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Pyrophon

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Datei:Weissheimer an der Flammenorgel.jpg
Wendelin Weißheimer an der Flammenorgel

Das Pyrophon ist ein orgelartiges Tasteninstrument, bei dem die gläsernen Pfeifen durch Wasserstoffflammen zum Schwingen angeregt werden.

Geschichte

Ursprünglich erfunden wurde das Instrument 1875 von Georges Frédéric Eugène Kastner<ref name="Jan">Hermann Ludwig von Jan: Johann Georg Kastner, ein elsässischer Tondichter, Theoretiker und Musikforscher – sein Werden und Wirken. Band 2, Teil 2. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1886, S. 287–327 (archive.org).</ref>. Das Instrument wurde von seiner Mutter auf der International Exhibition of Inventions 1885 in London angeboten.<ref name="London1885">Official Catalogue: International Inventions Exhibition, London. William Clowes and Sons, 1885. S. 338</ref> Unter anderem versuchte auch Henri Dunant, der Begründer der Rotkreuz-Bewegung, auf Veranlassung von Kastners Mutter Léonie Kastner-Boursault sein Glück bei der Vermarktung dieser Idee<ref name="Dunant">Henri Dunant: The Pyrophone. In: Popular Science Monthly. Vol. 7, August 1875, S. 444–453 (Wikisource).</ref>. Er hatte dabei jedoch nicht viel Erfolg, weil eines der ersten Pyrophone bei einem Konzert explodierte und den Organisten verletzte.

Datei:PSM V07 D463 The pyrophone.jpg
Tonbildende Gasbrenner im Pyrophon

Wirkungsweise

Das Pyrophon benutzte die so genannten singenden Flammen. Als Orgelpfeifen wurden Glasröhren verschiedener Größe verwendet, die statt des im Orgelbau üblichen Luftstroms über einem Labium mittels kleiner Gasflammen zum Schwingen gebracht wurden. Musikalische Reinheit und erhöhte Tonstärke erzielte man durch Brenner mit mehreren kleinen Flammen (6 bis 16, manchmal noch mehr), deren Umfang für jede Röhre genau bemessen war. Das Niederdrücken der Tasten bewirkte dann die Teilung der in der entsprechenden Röhre brennenden einen großen Flamme in einzelne Flämmchen und brachte auf diese Weise den gewünschten Ton hervor.

Das Pyrophon umfasste chromatisch drei Oktaven, entsprechend den 16-, 8- und 4-füßigen Orgelpfeifen. Die Klangfarbe war ähnlich der Stimme eines Menschen. Im 19. Jahrhundert komponierte unter anderem Wendelin Weißheimer Werke für die Flammenorgel, wie das Pyrophon auch genannt wurde. Auch heutzutage gibt es immer wieder Musiker, die Pyrophone konstruieren, die dann zeitgemäß mit Propangas arbeiten und mit MIDI-Schnittstellen ausgerüstet sind.

Literatur

  • Frédéric Kastner: Les flammes chantantes, theorie des vibrations et considerations sur l’électricité. 3. Auflage. Paris 1876 (archive.org).

Weblinks

Commons: Pyrophone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />