Sabine Jungwirth
Sabine Jungwirth (* 4. Jänner 1969 in Graz) ist eine österreichische Politikerin (Die Grünen) und Unternehmerin. Jungwirth ist seit dem 1. Jänner 2017 Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft.<ref name="Grüne Wirtschaft: Sabine Jungwirth zur neuen Bundessprecherin gewählt">Grüne Wirtschaft: Sabine Jungwirth zur neuen Bundessprecherin gewählt. In: APA OTS. Grüne Wirtschaft, 21. November 2016, abgerufen am 14. Januar 2020.</ref> Von Oktober 2010 bis März 2017 war sie Abgeordnete zum Landtag Steiermark, von September 2011 bis Mai 2015 war sie dort Klubobfrau des Grünen Landtagsklubs.<ref>Sabine Jungwirth übernimmt 2011 Grüne Fraktion im Landtag. In: Kleine Zeitung. 22. Oktober 2010, abgerufen am 14. Januar 2020.</ref>
Leben und Wirken
Jungwirth besuchte die HTBLVA Graz-Ortweinschule mit Schwerpunkt Hochbau. Nach dem Schulabschluss arbeitete sie einige Jahre in einem Grazer Architekturbüro. 2002 machte sie sich mit einem Zeichenbüro, 2005 mit dem Baumeistergewerbe selbstständig. Sie engagierte sich bei ihren Projekten für ressourcenschonendes, ökologisches Bauen.<ref name="Sabine Jungwirth | Die Grünen Steiermark">Sabine Jungwirth. In: Die Grünen Steiermark. Abgerufen am 14. Januar 2020.</ref>
Seit August 2016 ist sie als Unternehmensberaterin für Corporate Social Responsibility (CSR) und Nachhaltigkeitsmanagement tätig.<ref name="Sabine Jungwirth | Grüne Wirtschaft">Sabine Jungwirth. In: Grüne Wirtschaft. Abgerufen am 14. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zudem begleitet sie seit 2024 als ehrenamtliche Beirätin strategisch die Arbeit des Vereins FELIN_female leaders initiative, der sich für mehr Frauen in Führungspositionen einsetzt.<ref>Unser Team – FELIN Frauen in Führung. 7. April 2025, abgerufen am 24. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Jungwirth ist Mutter dreier Kinder. Sie ist die Ehefrau von Werner Kogler, Bundessprecher der Grünen und ehemaliger Vizekanzler.<ref>Geheimnis nach eineinhalb Jahren gelüftet: Werner Kogler hat geheiratet. 14. Juni 2024, abgerufen am 15. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Vizekanzler Werner Kogler hat heimlich geheiratet. Abgerufen am 15. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Politische Laufbahn
Jungwirth übernahm 2005 für die Grüne Wirtschaft ein Mandat in der Wirtschaftskammer Steiermark und war bei der Wirtschaftskammerwahl 2010 Landessprecherin und Spitzenkandidatin der Grünen Wirtschaft Steiermark.
Bei der Landtagswahl in der Steiermark 2010 kandidierte sie für Die Grünen auf dem zweiten Platz des Landtagswahlkreises Graz und Umgebung sowie auf dem vierten Platz der Landesliste. Nach dem Mandatsverzicht von Werner Kogler zog sie über ein Grundmandat im Landtagswahlkreis in den Landtag Steiermark ein, wo sie am 21. Oktober 2010 als Abgeordnete angelobt wurde. Im Landtag war sie zuständig für die Ressorts Wirtschaft, Budget, Arbeitsmarkt, Europa, Umwelt, Energie, Klimaschutz, Naturschutz, Menschenrechte, Integration, Bildung, Entwicklungszusammenarbeit, Frauen, Kultur, Wohnbau und Bauordnung.<ref name="Sabine Jungwirth | Die Grünen Steiermark" /> Von September 2011 bis Mai 2015 war Jungwirth weiters Klubobfrau des Grünen Landtagsklubs.<ref>Grüner Landtagsklub: Köck folgt Jungwirth. In: ORF.at. 17. März 2017, abgerufen am 14. Januar 2020.</ref>
Jungwirth ist seit November 2010 Mitglied des Bundesvorstands der Grünen Wirtschaft. Von September 2011 bis Juni 2015 war sie weiters Mitglied des Landesvorstands der Grünen Steiermark und Delegierte zum Erweiterten Bundesvorstand der Grünen. Seit Juni 2015 ist Jungwirth für die Grüne Wirtschaft Mandatarin des Wirtschaftsparlaments der Wirtschaftskammer.<ref name="Sabine Jungwirth | Grüne Wirtschaft" /> Im November 2016 wurde sie von der Generalversammlung der Grünen Wirtschaft zur Bundessprecherin gewählt, sie folgte mit Jahresbeginn 2017 Volker Plass in dieser Funktion nach.<ref name="Grüne Wirtschaft: Sabine Jungwirth zur neuen Bundessprecherin gewählt" /> Im März 2017 verzichtete sie auf ihr Landtagsmandat, das in weiterer Folge von Lara Köck ausgeübt wurde.<ref>Grüner Landtagsklub: Köck folgt Jungwirth. In: ORF.at. 17. März 2017, abgerufen am 14. Januar 2020.</ref>
In der Wirtschaftskammer ist Jungwirth aktuell (Stand 2020) Mitglied des Erweiterten Präsidiums, der Spartenkonferenz der Bundessparte Gewerbe und Handwerk sowie als Spartenvertreterin Mitglied des Bundes-Wirtschaftsparlaments.<ref>Ing. Sabine Jungwirth. In: WKO. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 14. Januar 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Für die Wirtschaftskammerwahlen 2020 ist sie bundesweite Spitzenkandidatin der Grünen Wirtschaft.
