Zum Inhalt springen

Rage in Eden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 8. Februar 2026 um 22:38 Uhr durch imported>Ankhkheperure (Abschnitt ›Cover‹ ergänzt und präzisiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Rage in Eden
Studioalbum von Ultravox

Veröffent-
lichung

11. September 1981

Label(s)

Chrysalis Records

Format(e)

CD, LP

Genre(s)

Rock, New Wave, Synthie-Pop

Titel (Anzahl)

9

Länge

45:30

Besetzung

  • Schlagzeug / Percussion: Warren Cann

Produktion

Ultravox und Conny Plank

Studio(s)

Conny’s Studio, bei Köln

Chronologie
Vienna
(1980)
Rage in Eden Quartet
(1982)
Singleauskopplungen
10. August 1981 The Thin Wall
26. Oktober 1981 The Voice

Rage in Eden ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist das fünfte Studioalbum von Ultravox. Das Album erschien am 11. September 1981 genau 14 Monate nach dem Vorgänger Vienna bei Chrysalis Records und wird dem Genre New Wave zugerechnet.

Ein gleichnamiges Doppelalbum wurde am 22. September 2008 als Remastered Definitive Edition veröffentlicht. Es enthält neben einer remasterten Version des Originalalbums auf der ersten CD eine zweite CD mit einigen B-Seiten der Singleveröffentlichungen, Livemitschnitten und vormals unveröffentlichten Songs.

Entstehungsgeschichte

Nach dem kommerziellen Erfolg des Vorgängeralbums Vienna setzten sich die vier Bandmitglieder im Juni 1981 nach dem Abschluss der Europatournee weitgehend unvorbereitet im Studio von Conny Plank auf seinem Vierkanthof in Wolperath bei Köln zusammen, um für das neue Album die bei der Tournee gewonnenen Ideen in Musik und Texte umzusetzen. Dieser Ansatz war für die Band neu, denn bisher wurden die Songs vor den Aufnahmen im Studio immer bereits weitgehend ausgefeilt und teilweise auch live und vor Publikum erprobt, um die benötigten Studiozeiten und die damit verbundenen Kosten gering zu halten. Durch den kommerziellen Erfolg mit Vienna und die Tantiemen für den Charthit Fade to Grey von Visage, zu dem Midge Ure den Text und Billy Currie zusammen mit Chris Payne von Gary Numan die Musik beigesteuert hatten, spielten die Kosten für die Studiomiete keine entscheidende Rolle mehr. Für Rage in Eden waren die Studiozeiten der Band weniger wichtig, als am Sound zu feilen und einen ebenso erfolgreichen Nachfolger für Vienna zu schaffen. Hierzu verpflichteten Ultravox wieder Conny Plank als Toningenieur und Koproduzenten und sein Studio für die Aufnahmen und das Mastering. Plank hatte auch die beiden Vorgänger Systems of Romance und Vienna betreut und half der Band erneut bei der Verwirklichung des Sounds. Die Aufnahmen für Rage in Eden zogen sich über mehr als drei Monate bis kurz vor Veröffentlichung des Albums im September 1981 hin, da die Songs weitgehend erst im Studio entstanden.

Instrumentierung

Neben den bereits bei den Aufnahmen zu Vienna verwendeten Instrumenten kamen auf dem Album zusätzlich Linn LM-1 Drumcomputer und der polyphone Yamaha CS-80, der ebenfalls polyphone Oberheim OB-X und ein zweiter monophoner Moog Minimoog zum Einsatz. Der CS-80 wurde bei Livekonzerten zunächst nicht benutzt, da er etwa 100 Kilogramm wiegt und zum Verstimmen neigt. Der etwa 5000 US-Dollar teure Linn stellte eine deutliche Erweiterung der Percussionstechnik dar, denn er ließ sich im Gegensatz zu den zuvor von Schlagzeuger Warren Cann verwendeten reinen Rhythmusgeräten von Roland (TR-77 und CR-78) mit digitalen Soundsamples programmieren. Cann konnte damit sein eigenes Schlagzeug aufnehmen, digitalisieren und entsprechende Rhythmusmuster erzeugen, wie man sie beispielsweise auf The Thin Wall hört. Das Gerät kam fortan auch in den Liveshows zum Einsatz.

Neben den eigentlichen Instrumenten wurden auch diverse Klangmanipulationstechniken verwendet, um den Sound von Rage in Eden zu erzeugen. Die Band experimentierte häufig mit Nachhalleffekten und verwendete dabei rückwärtslaufende 2-Zoll-Multitrack-Bandaufnahmen von Gitarren- oder Gesangspassagen. Der Hintergrundgesang im Titelstück Rage in Eden entstand auf diese Weise, indem die titelgebende Textzeile aus I Remember (Death in the Afternoon) rückwärts abgespielt und mit Hall versehen erneut aufgenommen wurde. Dies war auf Livekonzerten jedoch nur annähernd reproduzierbar, so dass auf folgenden Alben auch Synthesizer mit Wavetable-Synthese zum Einsatz kommen sollten. Mit dieser Technik wurden die Klänge gespeichert, um solche Studioeffekte auch live aufführen zu können.

Cover

Das Originalcover von Rage in Eden wurde von dem britischen Grafikdesigner Peter Saville entworfen, der insbesondere durch seine Arbeiten für New Order bekannt wurde.<ref>Peter Saville, Chrysalis Records: Rage in Eden Köln 1981. 1981, abgerufen am 8. Februar 2026.</ref> Das abstrakt-surreale Motiv zeigt einen klassisch anmutenden Frauenkopf in stark stilisierter Form.<ref>Ultravox - Rage In Eden. 11. September 1981, abgerufen am 8. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Obwohl Ultravox bereits bei den Single-Covern zu „Vienna“ und „All Stood Still“ mit Saville zusammengearbeitet hatte, stellte Rage in Eden seine erste Gelegenheit dar, mit einem Albumcover größere Aufmerksamkeit zu erlangen. Kurz nach der Veröffentlichung kam es jedoch zu rechtlichen Auseinandersetzungen, da Saville für das Design weitgehend ein Plakat des französischen Grafikdesigners Hervé Morvan aus den 1930er-Jahren für das Magazin Cinémonde reproduziert hatte. Die Familie des Künstlers drohte mit rechtlichen Schritten, weshalb das Originalcover aus vertraglichen Gründen zurückgezogen wurde.<ref>MONUMENTAL A HISTORY OF ULTRAVOX - Record Collector Magazine. Abgerufen am 8. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In der Folge erschienen alle Wiederveröffentlichungen des Albums seit 1981 mit alternativem Artwork. Die erweiterte CD-Neuauflage von 1997 erforderte ebenfalls ein neues Cover, dessen Gestaltung auf dem Poster der ursprünglichen britischen LP-Pressung basierte.<ref name=":0">postpunkmonk: Designed By Peter Saville: The Many Faces Of “Rage In Eden”. In: Post-Punk Monk. 1. November 2010, abgerufen am 8. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Erst mit der am 22. September 2008 veröffentlichten remasterten Definitive Edition wurde das ursprüngliche Cover-Artwork wiederhergestellt.<ref name=":0" /> Die Lizenz für dieses Originaldesign gilt jedoch ausschließlich für die erste physische Auflage dieser Edition, die weltweit auf 10.000 Exemplare begrenzt ist. Spätere Ausgaben verwenden erneut das Coverdesign früherer CD-Wiederveröffentlichungen.

Titelliste

  1. The Voice – 6:01
  2. We Stand Alone – 5:39
  3. Rage in Eden – 4:12
  4. I Remember (Death in the Afternoon) – 4:57
  5. The Thin Wall – 5:39
  6. Stranger Within – 7:26
  7. Accent on Youth – 4:47
  8. The Ascent – 2:20
  9. Your Name (Has Slipped My Mind Again) – 4:29

Die Remastered Definitive Edition enthält auf der zweiten CD:

  1. I Never Wanted to Begin – 3:33
  2. Paths and Angles – 4:23
  3. I Never Wanted to Begin (Extended Version) – 6:19
  4. Private Lives (Recorded Live at Crystal Palace, 13. Juni 1981) – 4:51
  5. All Stood Still (Recorded Live at Crystal Palace, 13. Juni 1981) – 4:22
  6. I Remember (Death in the Afternoon) (Recorded Live at Hammersmith Odeon, 17. Oktober 1981) – 5:47
  7. Stranger Within (Recorded Live at Hammersmith Odeon, 17. Oktober 1981) – 8:02
  8. Rage in Eden (Recorded Live at Hammersmith Odeon, 17. Oktober 1981) – 4:27
  9. Accent on Youth (Recorded Live at Hammersmith Odeon, 17. Oktober 1981) – 4:46
  10. The Ascent (Recorded Live at Hammersmith Odeon, 17. Oktober 1981) – 2:28
  11. Your Name (Has Slipped My Mind Again) (Recorded Live at Hammersmith Odeon, 17. Oktober 1981) – 4:45
  12. Stranger Within (Work in Progress Mix) – 7:12
  13. The Thin Wall (Work in Progress Mix) – 5:17

Singleauskopplungen

Aus dem Album wurden insgesamt zwei Singles ausgekoppelt: The Thin Wall am 10. August 1981 (vor der Veröffentlichung des Albums) und The Voice am 26. Oktober 1981. Beide konnten sich in den britischen Top-40 unter den ersten 20 platzieren, was der Band fünf aufeinanderfolgende Top-40-Hits in Großbritannien einbrachte. Im deutschsprachigen Raum erreichte keine der beiden Singles eine Chartplatzierung.

Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Musikcharts/countries' not found

Rezeption

Das zeitgenössische Presseecho war geteilt: Während Melody Maker „Bestätigung, Konsolidität und Stil“ erkannte, fand Creem das Werk „steril, inhuman und faschistisch“.<ref>Presse zitiert nach Graf/Rausch, S. 1376</ref> Dave Thompson von Allmusic bewertet das Album mit 3,5 von 5 Punkten und meint, dass die Band mit Rage in Eden in große neue Höhen kletterte.

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

Das Album erreichte in Großbritannien Platz vier, in Deutschland Platz 48 und in den USA Platz 144 der Albumcharts. In Schweden und Norwegen erreichte das Album jeweils die Top-20 und erhielt in Großbritannien Gold-Status für mehr als 100.000 verkaufte Tonträger.

Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Musikcharts/countries' not found

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Musikcharts/countries' not found

Deluxe Edition

Am 30. September 2022 wurde das Album als Deluxe Edition wiederveröffentlicht. Die Sonderausgabe bestand aus 5 CDs und 1 DVD mit Neuabmischungen, Liveversionen und weiteren Aufnahmen. Auf der Bandseite erschien außerdem eine erweiterte Vinyl-Ausgabe mit 4 LPs.<ref>Ultravox / Rage in Eden deluxe reissue, Paul Sinclari, Super Deluxe Edition, 28. Juli 2022</ref><ref>Ultravox – Rage In Eden (Deluxe Edition) bei Discogs, abgerufen am 18. Januar 2023</ref> Die Neuausgabe erreichte Platz 48 in den britischen Charts (1 Woche).

Tournee

Datei:Ultravox 04111981 01 600.jpg
Ultravox mit Midge Ure im Osloer Chateau Neuf, 4. November 1981

Nach der Veröffentlichung ging die Band noch im September 1981 auf die als Rage in Eden World Tour bezeichnete Tournee mit zunächst 22 Auftritten in Großbritannien, gefolgt von mehreren Auftritten auf dem europäischen Festland von Mitte Oktober bis Dezember 1981. Anfang 1982 wurde die Tournee in den USA, Kanada, Neuseeland und Australien fortgesetzt. Sie endete in Japan, wo am 25. Februar 1982 das Abschlusskonzert in der Nakano Sun Plaza Hall in Tokio stattfand. Die Tournee war die erste, auf der keine Kompositionen des früheren Frontmannes John Foxx mehr gespielt wurden und gleichzeitig die letzte Tournee, bei der die Band ohne zusätzliche Livemusiker auskam.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Erweiterte Navigationsleiste/Lua