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At the Gates

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At the Gates
Datei:At The Gates - Wacken Open Air 2022 03.jpg
At the Gates beim Wacken Open Air 2022

At the Gates beim Wacken Open Air 2022

Allgemeine Informationen
Herkunft Göteborg, Schweden
Genre(s) Death Metal, Melodic Death Metal
Aktive Jahre 1990–1996; 2007–2008; ab 2010
Auflösung
Website atthegates.se
Aktuelle Besetzung
Gesang
vakant
Jonas Björler
Martin Larsson (ab 1993)
Gitarre
Anders Björler (bis 2017, ab 2022)
Adrian Erlandsson
Ehemalige Mitglieder
Tomas Lindberg (bis † 2025)
Bass
Tony Andersson (1992)
Gitarre
Alf Svensson (bis 1993)
Jesper Jarold (1992)
Gitarre
Jonas Stålhammar (2017–2022)

At the Gates (englisch für „An den Toren/Pforten“) ist eine schwedische Metalband. 1990 gegründet, löste sie sich im Jahr 1996 zunächst auf. Im Jahre 2008 startete eine Reunion-Tour, in deren Rahmen einst versäumte Abschiedskonzerte nachträglich gegeben wurden. Nachdem die Tour planmäßig beendet worden war, entschied At the Gates sich jedoch dazu, weitere Konzerte zu geben. Seitdem sind vier neue Alben erschienen.

Bandgeschichte

Aktive Zeit

Im Oktober 1990 in Göteborg aus der Band Grotesque hervorgegangen und nach einer Phrase eines ihrer Lieder benannt, erwarb At the Gates mit ihrer ersten Demoaufnahme Gardens of Grief im Mai 1991 einen Plattenvertrag beim Musiklabel Dolores Records, über das das Demo als EP veröffentlicht und – wenn auch schwer erhältlich – auf breiter Basis wahrgenommen wurde.<ref name="Herr">Matthias Herr: Heavy Metal Lexikon. Vol. 4. Verlag Matthias Herr, Berlin April 1994, DNB 980283302, At the Gates, S. 19 f.</ref> Ergänzt durch den Liveeindruck, den sie bei der darauf folgende Tour mit Dismember, Bolt Thrower, Massacre und Immolation hinterließ, konnte sie einen neuen, gutdotierten Vertrag bei Peaceville Records unterschreiben.<ref name="Bio"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />At The Gates (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.earache.com, abgerufen am 27. Februar 2013.</ref><ref name="RHEnz">At the Gates. In: Holger Stratmann (Hrsg.): Rock Hard Enzyklopädie. 700 der interessantesten Rockbands aus den letzten 30 Jahren. Rock Hard GmbH, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 30.</ref><ref name="musikbaseBio">At the Gates Biographie. In: Musikbase. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Mai 2014; abgerufen am 18. Mai 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.musik-base.de</ref> Über deren Sublabel Deaf Records erschien am 27. Juli 1992 das erste Studioalbum The Red in the Sky Is Ours, das sich unerwarteter Beliebtheit<ref name="RHEnz" /><ref name="Herr" /><ref name="musikbaseBio" /> erfreute. Es folgte eine Tournee durch Europa zusammen mit My Dying Bride, nach der die Arbeiten am zweiten Studioalbum With Fear I Kiss the Burning Darkness begannen.<ref name="RHEnz" /><ref name="musikbaseBio" /> Bei Vollendung der Aufnahmen wurde Rhythmus-Gitarrist Alf Svensson wegen musikalischer Differenzen und anderweitiger Bandmitgliedschaft durch den befreundeten Martin Larsson ersetzt.<ref name="HI54/38">David Ivanov: At the Gates. In: Horror Infernal. 54, August/September, 1994, S. 38 f.</ref><ref name="Bang">Dietmar Storck: At the Gates. Revisited and improved. In: Bang! Das Rockmagazin. 4, August/September, 1994, S. 40.</ref> Nach der Veröffentlichung des zweiten Albums am 7. Mai 1993 nahm die Band am englischen Nottingham-Rock-City-Festival teil, welches für MTVs Headbanger’s Ball Special mitgefilmt wurde.<ref name="laut">At the Gates. In: laut.de. Abgerufen am 18. Mai 2014.</ref><ref name="musikbaseBio" /> Darauf folgte eine erneute Tournee zusammen mit Anathema und Cradle of Filth.<ref name="Bio" /><ref name="laut" /><ref name="musikbaseBio" />

