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Erdbebenlicht

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Als Erdbebenlichter oder Erdbebenleuchten werden seltene, meist bläuliche, manchmal aber auch infrarote<ref name="spiegel" /> Leuchterscheinungen bezeichnet, die vor, während und gelegentlich auch nach Erdbeben auftreten.<ref name="wissen">Erdbebenlichter. In: wissen.de. Konradin Medien GmbH, abgerufen am 1. September 2014.</ref><ref name="welt">Roland Knauer: Ein Leuchten kündigt Erdbeben an. Elektrische Phänomene im Boden können ein Vorzeichen von Beben sein. In: Die Welt. WeltN24 GmbH, 12. September 2003, abgerufen am 12. September 2010.</ref> Solche Erscheinungen wurden schon in der Antike von Aristoteles in seinem Werk Meteorologica<ref>Aristoteles: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Meteorology – Buch II – Teil 8 (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive), 350 vor Chr., übersetzt von E. W. Webster, abgerufen am 20. September 2017</ref> und vom römischen Schriftsteller Seneca beschrieben.<ref name="spiegel">Gerald Traufetter: Blitze aus dem Boden. In: Spiegel Online. Spiegel Online GmbH, 13. Oktober 2003, abgerufen am 1. September 2014.</ref> Sie sind nicht auf die unmittelbare Nähe des Epizentrums beschränkt, sondern können auch in hunderten Kilometern Entfernung beobachtet werden.<ref name="welt2">Walter Willems: Mysteriöse Lichter kündigen manche Erdbeben an. Lichter kündigen Erdbeben manchmal Wochen vorher und Hunderte Kilometer entfernt an. Augenzeugen berichten von Blitzen, die aus dem Boden steigen. Forscher versuchen das Phänomen jetzt zu erklären. In: Die Welt. WeltN24 GmbH, 6. Januar 2014, abgerufen am 9. Juni 2015.</ref> Die Existenz des Phänomens galt lange Zeit als umstritten.<ref name="welt2" /><ref>Bizarre Earthquake Lights Finally Explained</ref>

Erforschung

Für die Ursache der Erdbebenlichter gibt es verschiedene Erklärungsversuche. Ende der 1990er Jahre wurde diskutiert, ob piezoelektrische Aufladungen in den Quarzbestandteilen der Gesteinsschichten nahe der Erdoberfläche, die durch den hohen Druck tektonischer Bewegungen hervorgerufen werden, ein Auslöser für entsprechende elektrische Entladungen sein könnten.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Ein weiterer Erklärungsversuch zielt auf örtliche Unstetigkeiten im Magnetfeld der Erde oder in der Ionosphäre, die dann unter Umständen als Rekombinationsleuchten beziehungsweise als erdoberflächennahe Aurora sichtbar werden könnten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Restless Earth – May Give Advance Notice of Large Earthquakes (Memento vom 4. Januar 2014 im Internet Archive), Pressemitteilung NASA, 7. Dezember 2001, abgerufen am 31. August 2014.</ref>

Im Januar 2014 konnten Forscher des Quebec Ministry of Natural Resources ein Muster hinter den Beobachtungen feststellen: 95 % der weltweiten seismischen Aktivitäten finden entlang der Grenzen zwischen zwei tektonischen Platten statt. 85 % der Erdbeben mit Erdbebenlichtern gehören jedoch zu den restlichen 5 %, die innerhalb von tektonischen Platten stattfinden. Ebenso konnte im Labor nachgewiesen werden, dass negativ geladene Sauerstoffionen, die durch hohen Druck aus den Peroxiden in bestimmten Gesteinsarten herausgelöst werden können, ein leuchtendes Plasma erzeugen.<ref>R. Theriault, F. St-Laurent, F. T. Freund, J. S. Derr: Prevalence of Earthquake Lights Associated with Rift Environments. In: Seismological Research Letters. 85, 2014, S. 159, doi:10.1785/0220130059.</ref><ref>Brian Clark Howard: Bizarre Earthquake Lights Finally Explained. Rare lights seen near earthquakes had long been called UFOs. National Geographic Society, abgerufen am 8. Juni 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Ferner könnte aus der Erdkruste austretendes Radon die Atmosphäre bereits Tage vor einem Erdbeben stark ionisieren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Atmosphere Above Japan Heated Rapidly Before M9 Earthquake (Memento vom 3. September 2014 im Internet Archive)</ref><ref>Atmosphere-Ionosphere Response to the M9 Tohoku Earthquake Revealed by Joined Satellite and Ground Observations. Preliminary results. arxiv:1105.2841</ref>

In Küstennähe wird auch Sonolumineszenz im Meerwasser als Ursache diskutiert.<ref name="wissen" />

Auf der Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union (EGU) in Wien im Jahr 2015 wurden von Wissenschaftlern um Eric Ferré von der Southern Illinois University (USA) Forschungsergebnisse vorgestellt, wonach durch Bohrungen Pseudotachylite mit einer gleichmäßigen Ausrichtung von eisenhaltigen Partikeln gefunden wurden, die nur durch einen enormen Stromfluss tief im Untergrund entstanden sein konnten.<ref name=":0">Axel Bojanowski: Blitze aus dem Boden: Geologen entdecken Ursprung der Erdbebenlichter. In: Spiegel Online. Spiegel Online GmbH, 8. Juni 2015, abgerufen am 8. Juni 2015.</ref> Nach der Theorie der Wissenschaftler wird durch ein Erdbeben entlang der Kollisionszone der Felsgesteine ein derart hoher Druck aufgebaut, dass die Strukturen der Minerale zerstört werden.<ref name=":0" /> Hierdurch entstehe eine elektrische Spannung, so dass im Ergebnis Strom durch die Minerale fließt.<ref name=":0" /> An der Erdoberfläche kann sich die Spannung entladen, so dass es wie bei einem Gewitter zu Blitzen oder zu den bislang beschriebenen Leuchterscheinungen kommen kann.<ref name=":0" />

Beobachtungen

Auswahl an Erdbeben, bei denen diese Lichter beobachtet wurden, in chronologischer Reihenfolge:

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

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