Zum Inhalt springen

Nimba-Berg-Riedfrosch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 20. Mai 2024 um 11:22 Uhr durch imported>Lupe (HC: Entferne Kategorie:Froschlurche; Ergänze Kategorie:Riedfrösche).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Nimba-Berg-Riedfrosch
Systematik
ohne Rang: Amphibien (Lissamphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Neobatrachia
Familie: Riedfrösche (Hyperoliidae)
Gattung: Hyperolius
Art: Nimba-Berg-Riedfrosch
Wissenschaftlicher Name
Hyperolius nimbae
Laurent, 1958

Der Nimba-Berg-Riedfrosch (Hyperolius nimbae) ist ein Riedfrosch, der in der Republik Elfenbeinküste endemisch und nach den Nimba-Bergen benannt ist. Der Frosch galt zwischen 1967 und seiner Wiederentdeckung 2010 als ausgestorben.<ref name="Black 2010" />

Merkmale

Der Nimba-Berg-Riedfrosch ist einer der größeren Riedfrösche, die Männchen erreichen 30–37 mm, die Weibchen 34–38 mm. Die Art ändert ihre Zeichnung während der Entwicklung. Juvenile Tiere und viele voll entwickelte Männchen (Phase J) sind in der Regel bräunlich bis grün mit paarigen hellen dorsolateralen Linien oder einer sanduhrähnlichen Zeichnung. Vor ihrer ersten Brutsaison (Phase F) sind alle voll entwickelten Weibchen und einige Männchen gräulich mit schwarzen Punkten oder Flecken. Die Schenkel sind leuchtend rot.<ref name="ci" /> Der Rücken ist gekörnt oder warzig. Sie besitzen ausgedehnte Schwimmhäute und horizontal liegende Pupillen.<ref name="Amphibiaweb" />

Verbreitung und Lebensraum

Das Habitat des Nimba-Berg Riedfroschs sind Sumpfränder und Lichtungen im Tiefland am Südostrand des Mont Richard-Molard (Mont Nimba). Möglicherweise gibt es auch Populationen in Guinea und Liberia.<ref name="IUCN" />

Lebensweise

Die Männchen rufen aus den Gräsern am Rande großer, vermutlich temporärer Sümpfe. Die Rufe sind eine schnelle Serie von Klicks mit klarem, kleinen Glocken ähnelndem Klang. Die Klicks erfolgen immer in Serien, einzelne Klicks kommen nicht vor. Die gut abgegrenzte, höchste Schallintensität eines Klicks liegt bei einer Frequenz von 2400 Hz und ist dem einzelnen Ruf von Hyperolius viridiflavus sehr ähnlich.<ref name="Amphibiaweb" />

Taxonomie

Nach Schiøtz, 1999, gehört der Nimba-Berg-Riedfrosch zur Hyperolius-tuberculatus-Gruppe innerhalb des Hyperolius-viridiflavus-Artenkomplexes. Manchmal wird er als Unterart von Hyperolius tuberculatus angesehen, auf der Basis der unterschiedlichen Rufe betrachtet Schiøtz ihn aber als eigene Art.<ref name="AS6" />

Gefährdung und Schutz

Das Verbreitungsgebiet des Nimba-Berg-Riedfrosch umfasst weniger als 5.000 km²; er kommt an weniger als fünf Standorten vor und sein Lebensraum auf und am Mont Nimba ist in Ausbreitung und Qualität rückläufig. In seinen begrenzten Lebensräumen ist der Nimba-Berg-Riedfrosch zwar offenbar sehr häufig, die Bestände gehen jedoch zurück. Die Art der Gefährdung ist schwer zu bestimmen, da über seine Anpassungsfähigkeit nichts bekannt ist. Er könnte aber vom Ausbau der Landwirtschaft, von Abholzung und menschlichen Ansiedlungen betroffen sein. Auch wenn ein Teil der Nimba-Berge als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, ist der Nimba-Berg-Riedfrosch in keinem geschützten Bereich heimisch. Von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) wird die Art als stark gefährdet (Endangered, EN) eingestuft.<ref name="IUCN" />

Literatur

  • R. F. Laurent: La reserve naturelle integrale du Mont Nimba – Les rainettes du genre Hyperolius. Memoires de l'Institution Fondamental d'Afrique Noire, 1958, S. 275–299 (Erstbeschreibung)
  • R. F. Laurent: Nouveaux commentaires sur la superespece Hyperolius viridiflavus (Anura). Annales Musée Royal de l'Afrique Centrale, 1976, S. 73–114.
  • A. Schiøtz: The treefrogs (Rhacophoridae) of West Africa. Spolia Zoologica Musei Hauniensi, 1967, S. 1–346.
  • A. Schiøtz: The superspecies Hyperolius viridiflavus (Anura). Videnskabelige Meddelelser fra Dansk Naturhistorisk Forening, 1971, S. 21–76.
  • A. Schiøtz: Treefrogs of Africa. Edition Chimaira, Frankfurt am Main 1999

Einzelnachweise

<references> <ref name="Black 2010"> Richard Black: ‚Lost‘ frogs found after decades. BBC News, Science and Environment, vom 22. September 2010. Abgerufen am 11. Dezember 2013 </ref> <ref name="Amphibiaweb"> Hyperolius nimbae bei Amphibiaweb </ref> <ref name="ci"> Mount Nimba reed frog (Hyperolius nimbae) bei Conservation International (Online) </ref> <ref name="AS6"> Darrel R. Frost: Hyperolius nimbae Laurent, 1958. In: Amphibian Species of the World 6.0. (Online) </ref> <ref name="IUCN"> IUCN </ref> </references>

Weblinks

  • Darrel R. Frost: Hyperolius nimbae. In: Amphibian Species of the World: an Online Reference. Version 5.4. American Museum of Natural History, New York April 2010 (amnh.org).
  • [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.1. Eingestellt von: Arne Schiøtz, Mark-Oliver Rödel, 2004. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.