1994 veröffentlichte At the Gates ihr drittes Album Terminal Spirit Disease, welches der Band einen hohen Bekanntheitsgrad verschaffte<ref name="laut" /> und seither als Meilenstein des Melodic-Death-Metal-Genres gehandelt wird. Durch diesen Erfolg tourte die Band zunächst durch England und im Anschluss erstmals als Headliner quer durch Europa.<ref name="laut" /><ref name="musikbaseBio" /> Am 14. November 1995 veröffentlichte die Band nach einem erneuten Label-Wechsel im Juli desselben Jahres zu Earache Records<ref name="Bio" /> ihr viertes Album Slaughter of the Soul. Es wurde wenig später für den schwedischen Grammy als „Bestes Hardrockalbum“ 1995 nominiert.<ref name="Bio" /><ref name="musikbaseBio" /> 1996 absolvierte At the Gates insgesamt fünf Tourneen, unter anderem in den Vereinigten Staaten mit Genregrößen wie Morbid Angel und Napalm Death, bis es noch im selben Jahr zur Trennung der Band kam.<ref name="laut" /><ref name="musikbaseBio" />

Nach der Auflösung

Frontmann Lindberg war nach At the Gates an zahlreichen Bands und Projekten beteiligt, beispielsweise The Crown, The Great Deceiver oder der Crustcore-Band Skitsystem. Ferner war er Sänger bei Disfear und an zwei Alben der Melodic-Death-Metal-Band Nightrage beteiligt. Die Gebrüder Björler und Schlagzeuger Adrian Erlandsson gründeten ihrerseits The Haunted. Später verließ Erlandsson die Band, um sich Cradle of Filth anzuschließen. 2004 wurde ein Tributealbum für At the Gates mit dem Namen Slaughterous Souls – A Tribute to At the Gates veröffentlicht.

Wiedervereinigung

Datei:At the Gates 2016231182342 2016-08-18 Summer Breeze - Sven - 1D X II - 0834 - AK8I5737 mod.jpg
At the Gates live beim Summer Breeze 2016
Datei:At the Gates Party.San Metal Open Air 2016 06.jpg
Sänger Tomas Lindberg live beim Party.San 2016

Anfang 2005 kamen Gerüchte auf, dass die Gates-Musiker Reunion-Shows planen würden, diese wurden jedoch dementiert. Am 18. Oktober 2007 gab Anders auf der offiziellen Website der Band bekannt, dass für das Jahr 2008 finale Abschiedskonzerte geplant seien. Tatsächlich fanden Auftritte beim belgischen Graspop Metal Meeting oder beim Wacken Open Air statt. Am 22. September 2008 bedankte sich die Band auf ihrer Webseite bei ihren Fans für einen „unvergesslichen Sommer 2008“. Wie es weiter ginge könne die Band nicht genau sagen, allerdings hätten die neuen Projekte der Bandmitglieder Vorrang. Am 22. Februar 2010 erschien die Live-DVD The Flames of the End. Diese besteht aus drei DVDs, die jeweils eine Dokumentation, den Live-Auftritt beim Wacken Open Air 2008 sowie sämtliche Musikvideos der Band enthalten.

Ende Januar 2014 deutete die Band mit zwei Teaser-Videos an, dass 2014 ein neues Album anstünde. Dies wurde am 27. Januar offiziell von der Band und dem Plattenlabel Century Media bestätigt. Das Album wurde unter dem Namen At War with Reality am 24. Oktober 2014 veröffentlicht.<ref>centurymedia.com: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />At the Gates kündigen neues Studioalbum an und unterschreiben weltweit bei Century Media Records (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. Februar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.centurymedia.com, abgerufen am 28. Januar 2014.</ref>

