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Ackerlinge

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Ackerlinge
Datei:2011-05-17 Agrocybe praecox (Pers.) Fayod 146356 crop.jpg

Früher Ackerling (Agrocybe praecox)

Systematik
Unterabteilung: Agaricomycotina
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Träuschlingsverwandte (Strophariaceae)
Gattung: Ackerlinge
Wissenschaftlicher Name
Agrocybe
Fayod

Die Ackerlinge (Agrocybe), gelegentlich auch Erdschüpplinge genannt, sind eine Gattung der Träuschlingsverwandten (Strophariaceae). Es handelt sich um Pilze mit kleinen bis mittelgroßen, fleischigen Fruchtkörpern. Sie verfügen über konvexe Hüte, breite Lamellen und blasse Stiele. Die Gattung umfasst rund 50 Arten, die sich als Saprobionten alle von abgestorbenem Pflanzengewebe ernähren. Die Fruchtkörper sind deshalb meist auf den namensgebenden Äckern, Wiesen, Parkflächen, Komposthaufen oder seltener auf Totholz zu finden. Die Gattung ist über die ganze Welt verbreitet.

Die Typusart ist der Frühe Ackerling (Agrocybe praecox).<ref name="Fayod1889" /> Üblicherweise wird die Gattung den sogenannten Little brown mushrooms zugeordnet.

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Die Fruchtkörper der Ackerlinge sind kleine oder mittelgroße, gestielte Pilze mit zumindest anfangs gewölbten Hüten und Lamellen. Der Hut hat eine trocken-matte bis leicht klebrige Oberflächenbeschaffenheit. Die meist breiten Lamellen sind ausgebuchtet oder gerade am Stiel angewachsen. Der Stiel ist bei jungen Fruchtkörpern blass oder weißlich. Im Alter verfärbt er sich meist von der Basis aufwärts dunkel. Gelegentlich verfügt er an der Basis über wurzelähnliche Rhizoiden; eine Art, der Sklerotien- oder Geschwänzte Ackerling (A. arvalis), bildet Sklerotien aus. Einige Arten verfügen über ein Velum partiale, das später als Ring am Stiel zurückbleibt; keine der Arten hat jedoch eine Volva. Der Sporenabdruck der Ackerlinge ist graubraun, dunkel violettbraun oder tabakfarben.

Mikroskopische Merkmale

Die Huthaut der Ackerlinge besteht aus birnenförmigen oder kugeligen Zellen. Die Hyphen verfügen in der Regel über Schnallen, die Trama der Lamellen ist regulär aufgebaut. Alle Arten besitzen Cheilo- und fast immer auch Pleurozystiden. Ihre Sporen sind elliptisch oder eiförmig, besitzen eine glatte Oberfläche und einen Keimporus unterschiedlicher Größe.

Ökologie und Vorkommen

Ackerlinge sind Saprobionten und ernähren sich von abgestorbenem Pflanzengewebe. Die meisten Arten bauen die Bestandteile abgestorbener Gräser ab und sind daher auf Rasenflächen, Wiesen oder Stoppelfeldern zu finden. Die Gattung ist weltweit mit Ausnahme der Arktis verbreitet.

Arten

Die Ackerlinge umfassen rund 50 Arten. In Europa kommen 25 Arten vor bzw. sind dort zu erwarten.<ref name="Strittmatter2008" />

Ackerlinge (Agrocybe) in Europa
Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat
Sklerotien- oder Geschwänzter Ackerling Agrocybe arvalis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fries 1821 : Fries 1821) Singer 1936
Klebriger Ackerling Agrocybe attenuata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Kühner 1953) P.D. Orton 1960
Kohlen-Ackerling Agrocybe carbonicola <templatestyles src="Person/styles.css" />Migliozzi & Coccia 1993
Kleinsporiger Schilf-Ackerling Agrocybe carolae <templatestyles src="Person/styles.css" />Arras, Brotzu, Contu & Piga 1998
Agrocybe cyanescens <templatestyles src="Person/styles.css" />Contu 1998
Weißer oder Rissiger Ackerling Agrocybe dura <templatestyles src="Person/styles.css" />(Bolton 1788 : Fries 1821) Singer 1936
Sumpfwiesen-Ackerling Agrocybe elatella <templatestyles src="Person/styles.css" />(P. Karsten 1883) Vesterholt 1989
Mehligriechender Ackerling Agrocybe farinacea <templatestyles src="Person/styles.css" />Hongo 1957
Samtiger Ackerling Agrocybe firma <templatestyles src="Person/styles.css" />(Peck 1902) Singer 1940
Agrocybe metuloidiphora
(beschrieben als metuloidaephora)
<templatestyles src="Person/styles.css" />Ballero, Contu & Martis 1991
Agrocybe ochracea <templatestyles src="Person/styles.css" />Nauta 2004
Raustieliger oder Halbkugeliger Ackerling Agrocybe pediades <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fries 1821 : Fries 1821) Fayod 1889
Früher oder Voreilender Ackerling Agrocybe praecox <templatestyles src="Person/styles.css" />(Persoon 1801 : Fries 1821) Fayod 1889
Winziger Ackerling Agrocybe pusiola <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fries 1828) R. Heim 1934
Falber Ackerling Agrocybe putaminum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Maire 1913) Singer 1936
Runzeliger Ackerling Agrocybe rivulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Nauta 2003
Behaarter Ackerling Agrocybe setulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />G. Moreno & Barrasa 1984
Agrocybe smithii <templatestyles src="Person/styles.css" />Watling & H.E. Bigelow 1983
Glänzender Ackerling Agrocybe splendida <templatestyles src="Person/styles.css" />Clémençon 1977
Orangescheibiger Ackerling Agrocybe splendidoides <templatestyles src="Person/styles.css" />Migliozzi & Coccia 1993
Tabakbrauner Ackerling Agrocybe tabacina <templatestyles src="Person/styles.css" />(De Candolle 1815) Konrad & Maublanc 1949
Hohlstieliger Ackerling Agrocybe vervacti <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fries 1821 : Fries 1821) Singer 1936
Genarbter Ackerling Agrocybe xanthocystis <templatestyles src="Person/styles.css" />Bon & Jamoni in Jamoni 1993

Systematik

Einige Arten der Gattung mit reduziertem Keimporus wurden ausgegliedert und in die Gattung Cyclocybe gestellt, darunter der Südliche (C. cylindracea) und der Leberbraune Ackerling (C. erebia).<ref>Nicolás Niveiro, Marina Uhart, Edgardo Albertó: Revision of the genera Agrocybe and Cyclocybe (Strophariaceae, Agaricales, Basidiomycota) in Argentina. In: Rodriguésia. Band 71, 2020, ISSN 2175-7860, S. e02272018, doi:10.1590/2175-7860202071038 (scielo.br [abgerufen am 28. Mai 2020]).</ref> Anhand phylogenetischer Untersuchungen wurde deutlich, dass die Arten der Gattung Cyclocybe nicht wie die Ackerlinge zu den Träuschlingsverwandten, sondern zur Familie der Trompetenschnitzlingsverwandten (Tubariaceae) gehören.<ref>He, MQ., Zhao, RL., Hyde, K.D. et al. Notes, outline and divergence times of Basidiomycota. Fungal Diversity 99, 105–367 (2019). doi:10.1007/s13225-019-00435-4</ref>

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Strittmatter2008"> Eric Strittmatter: Die Gattung „Agrocybe“. In: fungiworld.com. 7. Juli 2008, abgerufen am 30. Juli 2012. </ref> <ref name="Fayod1889"> Victor Fayod: Prodrome d'une histoire naturelle des Agaricinés. In: Annales des Sciences Naturelles. Botanique. 7e Série, Bd. 9, 1889, ZDB-ID 562-9, S. 181–411. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Ackerlinge (Agrocybe) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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