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Genferei

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Als «Genferei» werden in der Schweiz bereits seit dem 19. Jahrhundert leicht scherzhaft die heftigen politischen Skandale und Streitereien bezeichnet, die im Kanton Genf mit einer gewissen Regelmässigkeit auftreten.<ref name=RSR>Genève, ses “Genferei” et ses liens avec la Confédération. Radio Suisse Romande, 19. Juni 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Juni 2015; abgerufen am 7. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „"C’est au XIXe siècle qu’apparait également la notion de “Genferei”, désignant les situations politiques inextricables dont seule Genève semble avoir le secret."“</ref>

Bedeutung

Das Wort wird im Französischen als deutsches Lehnwort verwendet («une genferei de trop»),<ref name="Genf torkelt">Matthias Chapman: «Genf torkelt von einem Blödsinn zum nächsten», Der Bund vom 23. Januar 2012</ref> aber auch in der französischen Übersetzung «Genevoiserie».

Eine der ersten heute noch belegbaren als «Genferei» bezeichneten Affären waren die blutigen Unruhen des Jahres 1864 um die Kandidatur James Fazys um einen Sitz in der Kantonsregierung, welche eine Intervention eidgenössischer Truppen zur Folge hatten.<ref name="RSR" />

In einem weiteren Sinne wird auch die den Genfern als Eigenart nachgesagte besondere Streitlust und Prozessfreude abwertend als «Genferei» bezeichnet.<ref>Tribune de Genève, Le blog de Kad, 26. Juni 2009, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bienvenue au pays de la Genferei ! (Memento vom 17. Juli 2009 im Internet Archive): "La Genferei, ça n'est rien d'autre que cette aptitude hors du commun qu'ont les Genevois à bloquer n'importe quel projet en utilisant tous les moyens de recours que la loi met à la disposition de la minorité !"</ref><ref>British Council, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lingua Helvetica (Memento vom 8. September 2011 im Internet Archive)</ref>

Prix de la Genferei

Ein Komitee von Genfer Journalisten vergab von 2011 bis 2019 in einer feierlichen Zeremonie den Prix de la Genferei oder die Genferei d'or für die beste Genferei des Jahres.<ref>Genferei. Abgerufen am 8. März 2021.</ref>

Jahr Preisträger Genferei
2019 Staatsrat Pierre Maudet Affäre um seine Reise nach Abu Dhabi
2018 Polizeichefin Monica Bonfanti Diverse Polizeiaffären
2017 Staatsrat Luc Barthassat Dreimal in der Volksabstimmung verworfene Preiserhöhung des öffentlichen Verkehrs
2016 Sami Kanaan und Maria Pérez Gescheiterte Erweiterung des Musée d'art et d'histoire
2015 Kantonsrat Eric Stauffer (MCG) Sein politisches Gesamtwerk
2014 Services Industriels de Genève (SIG) Gescheiterte Investitionen in die Windenergie
2013 Rechnungshof des Kantons Genf Eskalierende interne Streitigkeiten
2012 Staatsrätin Michèle Künzler Chaotische Reorganisation des Netzes der Transports publics genevois
2011 Staatsrat des Kantons Genf Vergessene Vertretung des Kantons an der Trauerfeier für Bischof Bernard Genoud

Einzelnachweise

<references />