Siraf
Koordinaten: 27° 39′ 0″ N, 52° 20′ 0″ O
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Siraf (persisch سیراف, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) war ein Hafen und bedeutendes frühislamisches Handelszentrum an der Küste des Persischen Golfs in der heutigen iranischen Provinz Buschehr. Die Ruinen des Ortes befinden sich ca. 220 km südlich der Stadt Buschehr und 380 km westlich von Bandar Abbas in der Nähe der modernen Kleinstadt Bandar Siraf (auch Bandar-e Sirāf, Bandar-e Taheri, Bandar-i Tahiri, Tāhiri, Tāheri und Tābiri).<ref>Bandar-e Taheri, Iran Page</ref>
Geschichte
Der erste Kontakt zwischen Siraf und China erfolgte zur Zeit der Parther um 185 n. Chr. Im 4. Jahrhundert war die Stadt bereits ein lebendiger Hafen und zwischen dem 8. Jahrhundert und dem Ende des 10. Jahrhunderts gehörte sie wohl zu den florierendsten Städten der Welt.<ref>The British Museum Siraf project. British Museum</ref> Vermutlich aus sassanidischer Zeit (zwischen 224 und 651) stammen Beinhäuser, die entfernt mit den Grabtürmen von Palmyra in Verbindung stehen, jedoch nicht mit den Grabbauten der späteren islamischen Zeit.<ref>Robert Hillenbrand: The Development of Saljuq Mausolea in Iran. In: Robert Hillenbrand: Studies in Medieval Islamic Architecture. Band 2. The Pindar Press, London 2006, S. 319–320.</ref>
Gemäß David Whitehouse, der die Ruinen der Hafenstadt von 1966 bis 1973 freilegte, blühte der Seehandel zwischen dem Persischen Golf und den östlich gelegenen Ländern auf Grund der starken Zunahme des Handels von Konsum- und Luxusgütern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Iran Seeking Registration of Port Siraf on UNESCO List. ( des Vorlage:IconExternal vom 2. April 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Cultural Heritage News Agency</ref> Der Persische Golf diente als Seeweg zwischen der Arabischen Halbinsel und Indien über das Arabische Meer. Kleine Schiffe, wie die Dhau, konnten die lange Strecke bewältigen, indem sie sich in Sichtweite zum Festland an der Küste hielten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Seas of Sindbad ( des Vorlage:IconExternal vom 8. Februar 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Östlicher Endpunkt der Seeschifffahrt war ein in arabischen Quellen Kalah genannter Hafenort, der an der Westküste des malaysischen Bundesstaates Kedah gelegen haben könnte und vermutlich mit dem Geluo der chinesischen Quellen identisch ist.<ref>Alastair Lamb: A visit to Siraf, an ancient port on the Persian Gulf. In: Journal of the Malaysian Branch of the Royal Asiatic Society, Vol. 37, No. 1 (205) Juli 1964, S. 1–19</ref>
Mit der Zeit verlor der Hafen an Bedeutung und die Handelswege verlegten sich an das Rote Meer.<ref>Sirāf, a Legendary Ancient Port (Cultural Heritage News Agency)</ref> Der Hafen wurde gegen 970 n. Chr. zerstört.<ref>Luce Boulnois, Silk Road: Monks, Warriors & Merchants. Odyssey Books, Hong Kong: 2005, S. 68 ISBN 962-217-721-2</ref>
Funde
Zu den archäologischen Funden der Hafenstadt zählen neben zahlreichen Tonscherben und Glasschalen Elfenbein-Objekte aus Ostafrika, Steine aus Indien und Lapislazuli aus Afghanistan.<ref>Foreign Experts Talk of Sirāf History</ref>
Nach Whitehouse stammt die älteste Moschee Sirafs aus dem 9. Jahrhundert. Er fand Ruinen einer Gemeindemoschee, die von mehreren weiteren umgeben war.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Artikel Sirāf auf archnet.org ( des Vorlage:IconExternal vom 10. Juni 2003 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref><ref>Vgl. auch Maria Vittoria Fontana: Frühislamische Kunst. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran. Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 297–325, hier: S. 299.</ref> Andere Ruinen stammen von Häusern außerordentlich reicher Händler,<ref>Sirāf,a Legendary Ancient Port (Cultural Heritage News Agency)</ref> die mit einer internationalen Klientel verkehrten. Besonders einflussreich waren jene aus Südindien, die während ihrer Besuche ausgiebig verköstigt wurden. Aufzeichnungen über Speiseplatten, die für sie bereitgestellt wurden, berichten davon.<ref>Nilakanta Sastri. A History of South India. Oxford University Press, New Delhi 1955 (Neuauflage 2002) ISBN 0-19-560686-8</ref>
Literatur
- S. M. Stern: Rāmisht of Sīrāf. A Merchant Millionaire o the Twelfth Century. In: Journal of the Royal Asiatic Society. Band 99, 1967, S. 10–14.
- David Whitehouse: Excavations at Sīrāf. First Interim Report – Sixth Interim Report. In: Iran. Journal of the British Institute of Persian Studies. Band 6, 1968, S. 1–22, Band 7, 1969, S. 39–62, Band 8, 1970, S. 1–18, Band 9, 1971, S. 1–17, Band 10, 1972, S. 63–87, und Band 12, 1974, S. 1–30.
- David Whitehouse: Siraf: A Medieval Port on the Persian Gulf. In: World Archaeology. Band 2, Nr. 2 (Urban Archaeology) Oktober 1970, S. 141–158.
- David Whitehouse: Siraf III. The Congregational Mosque and other Mosques from the Ninth to the Twelfth Centuries. The British Institute of Persian Studies, London 1980, ISBN 0-901477-02-8.
- Nicholas M. Lowick: Siraf XV. The Coins and Monumental Inscriptions. The British Institute of Persian Studies, Londin 1985, ISBN 0-901477-04-4.
- Moira Tampoe: Maritime Trade between China and the West: An Archaeological Study of the Ceramics from Siraf (Persian Gulf), 8th to 15th Centuries A.D. (= BAR International Series. Band 555). Oxford 1989, ISBN 0-86054-702-7.
- David Whitehouse: Siraf. History, topography and environment. Oxbow Books, Oxford 2009, ISBN 978-1-84217-394-7.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />