Hans-Georg Steltzer
Hans-Georg Steltzer (* 30. April 1913 in Braunschweig; † 12. April 1987 in Königswinter) war ein deutscher Diplomat und Schriftsteller.
Leben
Er wurde geboren als Sohn des Politikers Theodor Steltzer (1885–1967).<ref>Bayerischer Rundfunk: Der Bruder - Der Mörder und meine Cousine. Abgerufen am 22. Juni 2020.</ref> Sein Bruder Werner Steltzer (1917–1982) leitete von 1961 bis 1966 das Informationszentrum des Senats von Berlin, als Willy Brandt dort Regierender Bürgermeister war.<ref>Formel gefunden. In: Der Spiegel. Nr. 21, 1967 (online).</ref>
In der Wehrmacht erreichte Hans-Georg Steltzer bis 1945 den Rang eines Majors. Er schloss 1948 ein Studium der Rechtswissenschaft mit dem ersten Staatsexamen ab.<ref>Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung. Presse- und Informationsamt, Deutscher Bundes-Verlag, 1964, S. 1090 (books.google.de)</ref> 1950 trat er in den Auswärtigen Dienst ein. Von 1951 bis 1954 wurde er an der Botschaft in Pretoria verwendet. Anschließend war er Leiter des Afrika- und später des Informationsreferats in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Bonn. Von 1957 bis 1960 war er an der Botschaft in Neu Delhi tätig. Ab 1960 leitete er wieder das Afrika-Referat im Auswärtigen Amt. Während der Spiegel-Affäre 1962 trat er in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ein. Von 1964 bis 1968 war Steltzer Botschafter in Ghana und Leiter der Botschaft in Accra. 1968 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Ab 1968 leitete er die Auslandsabteilung des Bundespresseamts.<ref>Große Lage. In: Der Spiegel. Nr. 42, 1968 (online).</ref> Von 1970 bis 1972 war er Leiter der Abteilung „Kultur“ im Auswärtigen Amt.<ref>Spricht der Weltgeist noch deutsch? In: Der Spiegel. Nr. 10, 1970 (online – Spiegel-Report über die deutsche Kulturpolitik im Ausland).</ref> Von 1972 bis zu seiner Pensionierung 1978 war er Botschafter in Ägypten und Leiter der Botschaft in Kairo.
Nach seiner Pensionierung betätigte Steltzer sich als Historiker, Schriftsteller und Berater der SPD in Afrika-Fragen. So konnte er in Sambia sondieren, dass die Südwestafrikanische Volksorganisation eine Delegation von Wolfgang Roth empfing.<ref>Ein Schritt voraus. In: Der Spiegel. Nr. 46, 1978 (online).</ref>
Veröffentlichungen
- „Mit herrlichen Häfen versehen“. Brandenburgisch-preußische Seefahrt vor dreihundert Jahren. Ullstein, Frankfurt am Main, Berlin und Wien 1981, ISBN 3-550-07952-4
- Die Deutschen und ihr afrikanisches Kolonialreich 1884–1919. Dt. Afrika-Stiftung, Bonn 1984
- Die Deutschen und ihr Kolonialreich. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-7973-0416-1
- Die deutsche Flotte. Ein historischer Überblick von 1640 bis 1918. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-7973-0476-5
Weblinks
- Hans-Georg Steltzer im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Einzelnachweise
<references />
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| — | Bundespresseamt Abteilung Ausland 1968–1969 | — |
| Hermann Saam | Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Accra/Ghana 1969–1972 | Helmut Müller |
| Luitpold Werz | Abteilung IV Kultur des Auswärtigen Amtes 5. Januar 1970 bis 1972 | — |
| Walter Jesser | Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Kairo/Ägypten 1972–1978 | Wolfgang Behrends |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Steltzer, Hans-Georg |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Diplomat und Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 30. April 1913 |
| GEBURTSORT | Braunschweig |
| STERBEDATUM | 12. April 1987 |
| STERBEORT | Königswinter |