Stil

Grundlegende Musikbeschreibung

Die Musik von At the Gates war zu Beginn klassischer Death Metal mit hoher Komplexität, jedoch geht dieses Merkmal in der recht rohen Produktion ihrer ersten beiden Alben (The Red in the Sky Is Ours/With Fear I Kiss the Burning Darkness) teilweise unter.<ref name="musikbasePor">At the Gates Portrait. In: Musikbase. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Mai 2014; abgerufen am 18. Mai 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.musik-base.de</ref> In späteren Veröffentlichungen, angefangen 1994 mit Terminal Spirit Disease, wurde der Stil mit harmonischen Melodien vermengt und so modifiziert.<ref name="HI61/63">David Ivanov: At the Gates. Suicidal Thoughts. In: Horror Infernal. Nr. 61, November 1995, S. 63.</ref><ref name="musikbasePor" /> Die Lieder wurden eingängiger, dennoch blieben der schnelle und „brutale“ Charakter erhalten. Mit Slaughter of the Soul lieferten sie schließlich ihr Magnum Opus ab,<ref name="RHEnz" /><ref name="HI61/44">David Ivanov: At the Gates. Slaughter of the Soul. In: Horror Infernal. Nr. 61, November 1995, S. 44.</ref><ref name="HI61/63" /> ein Werk, das Maßstäbe setzte und als Blaupause für nachfolgende Bands diente.<ref name="musikbasePor" /> Die Death-Metal-Gemeinde goutierte es gleichermaßen und erhob es zum Kult: Komplex, brutal, melodisch in einem – und das in Perfektion.<ref name="musikbasePor" /> Selbst die Fachwelt würdigte es, wie die Nominierung zum „schwedischen Grammy“ Grammis 1996 in der Kategorie HÅRDROCK zeigt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 1. August 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/grammis.se</ref><ref name="musikbasePor" /> Martin Larsson, der gegenüber dem Metal Hammer gesagt hatte, man werde „niemals ein perfektes Album machen, denn dann gäbe es keinen Grund mehr fortzufahren“,<ref name="MH11/93">Robert Müller: At the Gates. Wahnsinn nach Noten. In: Metal Hammer. November 1993, S. 129.</ref> hielt Wort, auch wenn die Trennungsgründe in Wirklichkeit andere waren. Außerdem war man (zumindest 1995) ganz und gar nicht der Meinung, einen großen Wurf gelandet zu haben: „Unsere beste Scheibe mit epochalem Charakter ist immer noch nicht geschrieben worden. Wir nähern uns unserer eigenen Meßlatte langsam an.“<ref name="RH11/95">Hanno Kress: Bazillen und Fieberwahn. At the Gates. In: Rock Hard. Nr. 102, November 1995, S. 60.</ref>

Rückblickend werden die Mitte der 1990er veröffentlichten Alben meist als Melodic Death Metal definiert, dieser Begriff war jedoch zu der damaligen Zeit noch nicht gebräuchlich, weshalb At the Gates als Mitbegründer dieses Subgenres gilt.<ref>Thomas Michel: BYH!!! Rückblick 2013. At the Gates. In: Bang Your Head!!! Festival. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Mai 2014; abgerufen am 18. Mai 2021.</ref><ref name="musikbasePor" />

Individuelle Musikbeschreibung

Matthias Herr konnte aufgrund der Drucklegung seines Lexikons nur zwei (die EP nicht mitgerechnet) Alben beschreiben und tat dies mit den beiden Merkmalen „hohe Geschwindigkeit“ und „heisere Kehlkopfstimme“.<ref name="Herr" /> Für die Autoren der Rock Hard Enzyklopädie waren diese Anfangsjahre von „aggressivem Death Metal“ gekennzeichnet, danach betrat die Band ihrer Meinung nach „vorsichtig neues Terrain“.<ref name="RHEnz" /> Im heftinternen „Rock-Lexikon“ des Horror-Infernal-Magazins steht zu lesen: „Hinter dem düsteren Namen verbirgt sich auch düstere Musik! Death Metal der Mid 90'er, hart, aggressiv und doch nicht 08/15. An den Stellen, an denen andere Bands der härtesten Gangart langweilig werden, wissen At the Gates zu überzeugen.“<ref>At the Gates. In: Horror Infernal. 57, Februar/März, 1995, Rock Lexikon, S. 13 (Rock Lexikon mit eigener Paginierung: S. 13 entspricht S. 61 des Heftes).</ref> Bei laut.de findet sich die Etikettierung „typisch schwedische[r] Death Metal-Sound mit griffigen Melodien“.<ref name="laut" />

