Zum Inhalt springen

Cyproheptadin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 11. März 2026 um 11:52 Uhr durch imported>Gib Senf dazu! (tk kl).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Strukturformel
Datei:Cyproheptadine Structural Formulae V.1.svg
Allgemeines
Freiname Cyproheptadin
Andere Namen

4-(5H-Dibenzo[a,d]cyclohepten-5-yliden)-1-methylpiperidin (IUPAC)

Summenformel C21H21N
Kurzbeschreibung

weißer bis gelber Feststoff (Cyproheptadinhydrochlorid-Sesquiydrat)<ref name="TCI" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN

Vorlage:CASRN (Cyproheptadinhydrochlorid-Sesquiydrat)

EG-Nummer 204-928-9
ECHA-InfoCard 100.004.482
PubChem 2913
DrugBank DB00434
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

R06AX02

Wirkstoffklasse

Antiallergikum

Wirkmechanismus

Antihistaminikum

Eigenschaften
Molare Masse 287,40 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="TCI" />

Löslichkeit

Cyproheptadinhydrochlorid-Sesquiydrat:

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="TCI">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check bei TCI EuropeVorlage:Abrufdatum</ref>

Cyproheptadinhydrochlorid-Sesquiydrat

Datei:GHS-pictogram-skull.svg

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​315​‐​319
P: 264​‐​270​‐​280​‐​301+310+330​‐​337+313​‐​501<ref name="TCI" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Cyproheptadin (Handelsname: Peritol) ist ein Arzneistoff, der unter anderem zur Behandlung der Kälteurtikaria eingesetzt wird. Er wurde 1961 von Sharp und Dohme patentiert.

Klinische Angaben

Anwendungsgebiete

Die Anwendung von Cyproheptadin ist kaum noch von Bedeutung. Die Wirksamkeit des Arzneistoffs für verschiedene beanspruchte Anwendungsgebiete ist schlecht belegt. Das einzige arzneimittelrechtlich in Deutschland zugelassene Anwendungsgebiet für Cyproheptadin ist die Behandlung der Kälteurtikaria, wenn konventionelle Antihistaminika nicht ausreichend wirksam sind.<ref name="pmid11702618"></ref> In den USA sind Cyproheptadin-Präparate darüber hinaus als Antiallergika zur Behandlung der saisonalen allergischen oder vasomotorischen Rhinitis, allergischen Bindehautentzündung und allergischer Hauterscheinungen, zur Besserung der allergischen Reaktion auf Blut oder Plasma sowie zur Behandlung des Dermographismus zugelassen.<ref></ref> In der Veterinärmedizin wird Cyproheptadin zur Appetitanregung verwendet, allerdings ist der Wirkstoff nicht für Tiere zugelassen.

Außerhalb der Zulassung wird Cyproheptadin zur Behandlung des Serotoninsyndroms, eines Krankheitsbildes, das zumeist durch Überdosierung oder Wechselwirkungen von serotoninergen Arzneistoffen ausgelöst wird, empfohlen.<ref name="pmid8740336"></ref> Eine Wirksamkeit von Cyproheptadin in der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen konnte hingegen nicht belegt werden.<ref></ref> In der vorbeugenden Behandlung (Prophylaxe) der Migräne gilt Cyproheptadin als Mittel der dritten Wahl. Seine Wirksamkeit ist auch für dieses Anwendungsgebiet kaum belegt.<ref name="pmid10993991"></ref>

Pharmakologische Eigenschaften

Es handelt sich bei Cyproheptadin um eine trizyklische Verbindung, die antagonistisch an Histamin-H1-Rezeptoren und an Serotoninrezeptoren wirkt und auch eine schwache anticholinerge Wirkung besitzt. Experimentell hemmt Cyproheptadin zudem die saure Sphingomyelinase.<ref name="Kornhuber et al. (2008)"></ref>

Literatur

  • Römpp Lexikon Chemie. 10. Auflage. Thieme, Stuttgart / New York 1996–1999, S. 858.
  • C.-J. Estler (Hrsg.): Pharmakologie und Toxikologie. 4. Auflage. Schattauer, Stuttgart 1995, S. 98–99.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein