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Hilde Coppi

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Datei:CIC RO Hilde Coppi detail.jpg
Hilde Coppi
Datei:Gedenktafel Seidelstr 20 (Tegel) Hans und Hilde Coppi.JPG
Gedenktafel in Berlin-Tegel, Seidelstraße 20, Parzelle 107.
Datei:Stolperstein Seidelstr 23 (Tegel) Hilde Coppi.jpg
Stolperstein, Seidelstraße 23, in Berlin-Tegel

Betti Gertrud Käthe Hilde Coppi, geborene Rake<ref>Sterberegister Charlottenburg von Berlin, Nr. 5666/1943</ref> (* 30. Mai 1909 in Berlin; † 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee) war eine deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Sie gehörte zur Roten Kapelle.

Leben

Hilde Rake wuchs in Berlin-Mitte auf; ihre Mutter Hedwig, geborene Grube, betrieb in der Invalidenstraße einen Lederwarenladen. Ihr Vater Max war bereits 1914 verstorben. Sie besuchte eine Höhere Schule für Mädchen und ab 1925 die Handelsschule. Als ihre Mutter den Laden aufgeben musste, brach Hilde ihre Ausbildung ab und arbeitete ab 1927 als Sprechstundenhilfe und Sekretärin in verschiedenen Arztpraxen.<ref name="VVN">Frauen im Widerstand: Hilde Coppi. In: Antifaschistinnen aus Anstand. Berliner VVN-BdA, abgerufen am 24. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ab September 1939 arbeitete Hilde Rake in Berlin-Wilmersdorf als Sachbearbeiterin in der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, als sie 1940 Hans Coppi kennenlernte. Bereits vor 1933 knüpfte sie Kontakt zu Mitgliedern der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).

Hilde und Hans Coppi heirateten am 14. Juni 1941 und lebten in Berlin-Borsigwalde in der Kleingartenkolonie Am Waldessaum.<ref>Dem Leben zugewandt. In: stiftung-20-juli-1944.de. Abgerufen am 18. Februar 2024.</ref> Nach dem Beginn des Deutsch-Sowjetischen Kriegs hörte Hilde Coppi den Sender Radio Moskau ab, notierte Adressen deutscher Kriegsgefangener und informierte deren Angehörige, dass die Gefangenen am Leben waren. Sie beteiligte sich mit ihrem Mann an der Zettelklebeaktion gegen die antisowjetische Propagandaausstellung „Das Sowjet-Paradies“, half beim damals illegalen Transport eines defekten Funkgeräts und besorgte für Flugblätter Papier aus der Reichsversicherungsanstalt.

Das Ehepaar Coppi wurde am 12. September 1942 verhaftet. Hilde war schwanger und brachte ihren Sohn Hans am 27. November 1942 im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße zur Welt.<ref>Einlieferungsschein Hilde Coppi. In: Arolsen Archives. International Tracking Service, abgerufen am 24. Oktober 2023.</ref> Am 22. Dezember 1942 wurde ihr Mann in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Auch Hilde Coppi wurde am 20. Januar 1943 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Feindbegünstigung, Spionage und Rundfunkverbrechen“<ref name="VVN" /> zum Tode verurteilt. Nach der Verkündung des Todesurteils brachte sie ihre Verzweiflung in einem Brief an ihre Mutter zum Ausdruck:

„Du wirst dir denken können, dass ich keine schönen Stunden hinter mir habe. Ein Glück, dass das kleine Hänschen noch bei mir ist, in seinem Interesse muss ich mich sehr zusammennehmen. Ach, Mama, der Gedanke an die Trennung von meinem Kinde will mich fast verzweifeln lassen. Ich glaube für eine Mutter kann es keine größere Strafe geben, als sie von ihrem Kind zu trennen.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Hilde Coppi<ref>Martha Schad: Mütter im Widerstand - Mothers in the Resistance Movement. Barbara Budrich Verlag, Opladen/Farmington Hills (USA) 2010.</ref>

Ein Gnadengesuch wurde im Juli 1943 von Adolf Hitler abgelehnt. Die Hinrichtung wurde bis in den August aufgeschoben, damit sie ihr Kind stillen konnte. Am 5. August 1943 wurde Hilde Coppi in Berlin-Plötzensee zusammen mit zwölf weiteren angeklagten Frauen der Roten Kapelle durch das Fallbeil enthauptet.<ref>Karteikarten und Namenlisten des Strafgefängnisses Berlin-Plötzensee. In: Arolsen Archives. International Tracking Service, abgerufen am 24. Oktober 2023.</ref> Die Angehörigen durften die Toten nicht bestatten, sie kamen in die Anatomie der Berliner Universität.<ref>Hilde Coppi: Für die BRD eine Verräterin, in der DDR eine Heldin. In: berliner-zeitung.de. Abgerufen am 16. November 2025.</ref>

Ehrungen

Gedenken

Benennungen

Benennungen in der DDR

Orden

Film

Literatur

  • Elfriede Brüning: … damit Du weiterlebst. Neues Leben, Berlin 1949 (über die Geburt von Hans Coppi junior)
  • Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands, Henschelverlag, Berlin 1983.
  • Gert Rosiejka: Die Rote Kapelle. „Landesverrat“ als antifaschistischer Widerstand. ergebnisse, Hamburg 1986, ISBN 3-925622-16-0.
  • Heinrich Scheel: Vor den Schranken des Reichskriegsgerichts. Mein Weg in den Widerstand. edition q, Berlin 1993, ISBN 3-86124-147-1.
  • Claudia von Gélieu: Frauen in Haft – Gefängnis Barnimstraße. Elefanten-Press, Berlin 1994, ISBN 3-88520-530-0; überarbeitete Neuausgabe: Barnimstraße 10 – Das Berliner Frauengefängnis 1868–1974, Metropol-Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86331-224-4
  • Gilles Perrault: Auf den Spuren der Roten Kapelle. Europaverlag, Wien/München 1994, ISBN 978-3-203-51232-7.
  • Stefan Roloff: Die Rote Kapelle. Die Widerstandsgruppe im Dritten Reich und die Geschichte Helmut Roloffs. Ullstein-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-548-36669-4.
  • Hans Coppi junior, Annäherung an meine Eltern Hans und Hilde Coppi. Wedding-Bücher, Verlag Walter Frey, Berlin 2026, ISBN 978-3-946327-45-5.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Hilde Coppi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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