Hanno Kress fasste im Rock Hard die Frühphase mit dem Stile-Bandwurm „Bombast-Grind-Death-Metal“ zusammen und stellte bezüglich Slaughter of the Soul fest, dass sich hier klassische Musik und Katzenmusik erstaunlich harmonisch-melodisch die Hand reichen.<ref name="RH11/95" /> Robert Müller nannte den Stil im Metal Hammer einen technischen, chaotische Züge aufweisenden Death Metal mit vielen Black-Metal-Anklängen.<ref name="MH11/93" /> In einer Selbstcharakterisierung gegenüber dem Magazin Bang sagte Tomas Lindberg, in der Anfangszeit sei man sehr technisch gewesen, diese Vielschichtigkeit habe man nie aufgegeben, man habe sie jedoch zugänglicher gemacht.<ref name="Bang" /> Und gegenüber dem Horror Infernal, das dritte Album sei „brutaler“ ausgefallen als beabsichtigt, denn der Aufbau der Lieder sei ja konventionell und es gebe sogar ein klassisch arrangiertes Instrumentalstück. Zunächst näherte er sich in Sachen Selbstkategorisierung dem Fazit „Death Metal“ an, indem er meinte, es sei Death Metal mit Thrash Metal und Hardcore, wobei der Gesang dem Black Metal zuzuordnen sei.<ref name="HI54/38" /> In der Rezension im selben Heft ist von fetzigen Gitarren, brutal-hämmerndem Sound, brachialem Gesang, klassischen Elementen und hängenbleibenden Melodien die Rede.<ref>David Ivanov: At the Gates. Terminal Spirit Disease. In: Horror Infernal. 54, August/September, 1994, S. 53.</ref> „Gedresche“ und Melancholie attestierte David Ivanov in seiner Horror-Infernal-Rezension vom November 1995 dem Slaughter-of-the-Soul-Album und rückte die Interpreten in die Richtung von Carcass.<ref name="HI61/44" /> Dieselbe Zuordnung nahm übrigens auch musik-base.de vor.<ref name="musikbaseBio" /> Im Interview widersprach Lindberg Letzterem. Wichtig sei ihnen, schnell und brutal zu spielen, weniger wichtig melodisch zu sein. Carcass sei zu langsam und melodisch geworden.<ref name="HI61/63" />

Textbeschreibungen

Robert Müller erkannte beim Debüt ein „in diesem Bereich bisher unerreichtes literarisches Niveau“, womit der Hörer in „die düsteren satanischen Abgründe der menschlichen Psyche“ entführt werde. Poesie und Inhalt erinnerten ihn an Dostojewski und Nietzsche.<ref name="MH11/93" /> Matthias Herr entzauberte diese Aussage durch Blick in das beiliegende Textblatt und hielt dem entgegen, die Texte des zweiten Albums seien „zwiespältig“ und „unausgereift“, die des ersten allerdings tatsächlich einnehmend.<ref name="Herr" /> Hanno Kress fand die in einer Phantasiewelt angesiedelten Texte schlicht und langweilig. Tomas Lindberg antwortete, er mache sich eben viele Gedanken über den Tod und was danach mit einem passiere.<ref name="RH11/95" /> Ausführlicher waren seine Erläuterungen ein Jahr zuvor im Horror Infernal: „Die Lyrics werden jedesmal schwärzer und schwärzer, auch sehr nihilistisch. Ich finde diese Sachen teilweise noch depressiver als einen Großteil der Doom Bands. Aber immer noch ist Haß gegenüber allem darin verankert, d. h. gegen einen selbst und gegen die Gesellschaft. Es ist einfach düster, und ich möchte Lyrics schreiben, um die Songs noch aggressiver zu machen. Die Lyrics sollen so sein, daß man sie herausschreien kann. Ich muß in dem überzeugend sein, was ich singe.“ Auf weiteres Nachfragen präzisierte er, er bliebe in seinen Formulierungen abstrakt, seine Inspiration erhalte er – und damit bestätigte er doch Robert Müller – von Dostojewski, Tolstoi und deren Zeitgenossen.<ref name="HI54/38" />

Diskografie

Vorlage:Eingebundene Diskografie

Weblinks

Einzelnachweise

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Vorlage:Hinweisbaustein