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Jan Vansina

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Jan Maria Jozef Emiel Vansina (* 14. September 1929 in Antwerpen; † 8. Februar 2017) war ein belgischer Ethnologe und Historiker.<ref>Laut eigener Aussage ist er kein Ethnologe, sondern Historiker. Vgl. Klappentext zu Jan Vansinas Autobiographie ‚Living with Africa‘.</ref> Er studierte mittelalterliche Geschichte in Löwen. Seine Lehrer waren unter anderem Albert de Meyer und Jozef Desmet, die beide Schüler des Positivisten Ernest Cauchie waren.

Vansina untersuchte die mündlich-geschichtliche Überlieferung (Oral History) in Afrika südlich der Sahara – im Besonderen über Genealogien. Er gilt als einer der Begründer der amerikanischen Afrikanistik<ref>Johannes Fabian, Anthropology with an attitude. Stanford 2001, 72.</ref> und hatte großen Einfluss auf die Oral-History-Forschung. 1982 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen, 1994 in die British Academy<ref>Deceased Fellows. British Academy, abgerufen am 12. August 2020.</ref> und 2000 in die American Philosophical Society. Vansina, emeritierter Professor an der University of Wisconsin-Madison, starb im Februar 2017.<ref>Trailblazing African History Scholar Jan Vansina Passes Away. University of Wisconsin–Madison, International Division, 13. Februar 2017, abgerufen am 15. Februar 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Auf Vansina geht die „Floating Gap<ref>Matthias Braunwarth: Gedächtnis der Gegenwart: Signatur eines religiös-kulturellen Gedächtnisses ; Annäherung an eine Theologie der Relationierung und Relativierung. LIT Verlag Münster, 2002, ISBN 978-3-8258-5912-1 (google.de [abgerufen am 2. Dezember 2025]).</ref>“ (schwebende Lücke) zurück, eine Barriere beim Langzeitdenken. Danach gibt es im Kollektiven Gedächtnis der Kulturen eine kritische Zeitspanne von rund 80 Jahren – die Spanne eines Menschenlebens von den frühen Erinnerungen bis zum Tod. Zwischen der alten, kollektiv überlieferten (Oral) History und den eigenen Erfahrungen bestehen keine Verbindungen. Die beiden Erinnerungsebenen seien „wie zwei Enden ohne Mitte“; somit tut sich eine Lücke auf. Diese Distanz trennt auch das Heute vom Ende des Zweiten Weltkrieges. Die letzten Zeitzeugen der NS-Diktatur, des Krieges und der Shoa sterben. Diese Schrecken drohen zur abstrakten Erinnerung zu werden: Zahlen, Daten, Fakten statt Erfahrung. Das hat Folgen für die Lehren, die aus dem Zivilisationsbruch folgen. Ohne aktive Erinnerungsarbeit droht das „Nie wieder“ in Vergessenheit zu geraten.<ref>Denken in langen Linien. Abgerufen am 2. Dezember 2025.</ref>

Werke

  • Oral Tradition (1961, englische Übersetzung 1965)
  • Living with Africa, 1994
  • Art History in Africa: an introduction to method (Zeichnungen von C. Vansina, London, Longman 1984).
  • Kingdoms of the Savanna. Madison, Wisconsin: University of Wisconsin Press 1966.
  • Paths in the Rainforests. Madison, Wisconsin: The University of Wisconsin Press, 1990.
  • Antecedents to Modern Rwanda: The Nyiginya Kingdom (Translated from the French by the author). Africa and the Diaspora series. Madison, Wisconsin: University of Wisconsin Press 2004.
  • How Societies Are Born: Governance in West Central Africa Before 1600. Charlottesville, Virginia: University of Virginia Press, 2004.
  • Being Colonized: The Kuba Experience in Rural Congo, 1880–1960. Madison, Wisconsin: University of Wisconsin Press 2004

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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