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Santur

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Datei:Essen.Original 2015 Kioomars Musayyebi Quartett 02.jpg
Kioomars Musayyebi, iranischer Santurspieler, auf dem Festival Essen.Original. 2015

Die (seltener: der oder auch das ) Santur (arabisch سنطور, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), persisch سنتور, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist verwandt mit dem Psalterium und hat die Form eines gleichschenkligen Trapezes. Das Instrument wird in der irakischen klassischen Musik (arabisch المقام العراقي, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚der irakische Maqām‘) und in der klassischen persischen Musik (persisch موسيقى اصيل ايرانى, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚klassische iranische Musik‘), aber auch in der Kunstmusik Kaschmirs (Eigenbezeichnung: صوفيانه كلام, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚Rede in der Art der Sufis‘) und von dort ausgehend in der indischen Kunstmusik gespielt. Der Name leitet sich vom altgriechischen psalterion (Psalterium) her und gelangte über das aramäische psantrīn ins arabische sanṭīr/sanṭūr und persische santūr.<ref>in Originalschrift: سنطير –> سنطور –> سنتور</ref> Es gehört einer Instrumentenfamilie an, die von Westeuropa (Hackbrett) über den Vorderen Orient bis China (Yang Qin) verbreitet ist.

Beschreibung

Die Stimmwirbel der Santur sind an den Seiten des trapezförmigen, mit 72 Metallsaiten bespannten Resonanzkastens angebracht.<ref>Dies gilt für die heute übliche „santur mit neun Stegen“ (persisch سنتور نه خركى, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), was bedeutet, dass die „Melodie“- und „Bass“-Saitenchöre jeweils über neun Einzelstege geführt werden.</ref> Für jeden Ton gibt es im Allgemeinen vier<ref>Es gibt traditionell auch einzelne Instrumente mit nur drei Saiten pro Saitenchor.</ref> Saiten aus Stahl („Melodiesaiten“, persisch سيم هاى سفيد, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚weiße Saiten‘)<ref>Für die ein- und zweigestrichenen Oktaven.</ref> oder Messing („Basssaiten“, persisch سيم هاى زرد, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), ‚gelbe Saiten‘), die über eingeritzte Rillen auf den Seitenkanten des Instruments von den Wirbeln über die einzelnen Stege zu den Saitenhaltern verlaufen.<ref>Die Einzelstege teilen die Melodiesaiten – bis auf bestimmte modusbedingte Ausnahmen – im Oktavverhältnis 2:1, wohingegen die Stege der Basssaiten reine Stützfunktion besitzen.</ref> Dadurch ist es möglich, Einzeltöne für den zu spielenden Modus umzustimmen. Die santur, welche heute einen Tonraum von drei Oktaven umfasst, wird mit leichten Holzschlägeln (genannt meżrāb, meist aus Buchsbaumholz oder Eichenholz), die zur Erzeugung eines weicheren Tons mit Samt oder Filz bezogen sein können,<ref>Nasser Kanani: Die persische Kunstmusik. Geschichte, Instrumente, Struktur, Ausführung, Charakteristika (Mussighi'e assil'e irani). Förderkreis der Freunde Iranischer Kunst und Traditioneller Musik, Berlin 1978, S. 22 f.</ref> gespielt.

Die Santur wird im Ensemble oder solistisch gespielt. Im Irak wie im Iran ist sie ein wichtiges Instrument in der klassischen Kunstmusik. Es handelt sich um eine kammermusikalische, sehr intime Tradition.

In Indien wurde sie erst im 20. Jahrhundert in die Kunstmusik Nordindiens eingeführt und stammt ursprünglich aus der persisch beeinflussten Musik Kaschmirs.<ref name="gifford">Paul M. Gifford: The Hammered Dulcimer – A History. Scarecrow Press, Lanham, Maryland 2001, ISBN 0-8108-3943-1, S. 53 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 11. Mai 2019]).</ref> Diese Variante der Santur hat 15 Stege und Chöre auf jeder Seite. Die Saiten werden, im Gegensatz zu anderen Hackbretttypen, nur auf einer Seite des Stegs gespielt. Das Instrument umfasst also 30 Töne. Diese werden meist diatonisch im gewählten Raga gestimmt.

Santour-7-Dastgah

Datei:Santur Nahaufnahme 2.jpg
Santour-7-Dastgah, entwickelt von Kourosh Zolani und Mohssen Behrad

Kourosh Zolani ist Santurspieler und Komponist. Er erfand neue Bauformen, die neue Stimmungen ermöglichen. Durch seine Entwicklung wurde das Instrument von einem diatonischen zu einem chromatischen. Durch diese Weiterentwicklung konnte Zolani die Santur in ein Sinfonieorchester integrieren und mit der europäischen Musikkultur verbinden.<ref name=":0">Santour – Santour 7 Dastgah. Abgerufen am 11. Juli 2018.</ref>

Eine weitere Entwicklung des Instruments erfolgte durch Mohssen Behrad. Er revolutionierte den Stimmmechanismus der Santur. In der traditionellen Bauform wird sie mit Wirbeln gestimmt, verstimmt sich leicht und muss häufig nachgestimmt werden. Die Umstimmung in eine andere Tonart benötigt circa 15 Minuten, so dass Musiker bei einem Auftritt üblicherweise nur Stücke in einem Dastgah aufführen. Bei der neuen Bauform werden die Saiten mit einer speziellen Schraubverbindung aufgehängt und mit einem Schraubmechanismus gestimmt. Die so erzielte Stimmung ist sehr stabil und es muss nur noch wenig nachgestimmt werden. Zusätzlich hat das Instrument rechts und links vom Resonanzkasten kleine Hebel, die die Saiten stufenlos um einen Viertelton oder Halbton in der Tonhöhe verändern können. Auf diese Weise kann das Instrument in wenigen Sekunden auf eine andere Tonart bzw. einen anderen Dastgah(-Modus) umgestellt werden. Diese Bauform trägt nun den Namen Santour-7-Dastgah und ist in verschiedenen Ländern mit Patenten geschützt.<ref name=":0" />

Weitere bedeutende Santur-Spieler

  • Mohammed Sādeq Khān, bekannt als Soror-ol Molk (persisch سرور الملك, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), Leiter des Hoforchesters von Nāser ad-Din Schāh (regierte 1848–1896).<ref>Jean During, Zia Mirabdolbaghi, 1991, S. 160.</ref> Zu seinen Schülern gehörte Somā´ Hozur, von dem eine der ersten Tonaufnahmen der Santur in Iran erhalten ist.<ref>Paul M. Gifford, 2001, S. 51.</ref>
  • Habib Somā´i (1905–1946, persisch حبيب سماعى, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), Sohn von Somā´ Hozur,<ref>Jean During, Zia Mirabdolbaghi (1991), S. 222–227.</ref> machte das bis dahin wenig bekannte Instrument im nationalen Rundfunk populär.
  • Abol Hasan Saba (1902–1957, persisch ابو الحسن صبا, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), Komponist und Begründer der modernen Santur-Schule
  • Dariush Safvat, auch Dariouche Safvate (1928–2013, persisch داريوش صفوت, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
  • Masoud Missaghian (1928–2003, persisch مسعود میثاقیان, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), Schüler von Abol Hasan Saba
  • Faramarz Payvar (1933–2009, persisch فرامرز پايور, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), Schüler von Abol Hasan Saba, Komponist
  • Mansur Sāremi (1934–1999, persisch منصور صارمى, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
  • Madschid Nedschāhi (1934–2016, persisch مجيد نجاحى, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
  • Majid Kiani (* 1941, persisch مجيد كيانى, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), unter anderem Schüler von Nur-Ali Borumand
  • Parviz Meshkatian (1955–2009, persisch پرويز مشكاتيان, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
  • Alireza Mortazavi (* 1976, persisch عليرضا مرتضوى, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
  • Kioomars Musayyebi (* 1977, persisch کیومرث مسیبی, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), Schüler von Faramarz Payvar
  • Pouya Saraei (* 1983, persisch پويا سرائى, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), auch پويا سرايى, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))
  • Shiv Kumar Sharma (1938–2022), bedeutendster indischer Santur-Spieler

Siehe auch

Literatur

Allgemein

  • Paul M. Gifford: The Hammered Dulcimer – A History. Scarecrow Press, Lanham, Maryland 2001, ISBN 0-8108-3943-1, Kapitel 4: The Santur. S. 45–63, eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.

Santur und persische Musik

  • Jean During, Scheherazade Qassim Hassan, Alastair Dick: Santur. In: Grove Music Online. 2001.
  • Jean During, Zia Mirabdolbaghi, Dariush Safvat: The Art of Persian Music. Mage Publishers, Washington DC 1991, ISBN 0-934211-22-1, S. 43, 138–142 und 222–227.
  • Nasser Kanani: Traditionelle persische Kunstmusik: Geschichte, Musikinstrumente, Struktur, Ausführung, Charakteristika. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Gardoon Verlag, Berlin 2012, S. 173–176.
  • Mehdi Setayeschgar: Wizhegi-e Santur dar Mussiqi-e Sonnati-e Iran. („Die Bedeutung der Santur in der traditionellen persischen Kunstmusik“), Teheran 1985.
  • Eckart Wilkens: Künstler und Amateure im persischen Santurspiel. Studien zum Gestaltungsvermögen in der iranischen Musik (= Kölner Beiträge zur Musikforschung. Band 45). Gustav Bosse, Regensburg 1967.

Weblinks

Commons: Santur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

<references />

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