Jungwirth engagiert sich besonders für die Ökologisierung der Wirtschaft, die Interessen von Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und Kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und die spezifischen Bedürfnisse von Unternehmerinnen.
Engagement gegen das Kraftwerk Schwarze Sulm
Größere Bekanntheit erlangte Jungwirth ab Mai 2012 durch ihr Engagement gegen ein geplantes Kraftwerk an der Schwarzen Sulm. Jungwirth bezeichnete das Projekt als „Umweltverbrechen“, rief zum Widerstand dagegen auf und soll die Zufahrt zur Baustelle blockiert haben, wofür sie durch den Projektbetreiber zivilrechtlich verklagt wurde. Jungwirth bekam in zweiter Instanz durch das Oberlandesgericht Graz in fast allen Punkten Recht.<ref>Schwarze Sulm: Rechtsstreit zwischen Bauherr und Grünen entschieden. In: derStandard.at. 19. November 2015, abgerufen am 14. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2017 wurde Jungwirth für ihr Engagement vom Naturschutzbund Steiermark der „Umweltoswald“ verliehen.<ref>Daniela Zeschko: Verleihung Umweltoswald. In: Land Steiermark,. Abgerufen am 14. Januar 2020.</ref>
Engagement für selbstständige Bezieher von Kinderbetreuungsgeld
Im Dezember 2018 erstattete Jungwirth Anzeige gegen den damaligen Bundeskanzler der Republik Österreich, Sebastian Kurz, wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch. Sie begründete ihren Verdacht mit „rechtswidrigen Rückforderungsbescheiden“ gegen selbstständige Bezieher von Kinderbetreuungsgeld, die von der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) ausgeschickt wurden. In ihrer Kritik bezog sie sich auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs und ein Schreiben von SVA-Obmann Harald Mahrer, die Anzeige erging allerdings gegen den Bundeskanzler, da dieser laut Kinderbetreuungsgeldgesetz<ref>Kinderbetreuungsgeldgesetz. In: RIS. Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, abgerufen am 14. Januar 2020.</ref> (§ 25 (2)) das Weisungsrecht hat.<ref>Grüne Wirtschaft zeigt Kurz wegen Kinderbetreuungsgeld-Causa an. In: DiePresse.com. 19. Dezember 2018, abgerufen am 14. Januar 2020.</ref> Nach weiteren Initiativen im Wirtschaftsparlament, Anfragen an Wirtschaftskammer-Präsident und SVA-Obmann Harald Mahrer und Musterklagen für Betroffene lenkte zunächst im März 2019 die SVA ein und bat um die Vertagung von Verhandlungsterminen in den betroffenen Fällen.<ref>Erfolg bei Kindergeld: SVA lenkt ein! In: Grüne Wirtschaft. 5. März 2019, abgerufen am 14. Januar 2020.</ref> Im Mai 2019 kündigte die Bundesregierung Kurz I an, die gesetzliche Regelung zu reparieren. Der Österreichische Nationalrat sanierte das betreffende Gesetz in seiner Sitzung vom 2. Juli 2019, was Jungwirth als Erfolg für die Grüne Wirtschaft verbuchte.<ref>Grüne Wirtschaft: Durchgesetzt! – Kinderbetreuungsgeld für Selbständige wird saniert. In: APA OTS. Grüne Wirtschaft, 2. Juli 2019, abgerufen am 14. Januar 2020.</ref>
Fordert Abschaffung der Kammerumlage 2
Orf.at berichtet am 19. Februar 2026 von Jungwirths Forderung, die Wirtschaftskammer soll auf die Kammerumlage 2 verzichten, die aus der Lohnsumme der Betriebe berechnet wird und der Kammer 300 Mio. € einbringt. Grundumlage (GU), Kammerumlage 1 (KU1, umsatzabhängig) und KU2 sind die 3 Säulen der Finanzierung der WKO und betragen in Summe etwa 1 Mrd. € pro Jahr. Jungwirth empfiehlt eine schrittweise Reduzierung etwa in Form eines 5-Jahres-Plans – vor dem Hintergrund von aktuell 2 Mrd. € Rücklagen der Kammer.<ref>KU2 abschaffen ... In: orf.at. 19. Juli 2019, abgerufen am 19. Januar 2020.</ref>
Weblinks
- Sabine Jungwirth auf der Website der Grünen Wirtschaft
- Sabine Jungwirth auf der Website der Grünen Steiermark
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jungwirth, Sabine |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Politikerin (Grüne), Landtagsabgeordnete in der Steiermark |
| GEBURTSDATUM | 4. Januar 1969 |
| GEBURTSORT | Graz |