John Lurie
John Lurie (* 14. Dezember 1952 in Minneapolis, Minnesota)<ref>Perfect Sound Forever: John Lurie interview. Abgerufen am 2. Juni 2021.</ref><ref>April 2011: John Lurie Discussion Part 2. Abgerufen am 2. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> ist ein US-amerikanischer Komponist, Musiker, Schauspieler, Film- und Musikproduzent sowie auch Maler und Autor.
Leben und Wirken
Musik und Film
Lurie gründete 1978 mit seinem Bruder Evan Lurie in New York die Gruppe Lounge Lizards, in der er Alt- und Sopransaxophon spielte. Lurie prägte dabei den Begriff Fake-Jazz, um die Musik der Gruppe zu beschreiben.<ref>http://www.avclub.com/articles/john-lurie,13553/ „[…] "fake jazz" is a term I invented after our first concert in 1979; I just threw it out there.“ John Lurie 1998 in einem Interview mit Joshua Klein</ref>
Ab 1980 spielte er in den ersten drei Filmen von Jim Jarmusch, für die er auch die Filmmusik komponierte: Permanent Vacation, Stranger than Paradise und Down by Law. Spätestens durch Stranger than Paradise, der 1984 in die Kinos kam, erzielte er mit seinem lakonisch-coolen Auftreten und seinem Outfit, bestehend aus Borsalino-Fedorahut und einem alten Anzug, über die Grenzen von Downtown New York hinaus Kultstatus.
Für die Fernsehserie Fishing with John lud Lurie 1991 berühmte Kollegen zum Fischen ein, obwohl er (laut Untertitel) selbst keine Ahnung vom Fischen hatte. Mit dabei waren Willem Dafoe, Matt Dillon, Dennis Hopper, Jim Jarmusch und Tom Waits.<ref>Fishing with John. Internet Movie Database, abgerufen am 22. Mai 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
1998 gründete Lurie mit Strange & Beautiful Music sein eigenes Musiklabel und veröffentlichte mit Queen of All Ears das vorerst letzte Album seiner Gruppe Lounge Lizards sowie den Soundtrack zu Fishing with John. 1999 wurde hier auch sein Marvin-Pontiac-Projekt veröffentlicht, das posthume „Erbe“ eines afrikanisch-jüdischen Bluesmusikers.<ref>http://www.strangeandbeautiful.com/marvin/</ref> Die Figur des Marvin Pontiac und alle Songs wurden von Lurie selbst geschaffen. Lounge-Lizards-Musiker wie Marc Ribot und Billy Martin halfen bei den Aufnahmen, auch Eszter Bálint, seine Mitspielerin aus Stranger than Paradise, ist auf dem Album zu hören (Small Car). 2017 erschien ein zweites Marvin-Pontiac-Album, Marvin Pontiac: The Asylum Tapes, beworben mit der Aussage: „Marvin Pontiac was anonymously sent a 4 track tape recorder during the years he was held at Esmerelda State Mental Institution. This is what he did with it.“ (deutsch: „Marvin Pontiac wurde anonymerweise ein 4-Track-Aufnahmegerät geschickt, während er Insasse der Esmerelda State Mental Institution war. Hier ist, was er daraus gemacht hat.“)Vorlage:": Ungültiger Wert: ref= 2014 erschien ein neues Album mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen des John Lurie National Orchestra (The Invention of Animals).<ref>http://pitchfork.com/reviews/albums/18865-the-john-lurie-national-orchestra-the-invention-of-animals/</ref>
Malerei
Lurie zog sich nach einer Infektion mit Borreliose 1994 häufiger aus der Öffentlichkeit zurück und malt seit dieser Zeit. Er stellt seine naiven Bilder seit 2004 u. a. in New York, München<ref>John Lurie: My Clown's on Fire. New works on paper. Galerie Daniel Blau, München 2005, ISBN 978-3-00-016585-6 </ref> und Amsterdam aus<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 16. Juli 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> sowie 2012 in Berlin<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 17. Mai 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> und veröffentlichte 2007 zwei Bücher: Learn to Draw mit Zeichnungen beim Verlag Walther König<ref>John Lurie: Learn to Draw. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2007, ISBN 978-3-86560-087-5.</ref> und A Fine Example of Art bei powerHouse,<ref>John Lurie: A Fine Example of Art. powerHouse Books, New York 2007, ISBN 978-1-57687-377-9</ref> in der er als Maler wie auch erstmals als Autor einfacher, kurzer Texte auftritt. Lurie malt im Grunde bereits seit den 1970ern. Doch erst die Borreliose-Krankheit bewog ihn, sich auf diese Kunstform zu konzentrieren („It was like: Ok I am putting my soul into this“<ref>Nitehawk Cinema: Fishing with John...with John Lurie: complete Q&A auf YouTube, 4. Januar 2013, abgerufen am 25. Februar 2024 (Laufzeit: 35:46 min).</ref>). Er begann mit Bleistiftzeichnungen und arbeitet heute mit Aquarell und Öl. Lurie sieht seine Gemälde als die natürliche Fortsetzung seiner Malerei in der Kindheit und bezieht sich generell positiv auf den „kindlichen“ Zugang zur Kunst.<ref>http://magazine.seymourprojects.com/2012/03/john-lurie-superhero/</ref> Das Museum of Modern Art hat einige seiner Werke in seine permanente Kollektion aufgenommen.
2021 strahlte HBO die erste Staffel der Serie Painting with John (eine Anspielung auf das frühere Fishing with John des Künstlers), in der er beim Aquarellmalen begleitet wird. Ein Jahr später folgte eine zweite Staffel.<ref>Vorlage:IMDb/1</ref> Die Serie wurde überwiegend positiv rezipiert.<ref>Painting with John bei Rotten Tomatoes, abgerufen am 22. Mai 2022.</ref>
Offener Brief
Zeitweise kämpfte Lurie für den Rückruf eines Artikels über ihn,<ref>Tad Friend Sleeping with weapons. Why did John Lurie disappear, The New Yorker, 16. August 2010</ref> der 2010 im Magazin The New Yorker erschienen war. Freunde und andere Leute, die für diesen Artikel interviewt wurden, verfassten einen offenen Brief an das Magazin.<ref>Offener Brief</ref> Sie erklärten in diesem Brief, dass ihre Worte „verdreht, falsch zitiert oder ignoriert“ worden seien und dass der Mensch, der in diesem Artikel beschrieben wurde, nicht Lurie sei. Den Brief unterschrieben neben Freunden und Bekannten auch etliche Persönlichkeiten aus der Kunst- und Kulturszene. Der Artikel fachte angeblich eine bereits bestehende Stalking-Situation weiter an und soll teilweise auf falschen Aussagen des Stalkers beruht haben.<ref>Interview mit Lurie (jambands.com, Februar 2011)</ref>
Trivia
Lurie ist Mitglied des inoffiziellen „Geheimclubs“ Sons of Lee Marvin, der in den 1980er Jahren von Jim Jarmusch in Andenken an den Schauspieler Lee Marvin gegründet wurde.
Filmografie (Auswahl)
- 1980: Underground U.S.A.
- 1980: Permanent Vacation
- 1981: Subway Riders
- 1984: Stranger than Paradise
- 1984: Paris, Texas
- 1985: Susan … verzweifelt gesucht (Desperately Seeking Susan)
- 1986: Down by Law
- 1988: Die letzte Versuchung Christi (The Last Temptation of Christ)
- 1990: Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula (Wild at Heart)
- 1991: Fishing with John (sechsteilige Fernsehdokumentarfilmreihe)
- 1995: Smoke
- 1998: New Rose Hotel
- 2000: Sleepwalk
Diskografie (Auswahl)
- 1981–1998: mit The Lounge Lizards
- 1993: John Lurie National Orchestra: Men with Sticks (MtM/Crammed Discs) Trio mit Billy Martin und Calvin Weston
- 1991–1994: John Lurie National Orchestra: The Invention of Animals (Amulet) mit Billy Martin und Calvin Weston (ed. 2014)
- 1999: The Legendary Marvin Pontiac: Greatest Hits (Strange and Beautiful Music) u. a. mit John Medeski und Marc Ribot
- 2017: Marvin Pontiac: The Asylum Tapes (Strange and Beautiful Music)
Soundtracks
- 1980: Permanent Vacation
- 1985: Stranger Than Paradise / The Resurrection of Albert Ayler (Made to Measure/Crammed Discs)
- 1987: Down by Law / Variety (MtM/Crammed Discs)
- 1989: Mystery Train (Milan)
- 1991: Fishing with John (Strange and Beautiful Music, 1998)
- 1995: Get Shorty (Verve)
- 1996: Manny & Lo
- 1997: Excess Baggage (dt. Ärger im Gepäck) (Prophesy)
- 1998: Clay Pigeons – Lebende Ziele (unveröffentlicht)
- 1999: African Swim / Manny & Lo (Strange and Beautiful Music)
- 2003: Late Night with Conan O’Brien: 10th Anniversary Special (unveröffentlicht)
- 2024: Painting with John (Music from the Original TV Series) (Strange and Beautiful Music)
Weblinks
- Offizielle Website von John Lurie and the Lounge Lizards
- Vorlage:IMDb/1
- John Lurie Art mit Bildergalerie
- Literatur von und über John Lurie im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lurie, John |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Komponist, Musiker, Schauspieler, Filmproduzent und Musikproduzent sowie Maler und Autor |
| GEBURTSDATUM | 14. Dezember 1952 |
| GEBURTSORT | Minneapolis, Minnesota |
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- Jazz-Saxophonist
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