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Kroatiendeutsche

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Kroatiendeutsche ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) sind eine ethnische Minderheit von 2965 Personen in Kroatien (Stand: 2011), die sich als Deutsche betrachten. Die Kroatiendeutschen sind in der „Vereinigung der Deutschen und Österreicher von Kroatien“ organisiert<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Österreicher in Kroatien. (Memento vom 21. Dezember 2008 im Internet Archive) In: Kroatischer Rundfunk, 9. Mai 2008 (kroatisch).</ref> und staatlich anerkannt. Dementsprechend haben sie gemeinsam mit den Roma und neun weiteren Minderheiten einen ständigen Sitz im Parlament Kroatiens. Die meisten Kroatiendeutschen verstehen sich als Donauschwaben (Podunavske Švabe), deren Hauptsiedlungsgebiet sich in der Gegend um Osijek ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) im östlichen Slawonien befindet. So hat die „Deutsche Gemeinschaft – Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien“<ref>Zeitweise „Volksdeutsche Gemeinschaft – Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien“.</ref> in Osijek ihren Sitz.<ref>Volksdeutsche Gemeinschaft – Landsmannschaft der Donauschwaben in Kroatien. In: vdg.hr. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. April 2009; abgerufen im Jahr 2007.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vdg.hr</ref><ref name="fuenhr" /> In der Stadt gibt es ein deutsches Kulturzentrum, eine kleine Anzahl von deutschen Schulen und seit 1995 einen deutschen Klassenzug an einer Grundschule.<ref>Bericht Kroatiens an den Europarat. Framework Convention for the Protection of National Minorities. (PDF) In: Council of Europe.</ref><ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.os-svete-ane-os.skole.hrOsnovna škola Svete Ane u Osijeku. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Oktober 2025. Suche im Internet Archive )</ref>

Geschichte

Die Volkszählung von 1900 ergab eine kroatische deutsche Bevölkerung von 85.781.<ref>Auswanderung von Italienern und Deutschen aus Kroatien während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. In: hrcak.srce.hr.</ref> Mit dem Zerfall der Doppelmonarchie und der Gründung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, wurden die Deutschen von Kroatien zur Minderheit. Im Jahre 1920 gründete der kroatiendeutsche Kulturverein den Kulturbund. Der deutsche Kulturbund wurde auf den 11. April 1924 durch den Minister des Innern Svetozar Pribicevic verboten.<ref>Zoran Janjetović: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Integration der Volksdeutschen in das politische Leben von Jugoslawien (1918–1941). (Memento vom 3. März 2016 im Internet Archive) (PDF; 140 kB) In: drustvosns.org.</ref> Die folgende Regierung von Ljuba Davidović und der Demokratischen Partei betrachtete das Verbot als aufgehoben.

Im Jahre 1922 gründete sich die Deutsche Partei Jugoslawiens als Partei der Deutschen.<ref>Vladimir Geiger: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Njemačka manjina u Kraljevini Srba, Hrvata i Slovenaca/Jugoslaviji (1918.-1941.) (Memento vom 22. Mai 2011 im Internet Archive) (PDF; 69 kB) In: cpi.hr.</ref> Die Partei bestand bis 1929, als sie unter der Diktatur des Königs Alexander verboten wurde.

Datei:Deutsche Volksgruppe im U.S.K. Kroatien Vorläufige Dienstanzugsordnung Amtsleiter Fuhrer NDH Free state of Croatia Kroatiendeutsche Landeszeugmeisterei Essegg c 1941-45 WWII Nazi uniforms insignia Othala Odal rune etc Unkown artist No.jpg
Uniformen und Abzeichen der politischen Führer und Angehörigen der „Deutschen Volksgruppe im Unabhängigen Staate Kroatien“.

Die deutsche Volksgruppe in Kroatien unterstand ab 1941 dem deutschen „VolksgruppenführerBranimir Altgayer.<ref>Carl Bethke: „Keine gemeinsame Sprache?“ LIT Verlag Münster, 2013, ISBN 3-643-11754-X, S. 265.</ref><ref>Johann Böhm: Die deutschen Volksgruppen im unabhängigen Staat Kroatien und im serbischen Banat: ihr Verhältnis zum Dritten Reich 1941–1944. Lang, 2012, ISBN 3-631-63323-8, S. 15.</ref> Mit dem „Gesetzesdekret über die vorläufige Rechtsstellung der Deutschen Volksgruppe“ vom 21. Juni 1941 wurde die „Deutsche Volksgruppe im Unabhängigen Staate Kroatien“ (DVGK), in dem alle Deutschen auf dem Gebiet des Unabhängigen Staates Kroatien zusammengefasst wurden, zur juristischen Person des öffentlichen Rechts erklärt und erhielt die Gleichberechtigung im öffentlichen und privaten Leben. Eine Gliederung der DVGK bzw. seines „einzigen und alleinigen politischen Willensträgers“, der Nationalsozialistischen Deutschen Gefolgschaft in Kroatien (NSDGK)<ref>Artikel 12 der Vorläufigen Satzungen der Nationalsozialistischen Deutschen Gefolgschaft in Kroatien vom 31. Januar 1942</ref> war die „Deutsche Mannschaft“ (DM), die über ihre eigene Einsatzstaffel verfügte. In der DM sollten „erbgesunde, rassisch und weltanschaulich einwandfreie Männer über 21 (in Ausnahmefällen über 18) Jahre zwecks mannschaftlicher Erziehung und körperlicher Ertüchtigung“ zusammengefasst werden.<ref>Punkt 19 der Vorläufigen Organisationsbestimmungen der Volksorganisation der Deutschen Volksgruppe in Kroatien vom 14. Mai 1941 mit späteren Änderungen und Ergänzungen</ref> Altgayer war ab 1942 zusammen mit Ferdinand Gasteiger Mitglied im Kroatischen Parlament „Sabor“.

