Rudolf Ernst Rothe (* 15. Oktober1873 in Berlin; † 26. Oktober1942 ebenda)<ref>Lebensdaten nach Sitzungsberichte der Berliner Mathematischen Gesellschaft, 2001</ref> war ein deutscher angewandter Mathematiker.
Er befasste sich mit Differentialgeometrie und Funktionentheorie. Im Ersten Weltkrieg forschte er über Ballistik und bestimmte auf zeichnerischem Weg die Flugbahn der Geschosse des Paris-Geschützes (mit dem 1918 Paris aus 120 km Entfernung beschossen wurde).<ref>Armin Hermann, Hans Peter Sang (Herausgeber) Technik und Staat, VDI Verlag 1992, S. 368</ref><ref>Grüß, Rudolf Rothe zum Gedächtnis, Zeitschrift für angewandte Mathematik und Mechanik, Bd. 22 Nr. 5 Okt 1942</ref>
Rothe vollendete nach dem Tod von Johannes Knoblauch die Herausgabe der Werke von Karl Weierstraß. Er war 1911 und 1913 mit Felix Auerbach Mitherausgeber des Taschenbuch für Mathematiker und Physiker (Teubner, zuerst 1909 allein von Auerbach herausgegeben).
Schriften
Darstellende Geometrie des Geländes, Mathematisch-Physikalische Bibliothek Bd. 35/36, Teubner 1919
Höhere Mathematik für Mathematiker, Physiker und Ingenieure, Teil 1–6, Teubner, zuerst 1925 (Neuauflage in den 1960er Jahren durch Istvan Szabo)
Funktionentheorie und ihre Anwendung in der Technik, Springer 1931 (englische Übersetzung MIT Press 1933, Dover 1961) Datei:Aufsätze von Rudolf Rothe.pdfAufsätze von Rudolf Ernst Rothe
Differentialgeometrie, De Gruyter 1937
mathematischer Abschnitt des Ingenieurtaschenbuches "Hütte" mehrere Jahrgänge in den 1930er Jahren
Paul Trommsdorff: Der Lehrkörper der Technischen Hochschule Hannover 1831–1931. Technische Hochschule Hannover, Hannover 1931, S. 9.
Jochen Brüning: Mathematics and fascism. The case of Berlin. In Michele Emmer: Mathematics and Culture, Bd. 1. Springer, Berlin 2004, ISBN 3-540-01770-4.<ref>Er nennt Rothe als Beispiel für eine deutschnationale Haltung, erwähnt aber auch, dass er sich in der Zeit des Nationalsozialismus für jüdische Kollegen wie Ernst Jacobsthal einsetzte</ref>