Zum Inhalt springen

Konrad Seige

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. April 2026 um 19:26 Uhr durch imported>Thomas Dresler (Commonscat mit Helferlein hinzugefügt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Konrad Seige.jpg
Konrad Seige

Konrad Seige (* 27. Oktober 1921 in Jena; † 15. November 2017 in Lieskau) war ein deutscher Internist und Hochschullehrer.

Leben

Seige studierte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Medizin. 1938 wurde er Mitglied der SC-Kameradschaft „Saaleck“, die das Corps Saxonia Jena nach der erzwungenen Suspension 1936 gegründet hatte.<ref name="KCL" /> 1946 ging er zu Max Bürger an die Universität Leipzig. Da sein Jenenser Doktorvater von der sowjetischen Besatzungszone in die amerikanische Besatzungszone geflohen war und an der Friedrich-Alexander-Universität eine Professur erhalten hatte, wurde Seige 1947 in Erlangen zum Dr. med. promoviert. Seine Doktorarbeit befasste sich mit der Hirnerkrankung von Joseph Victor von Scheffel.<ref>Dissertation: Scheffels Krankheit.</ref> 1955 habilitierte er sich in Leipzig.<ref>Habilitationsschrift: Chemische Alternswandlungen des menschlichen Rückenmarks</ref> 1959 wurde er in Leipzig unter Bürgers Nachfolger Rolf Emmrich zum a.o. Professor ernannt.

Am 1. April 1964 folgte er dem Ruf der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg auf den Lehrstuhl für Innere Medizin.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Universitätszeitung Leipzig (Memento des Vorlage:IconExternal vom 19. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.archiv.uni-leipzig.de (PDF; 4,8 MB)</ref> Als Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik war er Gründungsvorsitzender der Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten der DDR und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Klinische Medizin in der DDR. Er war Mitglied der New York Academy of Sciences und der American Diabetes Association. Er war Präsident der International Society of Internal Medicine (1982–1988) und des Weltkongresses für Innere Medizin in Kyoto (1985). Dass er über Jahrzehnte enge Beziehungen zur Universität Posen pflegte, dankte sie ihm mit dem Ehrendoktor.<ref name="UZH" /> Besonders auf den Gebieten des Diabetes mellitus und der Angiologie hatte seine Klinik einen „legendären“ Ruf. Seige kämpfte aber für die Erhaltung der „großen“ Inneren Medizin und hielt die Fakultät von politischen Einflüssen weitgehend frei.<ref name="UZH"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Universitätszeitung Halle (2003) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 10. Juni 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.verwaltung.uni-halle.de (PDF; 555 kB)</ref> Dennoch wurde er 1987 – noch vor der Wende und friedlichen Revolution in der DDR – mit hohen Ehren emeritiert.

Im Juni 1948 wurde er (wie sein Bruder und Kollege Dietrich Seige) Corpsschleifenträger der nach Frankfurt am Main gegangenen Franconia Jena. Das Corps Saxonia Bonn verlieh ihm 1985 das Band.<ref name="KCL">Kösener Corpslisten 1996, 146/822; 141/622; 37/765:</ref> Nach der Deutschen Wiedervereinigung unterstützte Seige das Land Sachsen-Anhalt in mehreren Kommissionen. Der Ministerpräsident Wolfgang Böhmer verlieh ihm im Juli 2006 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Im hohen Alter veröffentlichte Seige die Geschichte der „Saaleck“.<ref>K. Seige: Kameradschaft Saaleck auf dem Sachsenhaus in Jena. Halle 2005</ref> Er starb 96-jährig in Lieskau.<ref>Universitätsklinikum Halle (Saale): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Prof. Dr. Dr. h.c. Konrad Seige kurz nach seinem 96. Geburtstag verstorben (Memento des Vorlage:IconExternal vom 31. Oktober 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.medizin.uni-halle.de. 17. November 2017</ref><ref>Traueranzeigen in der Mitteldeutschen Zeitung bei www.abschied-nehmen.de (abgerufen am 25. November 2017).</ref>

Ehrenmitgliedschaften

Ehrungen

Werk

  • Diabetes mellitus: Lehrbuch f. Ärzte u. Studierende, Thieme, 1967
  • Chemische Alternswandlungen des menschlichen Rückenmarks, 1955
  • Sinn und Unsinn in der Therapie von Durchblutungsstörungen: Bieten Aussenseitermethoden eine Alternative ?, Ed. Medizin VCH, 1987
  • Intestinum 76, Barth, 1977<ref>Konrad Seige - Deutsche Digitale Bibliothek. Abgerufen am 19. April 2026.</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Konrad Seige – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein