Li Rui (Politiker)
Li Rui (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); * 13. April 1917 in Pingjiang, Hunan, Republik China; † 16. Februar 2019 in Peking<ref>Li Rui, a Mao Confidant Who Turned Party Critic, Dies at 101 New York Times, abgerufen am 16. Februar 2019</ref>) war ein chinesischer Politiker. Er war Büroleiter unter Mao Zedong und später dessen Kritiker.<ref name="Altkader">Bernhard Bartsch: Chinas Altkader begehren auf. In: Frankfurter Rundschau. 13. Oktober 2010, abgerufen am 14. Oktober 2010.</ref>
Biografie
Li entstammte einer wohlhabenden Familie aus der südchinesischen Provinz Hunan. Sein Vater war Mitglied der revolutionären Tongmenghui, die mit zum Sturz der Qing-Dynastie im Jahr 1911 beitrug. Später nahm Li Rui ein Maschinenbau-Studium an der Wuhan-Universität auf.<ref name="NYT">Ian Johnson: Li Rui, a Mao Confidant Who Turned Party Critic, Dies at 101. The New York Times, 15. Februar 2019, abgerufen am 16. Februar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Li Rui schloss sich als Student im Jahr 1937, am Beginn des Japanisch-Chinesischen Krieges der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) an. Nach dem Sieg der Kommunisten im Chinesischen Bürgerkrieg und der Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 stieg er weiter in der Hierarchie der KPCh auf und wurde im Jahr 1958 der jüngste Vizeminister Chinas und von Mao Zedong als dessen persönlicher Sekretär ausgewählt. Es kam im Folgejahr jedoch zum Zerwürfnis zwischen Li und Mao. Li kritisierte offen Maos Politik des Großen Sprungs nach vorn, die die rasche Industrialisierung Chinas bewerkstelligen sollte<ref name="BBC">Ashitha Nagesh: Li Rui: The old guard Communist who was able to criticise Xi Jinping. BBC News, 16. Februar 2019, abgerufen am 16. Februar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Li wurde daraufhin längere Zeit im Sondergefängnis Qincheng, das eigens für Parteidissidenten eingerichtet worden war, zusammen mit anderen Mao-Kritikern, wie General Peng Dehuai inhaftiert. Insgesamt war er acht Jahre inhaftiert. In einem späteren Interview mit dem britischen Guardian sagte Li zur Person Maos, den er als Person „überhaupt nicht gemocht“ habe, dass dieser „zu autokratisch“ gewesen sei. Er habe abweichende Meinungen nicht ertragen können und habe immer Recht behalten wollen. Zudem sei sein Denken und Regieren „erschreckend“ gewesen. Er habe menschlichem Leben absolut keinen Wert beigemessen und der Tod anderer Menschen sei für ihn völlig bedeutungslos gewesen.<ref name="guardian">China must confront dark past, says Mao confidant. The Guardian, 2. Juni 2005, abgerufen am 16. Februar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nach dem Tod Maos und der Machtübernahme Deng Xiaopings wurde Li rehabilitiert und schloss sich erneut der KPCh an. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte er sich zu einem Befürworter weitgehender Reformen im Sinne einer offeneren und pluralistischeren Gesellschaftsform. Die blutige Niederschlagung der Studentenproteste auf dem Tian’anmen-Platz 1989 verurteilte er. Die Studenten seien mit ihren Forderungen nach mehr Demokratie und weniger Korruption im Recht gewesen.<ref name="guardian"/> Li blieb dabei aber weiterhin Mitglied der Kommunistischen Partei und sah sich selbst nicht als Dissident. Aufgrund der Tatsache, dass er zu den ältesten noch lebenden „Kommunisten der ersten Stunde“ gehörte, deren ideologische Überzeugung außer Frage stand, blieb er auch weitgehend von Repressalien verschont, wie sie andere Dissidenten zu erdulden hatten. Im Gegenteil genoss er die Privilegien eines altgedienten höheren Parteifunktionärs (große Wohnung, gute medizinische Versorgung etc.).<ref name="NYT"/> Seine kritischen Interviews und seine fünf Bücher über Mao Zedong konnten allerdings nur außerhalb Chinas erscheinen.<ref name="BBC"/> Wiederholt forderte er in Interviews, dass sich China seiner dunklen Vergangenheit stellen und die Zeit der Mao-Herrschaft aufarbeiten müsse. Die Mao-Diktatur sei nicht nur das Problem einer einzelnen Person gewesen, sondern ein „durch das Partei-System verursachtes Systemproblem“.<ref name="guardian"/> Die Bücher Li Ruis waren wertvolle Sekundärquellen für westliche Politikhistoriker zur Geschichte der Volksrepublik China. Li schrieb unter anderem ein Buch über die Konferenz von Lushan, in dem er der offiziellen Parteigeschichtsschreibung widersprach, die die Auffassung verbreitete, dass Mao nicht an der Hungerkatastrophe des „Großen Sprungs“ schuld gewesen sei.<ref name="NYT"/>
Über den chinesischen Parteiführer und Präsidenten Xi Jinping äußerte er sich mehrfach kritisch. Im Oktober 2010 erregte er international Aufmerksamkeit, als er gemeinsam mit Hu Jiwei, Zong Peizhang, Jiang Ping und 500 weiteren Personen einen Offenen Brief für mehr Demokratie und weniger Zensur unterschrieb.<ref name="Altkader"/>
Ein Video vom 15. April 2018 zeigt eine letzte Aufnahme von einem Interview mit einem Reporter von VOA mit dem (nach chinesischer Zählweise) bereits 102 Jahre alten Li Rui. Li war ein guter Freund von Xi Jinpings Vater Xi Zhongxun. Auf Xi Jinping selbst scheint er wenig Hoffnungen zu haben. „Ich hätte nicht gedacht, dass er nur so geringe Schulbildung hat“, konstatiert er. Auf die Frage, ob er Xi noch einen guten Rat geben möchte, winkt er ab: „Das liegt nicht mehr in meinen Möglichkeiten. Und Xi würde auch keinen Rat annehmen.“<ref>李锐评习_没想到文化程度这么低. In: YouTube, 美国之音中文网. 15. April 2018, abgerufen am 7. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ein kalifornisches Bundesgericht hat Ende März 2026 entschieden, dass die Tagebücher Li Ruis, in der Hoover Institution (Stanford University) verbleiben dürfen.<ref>Jeffrey Marschner: Court Rules Li Rui Collection To Remain At The Hoover Institution, Stanford University. In: hoover.org. Hoover Institution, 31. März 2026, abgerufen am 4. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach Lis Tod 2019 übergab seine Tochter die Dokumente Stanford University, um sie vor chinesischer Zensur zu schützen, während Lis Witwe die Herausgabe aufgrund privater Inhalte forderte. Das US-Gericht wies die Klage ab und folgte der Argumentation Stanfords, dass die Aufzeichnungen von immensem historischem Wert seien und in China die Vernichtung drohe. Die Tagebücher dokumentieren kritisch die Parteigeschichte von 1935 bis zum Aufstieg Xi Jinpings.<ref>Thomas Ribi: Maos schärfster Kritiker / Li Ruis Tagebücher sind brisant – und bleiben in den USA In: Neue Zürcher Zeitung International vom 4. April 2026, Seite 10</ref>
Veröffentlichungen
- {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „Li Rui spricht über Mao Zedong“, 2005, ISBN 988-98282-2-7<ref>Eintrag bei der National Library of Australia</ref>
- {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – „Lushan-Konferenzprotokoll“, Chunqiu-Verlag, Changsha: Hunan Jiaoyu-Verlag, 1989. 377 S.<ref></ref>
Weblinks
- Artikel zum 99. Geburtstag (chinesisch)
Einzelnachweise
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Li Rui |
| ALTERNATIVNAMEN | 李锐 (chinesisch); Lǐ Ruì (Pinyin-Romanisierung) |
| KURZBESCHREIBUNG | chinesischer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 13. April 1917 |
| GEBURTSORT | Pingjiang (Yueyang), Hunan, Republik China |
| STERBEDATUM | 16. Februar 2019 |
| STERBEORT | Peking |