Zum Kriegsende konnten aus dem „Unabhängigen Staat Kroatien“ bis Ende Oktober 1944 etwa 90.000 Kroatiendeutsche evakuiert werden bzw. fliehen. Etwa 19.100 Deutschstämmige blieben auf dem Gebiet Kroatiens zurück.<ref>Holm Sundhaussen: Die Deutschen in Kroatien-Slawonien und Jugoslawien. In: Günther Schödl: Deutsche Geschichte im Osten Europas. Land an der Donau Siedler, Berlin 1995. S. 343.</ref>

Die kroatischdeutsche Volksgruppe wurde nicht im Potsdamer Abkommen behandelt, was sie daran hinderte, in Deutschland eingebürgert zu werden.<ref name="Geiger">Vladimir Geiger, Povratak slavonskih Nijemaca nakon Drugoga svjetskog rata iz izbjeglištva / prognaništva u zavičaj i njihova sudbina</ref> Die Alliierten betrachteten sie als jugoslawische Staatsangehörige und versuchten, sie dorthin zurückzuschicken.<ref name="Geiger" /> Allerdings veröffentlichte am 4. Juni das kommunistische jugoslawische Regime ein Dekret, wodurch den ethnischen Deutschen die Jugoslawische Staatsangehörigkeit entzogen wurde.<ref name="Geiger" /> Ihr bewegliches und unbewegliches Eigentum wurde in Gänze konfisziert, und die meisten Kroatiendeutschen ließen sich in Deutschland und Österreich nieder. Einige konnten sich wieder in Jugoslawien ansiedeln, aber nur wenige kehrten in ihre ursprüngliche Heimat zurück.<ref name="Geiger" />

Seit dem Sturz des Kommunismus und der kroatischen Unabhängigkeit hielt die Minderheit eine jährliche wissenschaftliche Konferenz unter dem Titel Deutsche und Österreicher im kroatischen Kulturkreis ab.<ref>16. Znanstveni skup 'Nijemci i Austrijanci u hrvatskom kulturnom krugu'.</ref> Im Jahr 1996 haben Kroatien und Deutschland eine Vereinbarung unterzeichnet, welche die Erleichterung der Kennzeichnung der deutschen Gräber aus den Weltkriegen in Kroatien gewährleistet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zbirka međunarodnih ugovora. (Memento vom 7. November 2012 im Internet Archive) In: REPUBLIKA HRVATSKA, 2006.</ref> Es gibt zahlreiche deutsche Kriegsgräber aus beiden Weltkriegen in Pula, Split und Zagreb.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kratke Vijesti Iz Hrvatske. (Memento vom 31. August 2009 im Internet Archive), In: Kroatischer Rundfunk.</ref> In der kroatischen Volkszählung von 2001 erklärten sich 2902 Personen als Deutsche und 247 als Österreicher.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.dzs.hrBevölkerung nach Staatsangehörigkeit, durch Städte / Gemeinden. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Oktober 2025. Suche im Internet Archive ), In: dzs.hr, 2001.</ref> Im Jahr 2005 verabschiedete die kroatische Regierung ein umfassendes Gesetz über die Rückgabe der verstaatlichten österreichischen Vermögensgegenstände an ihren rechtmäßigen Eigentümer.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Diplomate razbjesnio povrat imovine Austrijancima. (Memento vom 25. Februar 2012 im Internet Archive) In: nacional.hr, 6. Dezember 2005.</ref> Der Kroatiendeutsche Nikola Mak aus Osijek war der Parlamentsabgeordnete der deutschen Minderheit in der Wahlperiode 2003 bis 2007.<ref name="fuenhr"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Deutsche Minderheit in Kroatien. (Memento vom 24. November 2012 im Internet Archive) In: Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten.</ref><ref>„Österreicher“ im „Sabor“ vertreten. In: Österreichischer Rundfunk, 12. Januar 2005.</ref><ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.gemeindetag-bw.deDonauschwäbische Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche im Internet Archive ) (PDF) In: gemeindetag-bw.de.</ref>

Historische Siedlungsgebiete in Slawonien, Syrmien und Baranja

Die wichtigsten Orte in Slawonien, die ehemals von Deutschen besiedelt waren sind:

Weitere deutsche Dörfer in Slawonien waren laut Volkszählung von 1910:

Auch in der benachbarten Region Syrmien ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) gab es viele deutsche Siedlungen und es gibt noch ein Dorf namens Nijemci, wörtlich übersetzt: „Deutsche“. Die wichtigsten im kroatischen Teil von Syrmien sind:

In der Baranja wurde in der damals überwiegend deutschsprachigen Stadt Čeminac (Laschkafeld) in den Jahren 1906 bis 1907 die Pfarrkirche Herz-Jesu Christi erbaut.<ref name="Franc">Josip Franc: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sakrales Erbe in Čeminac. (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive) In: hd-osijek.hr (kroatisch)</ref> Im Jahr 1945 wurden die deutsche Bevölkerung in der Stadt gezwungen, sie bis Jahresende zu verlassen. Nach demokratischen Veränderungen in Kroatien im Jahre 1990 reparierten ehemalige und überwiegend in Deutschland lebende Bewohner die Kirche. Doch am 10. April 1992 wurde die Kirche von serbischen Truppen während des kroatischen Unabhängigkeitskrieges in Brand gesetzt.<ref name="Franc" /> Ab dem Jahre 2001 trugen verschiedene Ebenen der kroatischen Regierung zu ihrer Reparatur bei, die bis ins Jahr 2005 erfolgte.<ref name="Franc" />

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />