Zum Inhalt springen

Einfarb-Hakenschnabel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 20. Dezember 2025 um 19:20 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Einfarb-Hakenschnabel
Datei:Slaty Flowerpiercer.jpg

Einfarb-Hakenschnabel ♂

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Tangaren (Thraupidae)
Unterfamilie: Diglossinae
Gattung: Hakenschnäbel (Diglossa)
Art: Einfarb-Hakenschnabel
Wissenschaftlicher Name
Diglossa plumbea
Cabanis, 1861

Der Einfarb-Hakenschnabel (Diglossa plumbea) ist eine Vogelart aus der Familie der Tangaren (Thraupidae). Das Verbreitungsgebiet umfasst die mittelamerikanischen Länder Costa Rica und Panama. Der Bestand wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (least concern) eingeschätzt.

Merkmale

Der Einfarb-Hakenschnabel erreicht eine Körperlänge von etwa 10 Zentimetern bei einem Gewicht von etwa 9 Gramm. Der Oberschnabel hat eine hakenförmig nach unten gebogene Spitze. Die Oberseite des Männchens ist dunkelgrau bis blaugrau, wobei der schwärzlichen Schwanz und die Flügel dunkelgraue Ränder aufweisen. Die Kehle ist bleigrau, die Brust wird im hinteren Teil schiefergrau. Das Weibchen ist im Gegensatz zum Männchen auf der Oberseite braun-oliv. Die großen Armdecken und die Schirmfedern sind von einem dumpfen Oliv-Braungelb umrahmt. Die Rumpffärbung geht am Bauch ebenfalls in ein dumpfes Oliv-Braungelb über. Die Federn um die Kloake haben einen zimtfarben Farbstich.<ref name="stiles454">Frank Gary Stiles u. a., S. 454.</ref>

Datei:SlatyFlowerPiercerNest.JPG
Nest in den Bergen von Chiriqui, Panama

Verhalten

Normalerweise sieht man Einfarb-Hakenschnäbel allein oder in Paaren, wobei sie die Blüten von Epiphyten und Gebüsch aufsuchen. Der obere Teil des Schnabels hakt bei der schlauchförmigen Blumenkrone ein, der untere Teil durchbohrt sie schließlich. Mit ihrer Zunge saugen sie dann durch das entstandene Loch geschickt den Nektar. Außerdem sammeln sie aus dem Laub Insekten oder jagen diese im Flug. Bei Angriffen von Kolibris weichen sie ins Dickicht zurück.

Das Nest ist ein massiver, stabiler Napf aus Moos, Blattstückchen sowie groben und feineren Fasern. In dieses legen sie 2 hellblaue Eier, welche leicht braun gesprenkelt sind. Normalerweise brüten sie von August bis Dezember, in seltenen Fällen auch im März.<ref name="stiles454" />

Verbreitung und Lebensraum

Datei:Diglossa plumbea map.svg
Verbreitungskarte des Einfarb-Hakenschnabels (grün)

Die Vögel kommen in den Baumkronen und an Rändern von Bergwäldern vor, wobei sie sonnige offene Lichtungen ohne Bäume, aber mit dicht bewachsenem Gestrüpp bevorzugen. Man findet sie in Höhen zwischen 1200 und 1900 Meter.<ref name="stiles454" />

Unterarten

Datei:Diglossa plumbea Dacnis viguieri Coereba flaveola caboti.jpg
Einfarb-Hakenschnabel, Panamapitpit & Zuckervogel gemalt von John Gerrard Keulemans

Es sind zwei Unterarten beschrieben, die sich in ihrer Färbung und ihrem Verbreitungsgebiet unterscheiden:

  • Diglossa plumbea plumbea <templatestyles src="Person/styles.css" />Cabanis, 1861<ref name="cabanis411">Jean Louis Cabanis, S. 411.</ref> - Die Nominatform ist in den Cordillera de Guanacaste, Cordillera de Tilaran und im zentralen Teil der Cordillera de Talamanca präsent.
  • Diglossa plumbea veraguensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Griscom, 1927<ref name="griscom16">Ludlow Griscom, S. 16.</ref> Das Männchen dieser Subspezies unterscheidet sich durch den schiefergrauen Bereich zwischen Kopf und Nacken, welcher sich dunkelgrau bis blaugrau vom übrigen Körper abhebt. Die Unterschiede beim Weibchen sind deutlicher, da sowohl Ober- als auch Unterseite eher grau-oliv wirken, wobei die Oberseite einen leichten Blaustich aufweist. Man findet diese Unterart an den Hängen des Pazifiks im Westen von Panama.<ref name="griscom16" />

Etymologie und Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung des Einfarb-Hakenschnabels erfolgte 1861 durch John Gould unter dem wissenschaftlichen Namen Diglossa plumbea. Die Typusexemplare stammte aus Costa Rica und wurde von Alexander von Frantzius gesammelt.<ref name="cabanis411" /> Bereits 1832 führte Johann Georg Wagler die Gattung Diglossa für den Zimtbauch-Hakenschnabel (Diglossa baritula <templatestyles src="Person/styles.css" />Wagler, 1832) ein.<ref name="wagler280">Johann Georg Wagler, S. 280.</ref> Dieser Name setzt sich aus »di-, dis, duo {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)« für »doppelt, zweifach, zwei« und »glōssa {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)« für »Zunge«<ref name="jobling136">James A. Jobling, S. 136.</ref> Der Artname »plumbea« leitet sich vom lateinischen »plumbeus, plumbum« für »bleifarben, Blei« ab.<ref name="jobling310">James A. Jobling, S. 310.</ref> »Veraguensis« bezieht sich auf die panamaische Provinz Veraguas, in der diese Unterart beheimatet ist.<ref name="griscom16" />

Literatur

  • Frank Gary Stiles, Dana Gardner, Alexander Frank Skutch: A Guide to the Birds of Costa Rica. Cornell University Press, Ithaca, New York 1990, ISBN 0-8014-9600-4.
  • James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  • Jean Louis Cabanis: Uebersicht der im Berliner Museum befindlichen Vögel von Costa Rica. In: Journal für Ornithologie. Band 8, Nr. 48, 1861, S. 401–416 (biodiversitylibrary.org – 1860).
  • Ludlow Griscom: Undescribed or little-known birds from Panama. In: American Museum novitates. Nr. 280, 1927, S. 1–20 (digitallibrary.amnh.org [PDF]).
  • Johann Georg Wagler: Mittheilungen über einige merkwürdige Thiere. In: Isis von Oken. Band 25, Nr. 3, 1832, S. 275–320 (biodiversitylibrary.org).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />