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Gossypium barbadense

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Gossypium barbadense
Datei:Köhler's Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte (Plate 158) (8232807392).jpg

Gossypium barbadense, Illustration

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Unterfamilie: Malvoideae
Gattung: Baumwolle (Gossypium)
Art: Gossypium barbadense
Wissenschaftlicher Name
Gossypium barbadense
L.

Gossypium barbadense ist eine Pflanzenart aus der Gattung Baumwolle (Gossypium). Sie stammt aus dem tropischen Ecuador und Peru und wird inzwischen weit verbreitet zur Gewinnung von Baumwollfasern angebaut.

Beschreibung

Datei:Gossypium barbadense.jpg
Blüte von Gossypium barbadense
Datei:Gardenology.org-IMG 2026 hunt09oct.jpg
Geöffnete Frucht

Gossypium barbadense wächst als ausdauernder Strauch oder Halbstrauch, der eine Wuchshöhe von 2 bis 3 m erreicht.<ref name="FoC" /> In Kultur wird die Pflanze einjährig gezogen.<ref name="Aus" /> Die Sprossachse ist dunkel rötlich und kantig sowie drüsenbesetzt. Die Behaarung kann sich auf die ganze Pflanze erstrecken oder auf die Blattstiele und die Blattadern auf der Unterseite der Blätter beschränkt sein.<ref name="FoC" />

Die wechselständigen und gestielten, handförmig geteilten bis gespaltenen Laubblätter sind meist drei- oder fünf- bis siebenlappig, zuoberst sind sie manchmal auch ungeteilt. Die Unterseite der Blätter ist mit Nektarien besetzt.<ref name="Aus" /> Die ganzrandigen Blattlappen sind eiförmig bis verkehrt-eiförmig und zugespitzt. Das Blatt erreicht einen Durchmesser bis zu 20 cm, der Blattgrund ist herzförmig, der Blattstiel ist länger als die Blattspreite. Die Nebenblätter sind 1 bis 5 cm lang,<ref name="Aus" /> sie fallen meist bald ab. Die Nebenblätter sind meist abfallend.<ref name="FoC" />

Die zwittrigen Blüten mit doppelter Blütenhülle stehen einzeln in den Blattachseln oder endständig. Die Blütenstiele sind mit 1 bis 4 cm kürzer als die Blattstiele. Der Außenkelch besteht aus drei,<ref name="Aus" /> nach anderen Angaben fünf oder mehr<ref name="FoC" /> nicht miteinander verwachsenen, fransigen Hüllblättern. Sie sind 6 cm lang und 4,5 cm breit, vorne mit 7 bis 19 spitzen Zacken,<ref name="Aus" /> am Grund herzförmig.<ref name="FoC" /> Zwischen den Hüllblättern befinden sich unterhalb Nektarien. Der schüsselförmige, drüsige Kelch ist gestutzt und bewimpert mit fünf minimalen Zähnchen, auch hier befinden sich Nektarien.<ref name="Aus" /> Die fünf dachigen und verkehrt-eiförmigen Kronblätter sind hellgelb mit je einem dunkelroten Fleck an der Basis. Sie werden 5 bis 8 cm groß und sind auf der Außenseite behaart. Die Columna ist 3,5 bis 4 cm lang, die kurzen Staubfäden der einthekigen Antheren sind mehr oder weniger lang.<ref name="FoC" /> Der mehrkammerige Fruchtknoten ist oberständig. Die keulenförmige und geteilte Narbe überragt die Staubblattröhre deutlich.<ref name="Aus" />

Die lokulizidale und kahle, grubige Kapselfrucht am beständigen Kelch und Außenkelch, die 3 bis 7 cm lang wird, ist drei-, seltener vierteilig, eiförmig bis ellipsoid, vorne spitz oder geschnäbelt. Die eiförmigen Samen sind glatt und schwarz, bis 0,8 cm groß und dicht von langen weißen Fasern sowie, kurzen, nicht fest haftenden Fasern umgeben.<ref name="FoC" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 4x = 52.<ref name="Aus" />

Verbreitung

Gossypium barbadense stammt aus dem tropischen Ecuador und Peru. Sie wird weltweit in den Tropen und Subtropen kultiviert. Der vierfache Chromosomensatz (Tetraploidie) von Gossypium barbadense stammt von zwei unterschiedlichen Ausgangsarten (Allopolyploidie). Der eine Teil des Chromosomensatzes ähnelt dem von amerikanischen Arten, der zweite Teil allerdings dem von afrikanischen Arten. Wann die Kreuzung der beiden Ausgangsarten stattfand ist unklar: Vorgeschlagen wurde ein Zeitpunkt vor der Trennung Afrikas und Südamerikas (vor 60–100 Millionen Jahren) oder ein Austausch durch den Menschen vor wenigen hundert Jahren. Molekulargenetische Untersuchungen deuten allerdings auf ein Alter von Gossypium barbadense von 1 bis 2 Millionen Jahren; wie der Austausch der heute auf verschiedenen Kontinenten räumlich getrennten Ausgangsarten stattfand, ist unklar.<ref name="Aus" />

Verwendung

Gossypium barbadense ist ein Lieferant der längsten, Extra Langstapel (ELS) Baumwollfasern; Pima-, Supima-, Ägyptische-Baumwolle (Giza), Sea Island Cotton, mit bis etwa 50 mm langen Fasern.<ref>Julian Roche: The International Cotton Trade. Woodhead Publishing, 1994, ISBN 978-1-84569-281-0, S. 54.</ref> Erste Funde von Fasern, die Gossypium barbadense zugeordnet werden, stammen von Fischernetzen an der Küste Perus und datieren auf 1500 bis 2400 Jahre vor Christus. Von dort wurde die Pflanze in vorkolumbianischer Zeit in Südamerika, der Karibik und bis auf die Galápagosinseln verbreitet. Schon in dieser Zeit lassen sich züchterische Veränderungen feststellen: Die kurzen Fasern rund um die Samen wurden weniger, die langen Fasern dafür mehr und länger, zudem verlor die Samenschale an Festigkeit, so dass die Samen schneller keimen.<ref name="Aus" />

Die Samen sind essbar, auch kann aus ihnen Baumwollsamenöl gewonnen werden.

Literatur

  • Ya Tang, Michael G. Gilbert, Laurence J. Dorr: Gossypium barbadense. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Band 12. Missouri Botanical Garden Press, St. Louis, S. 297 (eFloras.org – 1994+).

Weblinks

Commons: Gossypium barbadense – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="FoC"> Ya Tang, Michael G. Gilbert, Laurence J. Dorr: Gossypium barbadense. In: Flora of China. Bd. 12, S. 297. </ref> <ref name="Aus"> The Biology of Gossypium hirsutum L. and Gossypium barbadense L. (cotton). (PDF; 1,1 MB) Australian Government, Department of Health and Ageing, abgerufen am 22. August 2010. </ref> </references>