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Thoriumnitrat

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Strukturformel
Struktur des Thorium4+-Ions   Datei:4.svg Struktur des Nitrat-Ions
Allgemeines
Name Thoriumnitrat
Andere Namen
  • Thorium(IV)-nitrat
  • Thoriumtetranitrat
Summenformel Th(NO3)4
Kurzbeschreibung

hygroskopische weiße Plättchen<ref name="CRC_HANDBOOK" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 237-514-1
ECHA-InfoCard 100.034.090
PubChem 26293
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 480,06 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,78 g·cm−3<ref name="ibilabs">ibilabs.com: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />MSDS Thorium Nitrate (Memento vom 13. Februar 2013 im Internet Archive)</ref>

Schmelzpunkt
  • 50 °C (Zersetzung)<ref name="CRC_HANDBOOK">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Properties of the Elements and Inorganic Compounds, S. 4-95.</ref>
  • 500 °C (Tetrahydrat) (Zersetzung)<ref name="CRC_HANDBOOK" />
Löslichkeit

leicht löslich in Wasser und Ethanol<ref name="CRC_HANDBOOK" />

Gefahren- und Sicherheitshinweise
Datei:ISO 7010 W003.svg
Radioaktiv
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref><ref>Die von der Radioaktivität ausgehenden Gefahren gehören nicht zu den einzustufenden Eigenschaften nach der GHS-Kennzeichnung.</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​302​‐​315​‐​319​‐​335​‐​373​‐​411
P: 210​‐​273​‐​301+312​‐​302+352​‐​305+351+338<ref name="sigma" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Thoriumnitrat (Th(NO3)4) ist eine farblose, leicht in Wasser und Ethanol lösliche chemische Verbindung, das Thoriumsalz der Salpetersäure. Das Nitrat ist ein wichtiges Zwischenprodukt bei der Darstellung von Thorium(IV)-oxid sowie von Thoriummetall und wird auch bei der Erzeugung von Gasglühkörpern eingesetzt.

Eigenschaften

Chemische Reaktionen

Thoriumnitrat selbst ist nicht entflammbar, jedoch – wie andere Nitrate – brandfördernd. Mischungen mit brennbaren Stoffen können daher beim Entzünden heftig oder explosiv reagieren. Die dabei entstehenden Gase enthalten gesundheitsschädliche Stickstoffverbindungen.

Wässrige Lösungen reagieren sauer, da durch Hydrolyse Salpetersäure entsteht. Die Lösungen zersetzen sich langsam unter Abscheidung sogenannter basischer Thoriumnitrate.<ref name="Römpp">Eintrag zu Thoriumtetranitrat. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Auswirkungen auf die Gesundheit

Thoriumnitrat selbst ist gering giftig, die freiwerdende Alphastrahlung kann jedoch in größeren Mengen gesundheitsschädigend wirken. Die Emission von Beta- und Gammastrahlung ist eher gering. Der Staub kann Augen, Nase, Rachen und Haut reizen. Bei Augenkontakt sollten die Augen gründlich mit fließendem Wasser gespült werden.

Bei Mäusen bewirkte orale Gabe in hoher Dosis tödliche gastrointestinale Störungen wie Magengeschwüre und Darmblutungen.<ref name="cjor" /><ref name="chemid" /> Beim Verschlucken wird empfohlen, viel zu trinken. In jedem Fall ist sofort ein entsprechender Arzt aufzusuchen. Die Substanz kann Übelkeit, Benommenheit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, blutige Durchfälle, Krampfanfälle und Kreislaufkollaps hervorrufen.<ref name="ibilabs" />

Radioaktivität

Thoriumnitrat besitzt eine spezifische Aktivität von 3,93 kBq/g.<ref name="sigma" />

Verwendung

Datei:Gluestrumpf2.jpg
Glühstrumpf, links vor dem ersten Gebrauch, rechts nach vorsichtigem Abbrennen des Gewebes und Inbetriebnahme der Lampe.

Am wichtigsten war bis vor einigen Jahren die Verwendung zur Herstellung von Glühstrümpfen, die die Lichtausbeute bei Gaslampen verbesserten. Mittlerweile wurde die Substanz jedoch erfolgreich durch nichtradioaktive Materialien ersetzt.

Auch wurde es für die Herstellung von Elektroden zum Schweißen gebraucht (Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG)). Ebenso wurden Kathoden für Magnetron- und Wanderfeldröhren unter Verwendung von Thoriumnitrat hergestellt, da diese in der Lage waren, freie Elektronen auch bei niedrigen Temperaturen zu emittieren und zudem eine längere Lebensdauer hatten.<ref>James B. Hedrick: Thorium (PDF; 36 kB).</ref>

Als Bestandteil von Thorium-X

Thoriumnitrat ist ein Bestandteil von Thorium-X, einer Mischung verschiedener radioaktiver Isotope, welche früher unter anderem für die Erzeugung der damals für besonders gesund gehaltenen Zahnpasta Doramad, welche jedoch nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki wegen der seitdem offenkundlichen Schädlichkeit von Radioaktivität vom Markt genommen wurde. Ebenso gab es unter der Bezeichnung Thorium-X Salben, Badezusätze und Tinkturen vor allem gegen Ekzeme.<ref name="DOI10.1038/jid.1951.100">Victor H Witten, Milton S Ross, Eleanor Oshry, Arthur B Hyman, Vera Holmstrom: Studies of Thorium X Applied to Human Skin. In: Journal of Investigative Dermatology. 17, 1951, S. 311–322, doi:10.1038/jid.1951.100.</ref> Diese Verwendung hatte z. T. schwerwiegende Spätfolgen.<ref name="DOI10.1111/j.1365-2230.2008.03012.x">J. Natkunarajah, S. Cliff: Thorium X treatment: multiple basal cell carcinomas within a port-wine stain. In: Clinical and Experimental Dermatology. 34, 2009, S. e189–e191, doi:10.1111/j.1365-2230.2008.03012.x.</ref>

Thorium-X wurde vielseitig erforscht, unter anderem seine (vermuteten positiven) Auswirkungen auf das Immunsystem<ref></ref> und auf Mykosen.<ref>Bernard Green: Mycosis Fungoides — Treated with Thorium X. In: Proceedings of the Royal Society of Medicine. Band 40, Nr. 9, 1947, S. 503, PMID 19993605, PMC 2183582 (freier Volltext).</ref>

In den 1960er-Jahren wurde Thorium-X auch gegen Morbus Bechterew eingesetzt.

Literatur

  • Mathias S. Wickleder, Blandine Fourest, Peter K. Dorhout: Thorium. In: Lester R. Morss, Norman M. Edelstein, Jean Fuger (Hrsg.): The Chemistry of the Actinide and Transactinide Elements. Springer, Dordrecht 2006, ISBN 1-4020-3555-1, S. 52–160, doi:10.1007/1-4020-3598-5_3.

Weblinks

  • Informationen (PDF, en; 17 kB) der National Oceanic and Atmospheric Administration

Einzelnachweise

<references />