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Bahnhof Katowice

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Katowice
Datei:Katowice stacja bud. dworcowy.JPG
Der Neubau von 2012
Daten
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 8
IBNR 5100020
Eröffnung 1846 (heutiges Gebäude 2012)
Architektonische Daten
Architekt sud architectes
Lage
Stadt/Gemeinde Katowice
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Schlesien
Staat Polen
Koordinaten 50° 15′ 30″ N, 19° 1′ 0″ OKoordinaten: 50° 15′ 30″ N, 19° 1′ 0″ O
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Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Katowice
Liste der Bahnhöfe in Polen

Der Bahnhof Katowice in der polnischen Stadt Katowice (Kattowitz) ist auch der größte und wichtigste Bahnhof des Oberschlesischen Industriegebietes und einer der größten Eisenbahnknotenpunkte Polens.

Datei:DworyecKatowiceEN57.jpg
Triebwagen der Baureihe EN57 auf Gleis 1

Gebäude

Alter Bahnhof 1859–1972

Datei:Katowice - Stary Dworzec.JPG
Der alte Bahnhof

Der alte Bahnhof wurde 1859 gebaut und mehrfach erweitert. Er liegt etwa 500 Meter östlich des heutigen Bahnhofs. Sein Empfangsgebäude wurde im Jahr 1906 neugebaut. Dabei entstand ein ausgedehnter Gebäudekomplex mit zwei Bahnhofshallen und einem großen ursprünglich neoklassizistischen Mittelteil, der später im Stil der Moderne umgebaut wurde.<ref name="Geschichte"/> Das Gebäude steht seit 1975 unter Denkmalschutz. Mitte der 2015 war das Gebäude in schlechtem Zustand,<ref>Kolej na Podróż: Stary dworzec w Katowicach (Alter Bahnhof in Kattowitz; Bericht vom 30. November 2015; abgerufen am selbigen Tage)</ref> eine private Firma übernahm später das Gebäude und sanierte es.<ref name="Geschichte">Geschichte des Gebäudes auf der Website des Investors, abgerufen am 19. April 2026.</ref> Heute befinden sich im Gebäudekomplex mehrere gastromische Einrichtungen und Büros.

Gebäude 1972–2011

Der Entschluss, einen neuen Bahnhof in Katowice zu bauen, wurde Ende der 1950er Jahre gefasst, da der alte Bahnhof den Ansprüchen der wachsenden Industriestadt nicht mehr genügte. Den 1959 ausgeschriebenen Wettbewerb gewannen die drei Tygrysy („Tiger“) genannten Warschauer Architekten Wacław Kłyszewski, Jerzy Mokrzyński und Eugeniusz Wierzbicki. Als erster Bauabschnitt wurde 1964 südlich der Gleise eine Eingangshalle für eine Fußgängerunterführung erbaut. Für den Bau des Empfangsgebäudes auf der anderen Seite der Gleise wurden weite Teile eines Gründerzeit-Blockes abgerissen. Der Bahnhof wurde 1972 fertiggestellt. Die 140 Meter lange und 53 Meter breite Halle bestand aus zwei Reihen von je acht Stahlbeton-Stützen in Pilz- bzw. Kelchform: eine dünnwandige, von den Bauten des spanischen Architekten Félix Candela beeinflusste Dachkonstruktion, die weltweit nur wenige Male realisiert wurde. Beide Dachteile waren durch ein langes Fensterband verbunden. Vor dem Bahnhof wurde der Busbahnhof angelegt, von dem aus eine lange Freitreppe – über die Fahrbahnen – direkt in den das zwischen den Stützen eingezogene Zwischengeschoss des Bahnhofes führt.

Im Jahr 2008 wurden der spanische Investor Neinver sowie das Architekturbüro Sud Architectes mit dem umfangreichen Umbau des Bahnhofs und dem Neubau eines Einkaufszentrums Galeria Katowicka beauftragt. Die alte Bahnhofshalle sollte renoviert und erhalten werden. Aufgrund eines Gutachtens des Investors, wonach die Betonkelche nicht mehr tragfähig seien, wurde zunächst beschlossen, den Bahnhof abzureißen und die Betonkelche zu restaurieren. Dieser Beschluss und allgemein der Entwurf von Sud Architectes stieß auf heftigen Widerstand, bei dem unter anderem Gegengutachten von der Politechnika Śląska erstellt wurden, und Architekten aus dem In- und Ausland sowie Kattowitzer Bürger in verschiedenen Aktionen gegen den Abriss der Bahnhofshalle protestierten.<ref>Vgl. Pressespiegel der Gazeta Wyborcza</ref> Die Bahnhofshalle wurde jedoch im Januar 2011 mitsamt den Kelchen vollständig abgerissen.<ref>Vgl. Wyburzanie ostatnich kielichów dworca PKP w Katowicach, Dziennik Zachodni</ref>

Das Gebäude galt als eines der besten Beispiele im Stil des Brutalismus in Polen. Das Bahnhofsgebäude hatte einen umbauten Raum von 76.314 m³ und konnte bis zu 25.000 Personen aufnehmen.

Gebäude seit 2012

Am 29. Oktober 2012 wurde die neue Empfangshalle in Betrieb genommen.<ref>Gazeta Katowice vom 29. Oktober 2012 (polnisch, abgerufen am 29. Oktober 2012)</ref>

Literatur

  • Filip Springer: Kopfgeburten. Architekturreportagen aus der Volksrepublik Polen. Dom Publishers, Berlin 2015, S. 120–131

Weblinks

Commons: Bahnhof Kattowitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>