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Eurycoma longifolia

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Eurycoma longifolia
Datei:Singapore Science Centre 17, Jul 06.JPG

Eurycoma longifolia

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Bittereschengewächse (Simaroubaceae)
Gattung: Eurycoma
Art: Eurycoma longifolia
Wissenschaftlicher Name
Eurycoma longifolia
Jack
Datei:Eurycoma longifolia.JPG
Lange, gefiederte Laubblätter

Eurycoma longifolia ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Bittereschengewächse (Simaroubaceae) gehört. Sie ist in Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Myanmar, Vietnam, Kambodscha und Laos heimisch.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref>

Es sind viele Trivialnamen für Eurycoma longifolia in unterschiedlichen Sprachen bekannt, am bekanntesten ist Tongkat ali.<ref>portal.ics.trieste.it: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eurycoma longifolia Jack (Memento vom 27. September 2010 im Internet Archive) (englisch)</ref>

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Eurycoma longifolia wächst als immergrüner Strauch oder kleiner Baum in Ur- und Sekundärwäldern bis auf Wuchshöhen von meist 12 bis selten 15 Meter. Sie wachsen ohne oder mit wenigen aufrechten Verzweigungen.

Die gestielten Laubblätter sind meist schirm-, schopfartig auf den Spitzen der Zweige konzentriert. Die 45 bis 100 Zentimeter langen Laubblätter sind unpaarig gefiedert. Die 20 bis 30 Paar sich jeweils gegenständig gegenüber stehenden, rundspitzigen bis spitzen, ganzrandigen, sitzenden bis fast sitzenden, kahlen Fiederblättchen sind ledrig und lanzettlich, elliptisch oder eiförmig bis -lanzettlich oder verkehrt-eiförmig bis -eilanzettlich. Die Blättchen sind bis zu 20 Zentimeter lang und bis 6 Zentimeter breit.

Datei:Eurycoma longifolia 2.jpg
Verzweigter Blütenstand mit vielen Blüten
Datei:Pasakbumi driedroot Pj.JPG
Wurzeln

Generative Merkmale

Eurycoma longifolia ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). In großen, 50 bis 60 Zentimeter langen, lockeren und reich verzweigten, achselständigen rispigen, thyrsigen sowie teils drüsig behaarten Blütenständen erscheinen die vielen Blüten. Die fünfzähligen und gestielten, kleinen, funktionell eingeschlechtlichen Blüten mit doppelter Blütenhülle sind meist drüsig behaart. Die Kelchzipfel sind minimal. Die fünf klappigen Kronblätter sind purpurfarben-karmesinrot. Die weiblichen Blüten besitzen einen oberständigen, fünfteiligen, -lappigen Fruchtknoten, mit freien Fruchtblättern, mit einem kurzen Griffel der in einer fünflappigen Narbe endet sowie größere und kleinere Staminodien. Die männlichen Blüten enthalten fünf fertile Staubblätter und kleine Staminodien sowie einen sterilen Stempel. Die Staubblätter besitzen innen an der Basis jeweils minimale Anhängsel. Es ist jeweils ein dünner Diskus vorhanden.

Die Hauptblütezeit reicht von Juni bis Juli.

Die mit 1 bis 2 Zentimeter Länge und 0,5 bis 1 Zentimeter Durchmesser eiförmige bis ellipsoide, glatte, dünnschalige Steinfrucht (Nuss) ist anfangs grün und später, wenn sie gereift ist, dunkelrot. Die Früchte reifen hauptsächlich im September, sie stehen zu mehreren in einer Sammelfrucht zusammen.

Verwendung

Eurycoma longifolia ist wegen ihrer verschiedenen Wirkstoffe und sekundären Pflanzenstoffe in Südostasien ein beliebtes Heilmittel. Vor allem in Malaysia wird es als Aphrodisiakum eingesetzt. Seit dem 21. Jahrhundert erfreut es sich zudem unter Sportlern großer Beliebtheit. Dem Wurzelextrakt wird nachgesagt, einen positiven Einfluss auf die körpereigene Testosteronproduktion zu haben.

Am 22. Dezember 2021 veröffentlichte die EFSA eine Sicherheitsbewertung zu einem Wurzelextrakt aus Eurycoma longifolia. Darin konnten Sicherheitsbedenken bezüglich einer potentiell DNA-schädigenden Wirkung, insbesondere bei Schleimhäuten, die den ersten Kontakt mit dem Extrakt darstellen, nicht ausgeräumt werden. Der Extrakt wurde als nicht sicher bewertet.<ref>Dominique Turck, Torsten Bohn, Jacqueline Castenmiller, Stefaan De Henauw, Karen Ildico Hirsch-Ernst: Safety of Eurycoma longifolia (Tongkat Ali) root extract as a novel food pursuant to Regulation (EU) 2015/2283. In: EFSA Journal. Band 19, Nr. 12, 2021, ISSN 1831-4732, S. e06937, doi:10.2903/j.efsa.2021.6937, PMID 34987621, PMC 8693240 (freier Volltext) – (wiley.com [abgerufen am 9. Februar 2022]).</ref><ref>Gesundheitsgefahr durch illegale Stoffe bei Verbraucherzentrale, 22. April 2024.</ref>

Herstellung

Der Eurycoma longifolia Extrakt wird aus den Wurzeln der Pflanze hergestellt. Diese werden geerntet, zerkleinert, getrocknet und im Anschluss gemahlen. Durch Zugabe von entionisiertem Wasser entsteht eine Paste, welche in der Regel im Sprühtrocknungsverfahren zu einem feinen Pulver verarbeitet wird. Dieses ist vor allem in den USA und Europa beliebt, da es haltbar und leicht ist.

Rechtliches

Eurycoma longifolia fällt unter die Novel Food Verordnung und wurde bisher nicht für den Verkehr freigegeben.<ref>EU Novel food catalogue. Europäische Kommission, abgerufen am 17. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Eurycoma longifolia in das Suchfeld eingeben).</ref> Solange keine Zulassung erfolgt ist, ist das Inverkehrbringen in der Europäischen Union verboten.<ref>Art. 6 Abs. 2 VERORDNUNG (EU) 2015/228 i.V.m. Art. 1 der Durchführungsverordnung.</ref>

Literatur

  • Flora Malesiana. Ser. I, Vol. 6, 1962, S. 203–206, online auf biodiversitylibrary.org.
  • K. Kubitzki: The Families and Genera of Vascular Plants. Vol. X: Flowering Plants Eudicots, Springer, 2011, ISBN 978-3-642-14396-0, S. 418 f.
  • Lai Keng Chan, Tiing Sai Su, Chris K. H. Teo: A Preliminary Study on the Germination of Eurycoma longifolia Jack (Tongkat Ali) Seeds. In: Pertanika Journal of Tropical Agricultural Science. 25(1), 2002, S. 27–34, (PDF).
  • H. H. Ang, H. S. Cheang: Effects of Eurycoma longifolia jack on laevator ani muscle in both uncastrated and testosterone-stimulated castrated intact male rats. In: Archives of Pharmacal Research. Volume 24, 2001, S. 437–440, doi:10.1007/BF02975191.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />