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Wullschlaegelia

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Wullschlaegelia
Datei:Wullschlaegelia aphylla & calcarata.jpg

Illustration von: Wullschlaegelia aphylla (Fig. I, links), Wullschlaegelia calcarata (Fig. II, rechts oben) aus Alfred Cogniaux (1841 – 1916) In: Martius, Eichler, Urban: Flora Brasiliensis, Volume 3, 4, circa 1895, Tafel 57<ref>eingescannt</ref>

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Epidendroideae
Tribus: Calypsoeae
Gattung: Wullschlaegelia
Wissenschaftlicher Name
Wullschlaegelia
Rchb. f.

Die Pflanzengattung Wullschlaegelia gehört zur Familie der Orchideen (Orchidaceae). Die nur zwei Arten sind in der Neotropis verbreitet. Es handelt sich um laubblattlose, mykoheterotrophe Pflanzen.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Die Wullschlaegelia-Arten sind ausdauernd Krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von 30 bis 40 Zentimetern erreichten. Sie sind laubblattlos und ernähren sich mykoheterotroph. Das Rhizom ist kurz und aufsteigend. Die Wurzeln sind zum Teil spindelförmig knollig verdickt (diese Wurzeln besitzen ein Velamen), zum Teil dünn und faserig. Der Spross ist aufrecht und trägt in Abständen einige schuppenartige Niederblätter. Die ganze Pflanze inklusive der Blüten ist dicht mit verzweigten Trichomen besetzt.<ref name="Garay" /><ref name="GO" />

Generative Merkmale

Der Blütenstand ist ziemlich dicht mit vielen Blüten besetzt. Der Fruchtknoten ist gestielt. Die Blüten können resupiniert sein oder nicht.

Die zwittrigen, weißen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Sepalen und Petalen liegen aneinander an und formen eine Röhre. Das dorsale Sepal ist frei, es ist oval bis breit lanzettlich, konkav geformt, es endet spitz. Die seitlichen Sepalen setzen an dem deutlich ausgebildeten Säulenfuß an, an der Basis formen sie eine sackartige Ausstülpung. Die Petalen sind frei, sie gleichen dem dorsalen Sepal. Die Lippe ist länglich, vorne breiter, ungelappt, konkav. Sie setzt ohne Trenngewebe oder Gelenk am Säulenfuß an. Die Säule ist sehr kurz, sie reicht deutlich über die Ansatzstelle am Fruchtknoten hinaus („Säulenfuß“). Die Narbe sitzt in einer bewimperten Grube. Das Staubblatt ist gegenüber der Säulenachse leicht herabgebogen. Es enthält zwei Pollinien, sie sind pudrig-körnig mit deutlicher Klebscheibe (Viscidium), aber ohne Stielchen. Das Trenngewebe zwischen Narbe und Staubblatt (Rostellum) ist gestielt und gerade, es endet zweilappig.<ref name="Garay" /><ref name="GO" />

Systematik, botanische Geschichte und Verbreitung

Die Gattung Wullschlaegelia wurde 1863 durch Heinrich Gustav Reichenbach aufgestellt. Die einzige ihm bekannte Art, Wullschlaegelia aphylla, war schon 1788 von Olof Peter Swartz als Cranichis aphylla in Nova Genera & Species Plantarum seu Prodromus descriptionum Vegetabilium ... Seite 120 beschrieben worden. Die Art wurde durch Heinrich Gustav Reichenbach in Botanische Zeitung. Berlin Band 21, Seite 131 als Wullschlaegelia aphylla (Sw.) Rchb.f. in die Gattung Wullschlaegelia gestellt. Die Erstbeschreibung der zweiten Art, Wullschlaegelia calcarata, wurde 1881 von George Bentham in Journal of the Linnean Society. Botany Band 18, Seite 342 veröffentlicht.<ref name="WCSP" /> Der Name Wullschlaegelia ehrt den Missionar und Pflanzensammler Heinrich Rudolf Wullschlägel (1805–1864).<ref name="GO" /><ref name="Burkhardt2022" /> Die Verwandtschaft von Wullschlaegelia ist unklar. Als verwandte Gattung wurde häufig Uleiorchis genannt. Robert Dressler stellte Wullschlaegelia in die Tribus Gastrodieae;<ref name="Dressler" /> die Gastrodieae besitzen aber kein Velamen. Erste molekulargenetische Untersuchungen legen eine Zuordnung zur Tribus Calypsoeae nahe.<ref name="GO" />

Die Arten der Gattung Wullschlaegelia sind vom tropischen Mexiko über Zentral- bis Südamerika sowie auf Karibischen Inseln verbreitet.<ref name="GO" />

Die bisher bekannten Arten sind:<ref name="WCSP" />

Literatur

  • Leslie A. Garay: 225 (1). Orchidaceae (Cypripedioideae, Orchidoideae and Neottioideae). In: Gunnar Harling, Benkt Sparre (Hrsg.): Flora of Ecuador. Band 9, 1978, ISSN 0347-8742.
  • Alec M. Pridgeon, Phillip Cribb, Mark W. Chase (Hrsg.): Genera Orchidacearum. Epidendroideae (Part one). Band 4. Oxford University Press, New York und Oxford 2005, ISBN 0-19-850712-7.

Einzelnachweise

<references> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="Dressler"> Robert L. Dressler: Phylogeny and Classification of the Orchid Family. Cambridge University Press, 1993, ISBN 0-521-45058-6, S. 96. </ref> <ref name="Garay"> Leslie Garay: Wullschlaegelia. In: Orchidaceae (Cypripedioideae, Orchidoideae and Neottioideae), S. 230–231. </ref> <ref name="GO"> John Freudenstein, Alec Pridgeon: Wullschlaegelia. In: Genera Orchidacearum. Band 4, S. 111–113. </ref> <ref name="Burkhardt2022">Lotte Burkhardt 2022: Eine Enzyklopädie zu eponymischen Pflanzennamen: Von Menschen & ihren Pflanzen – Berlin: Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin. – https://doi.org/10.3372/epolist2022, Berlin 2022.</ref> </references>

Weiterführendes

Commons: Wullschlaegelia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien