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Getriebewerk Brandenburg

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VEB Getriebewerk Brandenburg

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Getriebewerke Brandenburg IFA VEB Logo.svg
Rechtsform Volkseigener Betrieb
Auflösungsgrund Übernahme durch die ZF Getriebe GmbH
Sitz Brandenburg an der Havel, Deutsche Demokratische Republik
Branche Getriebebau

Der Volkseigene Betrieb VEB Getriebewerk Brandenburg war der wichtigste Zulieferer von Getrieben in der Deutschen Demokratischen Republik.

Geschichte

Das Unternehmen entstand aus den Brandenburger Traktorenwerken, weil der Nachfragerückgang bei deren Erzeugnissen (Raupenschlepper) eine Produktionsumstellung erforderlich machte. Im Getriebewerk Brandenburg wurden die Getriebe für IFA W50, IFA L60 sowie diverse Traktoren und selbstfahrende Arbeitsmaschinen gefertigt. Bis 1990 wurden fast 900.000 Getriebe für LKW, Traktoren und selbstfahrende Arbeitsmaschinen produziert.

Aus ökonomischen Gründen wurde der Großteil der Inhaftierten aus dem örtlichen Zuchthaus Brandenburg-Görden zur produktiven Arbeit für das Getriebewerk herangezogen. Zum Jahresbeginn 1967 wurden etwa 640 Insassen in Produktionshallen auf dem Anstaltsgelände zum Herstellen von Panzer- und Traktorenteilen sowie von Getrieben für Lastkraftwagen zwangsverpflichtet.<ref>Tobias Wunschik: Honeckers Zuchthaus. Brandenburg-Görden und der politische Strafvollzug der DDR 1949–1989 (= Analysen und Dokumente des BStU. Nr. 51). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, ISBN 978-3-525-35124-6, S. 485.</ref> In den Sechzigerjahren lag die Unfallquote in der Strafarbeit deutlich über dem Republikdurchschnitt der metallverarbeitenden Betriebe. In den Werkhallen der Getriebewerke Brandenburg wurden im Jahr über 550 Gefangene bei Unfällen verletzt, 50 % davon mit Krankschreibungen über drei Tage.<ref>Tobias Wunschik: Honeckers Zuchthaus. Brandenburg-Görden und der politische Strafvollzug der DDR 1949–1989 (= Analysen und Dokumente des BStU. Nr. 51). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, ISBN 978-3-525-35124-6, S. 492.</ref> Die Wichtigkeit des Gefangeneneinsatzes für den Betrieb zeigte sich etwa bei Amnestien, in deren Folge die Produktion zusammenzubrechen drohte.<ref>Tobias Wunschik: Honeckers Zuchthaus. Brandenburg-Görden und der politische Strafvollzug der DDR 1949–1989 (= Analysen und Dokumente des BStU. Nr. 51). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, ISBN 978-3-525-35124-6, S. 599.</ref>

Nachdem 1990 das Projekt IFA 1318 gescheitert war, brach mit dem VEB IFA-Automobilwerk Ludwigsfelde, der Stammbetrieb des IFA-Kombinats Nutzkraftwagen war, dem auch das Getriebewerk angehörte, der Hauptabnehmer für Getriebe weg. Im Gegensatz zu anderen beteiligten Unternehmen konnte man die Schließung abwenden, musste aber die Selbstständigkeit aufgeben.

Der Betrieb wurde durch das Engagement des Managements ein Unternehmensteil der ZF Getriebe GmbH.<ref name="abwicklung IFA">Einfach geschafft. In: Der Spiegel. Nr. 34, 1990 (online).</ref>

Einzelnachweise

<references />