses konnte er sich 1898 gegen den Freiburger Bildhauer Gustav Adolf Knittel durchsetzen.<ref name="Ute Scherb-88">Ute Scherb: Wir bekommen die Denkmäler, die wir verdienen. Freiburger Monumente im 19. und 20. Jahrhundert. (= Veröffentlichungen aus dem Archiv der Stadt Freiburg im Breisgau, Band 36.) Freiburg 2005, ISBN 3-923272-31-6, S. 88 f.</ref> Zusammen mit seinem Schüler Wilhelm Merten (1879–1952) schuf Dietsche dafür ein Abbild von Egino, dem ersten Grafen von Freiburg.<ref name="uk">@1@2Vorlage:Toter Link/www.uniklinik-freiburg.deWilhelm Merten. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot uniklinik-freiburg.de; abgerufen am 20. November 2010.</ref> Eine weitere Nische auf dem Balkon vor dem Ratssaal zierte seine Statue des Herzogs Konrad von Zähringen, die zunächst auf der Weltausstellung Paris 1900 ausgestellt war. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen.<ref name="zaehringer">Karl Schmid, Hans Schadek: Die Zähringer. Band 2: Anstoss und Wirkung. Thorbecke, Sigmaringen 1986, ISBN 3-7995-7041-1, S. 368 f.</ref> Die beiden anderen Figuren zeigten Herzog Leopold III. von Österreich und Karl Friedrich, den ersten Großherzog von Baden.<ref name="Ute Scherb-89">Ute Scherb: Wir bekommen die Denkmäler die wir verdienen. Freiburger Monumente im 19. und 20. Jahrhundert. In: Ulrich P. Ecker, Christiane Pfanz-Sponagel, Hans-Peter Widmann (Hrsg.): Veröffentlichungen aus dem Archiv der Stadt Freiburg im Breisgau., 2005, S. 89.</ref> Vier Statuen an der Freiburger Kaiserbrücke wurden 1942 ebenfalls demontiert und zur Einschmelzung nach Hamburg transportiert. Zwei davon (Maximilian I. und Rudolf I.) waren Werke von Dietsche, bei letzterer wurde er erneut von Merten unterstützt. (Die beiden anderen schuf zwischen 1899 und 1900 Julius Seitz.<ref name="uk" />) Zum Kriegsende waren die Bronzefiguren noch intakt, trotzdem verzichtete der Freiburger Gemeinderat 1950 wegen der hohen Transportkosten auf eine Rückführung der Statuen.<ref>Hans Sigmund: Freiburg: Einst von bronzenen Kaisern flankiert. In: Badische Zeitung, 15. September 2008; abgerufen am 31. Juli 2009.</ref>

Zwischen 1900 und 1901 nahm Dietsche am zweiten Wettbewerb um die Errichtung eines Bismarckdenkmals in Karlsruhe teil. Nachdem aus einem ersten Wettbewerb kein Sieger hervorgegangen war, wurde er als Sieger der zweiten Konkurrenz beworben, da man seinen Entwurf noch als den „relativ besten“ bezeichnete. Das Denkmalkomitee entschied jedoch später, einen der drei von Karl Friedrich Moest eingereichten Entwürfe ausführen zu lassen. Begründet wurde dies unter anderem damit, dass Dietsche in seinem Leben – im Gegensatz zu Moest, der über 20 Jahre älter war – noch viele große öffentliche Werke schaffen könne. Moest starb letztlich 1923, Dietsche bereits 1908.<ref>Schmitt, S. 420.</ref>

Kurz vor seinem Tod wurde er von Großherzog Friedrich I. mit dem Entwurf eines Denkmals für den Karlsruher Stadtgründer Markgraf Karl Wilhelm beauftragt, das die Karlsruher Pyramide auf dem Marktplatz ersetzen sollte. Nachdem sich Karlsruher Bürger über die geplante Beseitigung der Pyramide empört hatten, schuf Dietsche einen Entwurf, der die Pyramide mit einem Denkmal kombinierte. Dieser wurde jedoch abgelehnt. So fertigte er das Modell eines eigenständigen Brunnen- und Reiterdenkmals, das während einer Ausstellung wesentlich mehr Zuspruch fand. Bevor er dieses Modell jedoch umsetzen konnte, starb Dietsche kurz darauf in Hamburg, als er sich auf dem Weg zu einer ärztlichen Untersuchung in einem Seebad befand.<ref>Albert Herzog: Ihr glücklichen Augen. Ein Karlsruher Journalist erzählt aus seinem Leben. Literarische Gesellschaft, Karlsruhe 2008, ISBN 978-3-88190-500-8, S. 167 f. (Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> Dietsche war unverheiratet.<ref>Sterbeurkunde. anchestry.de</ref>

Werke

Datei:2002-04-01 Bismarckdenkmal, Seebuck IMG 0369.jpg
Bildnismedaillon am Bismarck-Denkmal auf dem Seebuck
Datei:KarlsruheChristusKlais.JPG
Altarwand der Karlsruher Christuskirche
Datei:St. Bernhard Karlsruhe - Statue Bernhard II. von Baden IMGP2988 cropped.jpg
Standbild Bernhards II., St. Bernhard, Karlsruhe
<templatestyles src="Bilderwunsch/styles.css" />
Der Benutzer Flominator wünscht sich an dieser Stelle ein Bild vom Ort mit diesen Koordinaten
 {{#coordinates:49,017462|8,435429|
   |dim=
   |globe=
   |name=Bilderwunsch im Artikel Fridolin Dietsche, vergoldetes Grabmal von Wilhelm Nokk, Hauptfriedhof Karlsruhe (Fridolin Dietsche)
   |region=DE-BW
   |type=landmark
}}.

Motiv: vergoldetes Grabmal von Wilhelm Nokk, Hauptfriedhof Karlsruhe (Fridolin Dietsche)

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW
<templatestyles src="Bilderwunsch/styles.css" />
Der Benutzer Flominator wünscht sich an dieser Stelle ein Bild vom Ort mit diesen Koordinaten
 {{#coordinates:49,00947|8,41167|
   |dim=
   |globe=
   |name=Bilderwunsch im Artikel Fridolin Dietsche, Bildnisreliefs Karl Friedrich Nebenius und Wilhelm Nokk in der Aula, Karlsruher Institut für Technologie (Fridolin Dietsche)
   |region=DE-BW
   |type=landmark
}}.

Motiv: Bildnisreliefs Karl Friedrich Nebenius und Wilhelm Nokk in der Aula, Karlsruher Institut für Technologie (Fridolin Dietsche)

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW

Literatur

Weblinks

Commons: Fridolin Dietsche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein