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Reh Kendermann

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Reh Kendermann GmbH Weinkellerei
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1997 (Carl Reh 1920, Hermann Kendermann 1947)
Sitz Bingen am Rhein, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung Carl Reh, Alexander Rittlinger
Mitarbeiterzahl 288<ref name="GB" />
Umsatz 95,3 Mio. Euro<ref name="GB">Konzernabschluss zum 30. Juni 2021 der Reh Kendermann GmbH Weinkellerei, veröffentlicht auf bundesanzeiger.de abgerufen am 17. November 2022.</ref>
Branche Getränke (Wein)
Website www.reh-kendermann.de
Stand: 30. Juni 2021

Die Reh Kendermann GmbH Weinkellerei ist eine inhabergeführte deutsche Weinkellerei mit Sitz in Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie entstand 1997 aus dem Zusammenschluss der Kellereien Carl Reh (gegründet 1920) in Leiwen und Hermann Kendermann in Bingen. Trauben und Most bezieht Reh Kendermann von Vertragswinzern in den Anbaugebieten Pfalz und Rheinhessen. Eigene Weinberge besitzt der Familienbetrieb an der Mosel, im Südwesten Rumäniens bei Oprisor (Carl Reh Winery) und im südafrikanischen Wellington (Napier Vineyards). Heute exportiert Reh Kendermann Wein in über 35 Länder.<ref>Lebensmittel Zeitung, 27. Oktober 2017, S. 14.</ref><ref>Barbara Rademacher: Exportmarkt setzt Reh Kendermann unter Druck. In: Aktuelle Nachrichten aus der Getränkeindustrie. 4. Februar 2025, abgerufen am 7. April 2026.</ref> Im Jahr 2010 wurde dem Unternehmen ein Marktanteil von rund 12 % am Gesamtweinmarkt in Deutschland zugeschrieben.<ref>Datamonitor 2010: Wine in Germany. Industry Profile, New York 2010, S. 14. Zitiert nach: Stefan Krämer: Determinanten der Wahl von Unternehmensgrenzen - eine empirische Studie in der deutschen Weinbaubranche. Dissertation, Technische Universität Ilmenau, 2011, S. 72 (PDF).</ref>

Geschichte

Im Jahr 1920 gründete Carl Reh (* 1898; † 1962) ein Handelsunternehmen für Trauben, Most und Wein<ref name="reh">Herbert Reh verstorben meininger.de</ref> in Leiwen an der Mosel. Dort baute er sieben Jahre später seine Kellerei Carl Reh GmbH & Co. KG auf. Aufgrund von steigendem Platzbedarf mietete der Winzer in den Folgejahren weitere Kellereien an und kaufte Weinberge an der Mosel zu. Im Jahr 1949 erhielt die Kellerei ihre erste Auszeichnung: den Staatsehrenpreis für besondere Leistungen im Weinbau in Rheinland-Pfalz, überreicht von Peter Altmeier, Minister für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten. Im selben Jahr erhielt Carl Rehs Sohn Günther Reh die Einzelprokura und teilte sich mit seinem Vater die Geschäftsleitung. 1956 wurde eine vollautomatische Abfüllanlage angeschafft und in Leiwen eingeweiht. Die Investition ermöglichte der Kellerei eine Lagerung von sechs Millionen Litern Wein und eine Abfüllung von 10.000 Flaschen pro Stunde. Nach dem Tod von Unternehmensgründer Carl Reh im Jahr 1962 übernahm Günther Reh die alleinige Geschäftsführung. 1987 löste ihn Carl Reh Junior, Enkel des Gründers, in der Geschäftsführung ab. Im Jahr 1992 übernahm die Carl Reh GmbH & Co. KG die Hermann Kendermann Gesellschaft mit beschränkter Haftung Weinkellerei aus Bingen am Rhein sowie die deutsche Weinmarke Black Tower, die als die weltweit meistverkaufte deutsche Weinmarke gilt.<ref>George M. Taber: A Toast to Bargain Wines Black tower</ref><ref>Reh Kendermann beendet Geschäftsjahr 2013/2014 erfolgreich about-drinks.com</ref> 1997 wurden beide Kellereien zusammengeführt und die Hermann Kendermann GmbH Weinkellerei in Reh Kendermann GmbH Weinkellerei<ref name="reh" /> umfirmiert.

Das Unternehmen wird in dritter Generation familiengeführt. 1999 übernahmen Andrea und Carl Reh Junior das Unternehmen zu einhundert Prozent. 2015 trat Alexander Rittlinger, zuvor Leiter Marketing und Vertrieb Deutschland, neben Carl Reh in die Geschäftsführung ein.<ref>markenartikel-magazin.de, abgerufen am 2. Oktober 2020.</ref>

Produktportfolio

Neben Handelsmarken und Lohnfüllungen gehören Markenweine wie zum Beispiel Black Tower<ref>Reh Kendermann erneut mit Umsatzplus about-drinks.com</ref> und Premium-Own-Label-Produkte zum Portfolio der Kellerei. Reh Kendermann besitzt zwei eigene Weingüter außerhalb Deutschlands: in Rumänien und Südafrika. Die Weine der Marke Val Duna werden im eigenen Weingut im rumänischen Oprisor angebaut. Seit April 2017 ist Reh Kendermann zudem im Besitz des südafrikanischen Weinguts Napier Vineyards.<ref>Lebensmittel Praxis vom 8. November 2017, S. 58/59</ref> Dieses liegt in der Weinregion Wellington im Western Cape Südafrikas. Darüber hinaus erwarb das Familienunternehmen 2015 eine Mehrheitsbeteiligung am britischen Weinimporteur Yapp Brothers.<ref>about-drinks.com, abgerufen am 9. November 2017</ref><ref>Reh Kendermann investiert in England | Weinwirtschaft. Abgerufen am 7. April 2026.</ref> 2020 folgte eine Beteiligung am britischen Weindistributeur North South Wines. 2024 erweiterte die Kellerei das Sortiment um einen alkoholfreien Riesling für Metro und C+C-Großmärkte.<ref>Reh Kendermann alkoholfrei für Metro | Weinwirtschaft. Abgerufen am 7. April 2026.</ref><ref>Marco Brennich: Erfrischender Genuss: Reh Kendermann bringt alkoholfreien Riesling Kalkstein in deutsche Regale. In: Fachzeitschrift FLÜSSIGES OBST. 2. Juli 2024, abgerufen am 7. April 2026.</ref>

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2017: Best Producer, Still Wine‘ South Africa für Napier – Berliner Wein Trophy<ref>Getränke Fachgroßhandel, Heft 10/2017, S. 64.</ref>
  • 2009: Meininger Award in der Kategorie Weinunternehmer des Jahres national für Carl Reh<ref>Meininger Award 2009. meininger.de, 14. März 2009, abgerufen am 30. Oktober 2017.</ref>
  • 2004: Rieslingkellerei des Jahres – Zeitschrift Meiningers Weinwelt<ref>Weinmagazin Weinwelt, Heft 5/2004.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 49° 57′ 33,8″ N, 7° 56′ 50″ O

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