Zum Inhalt springen

Prozesspolitik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 20. Februar 2023 um 18:17 Uhr durch imported>Berlinautor (+kat).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Prozesspolitik ist eine Form der Wirtschaftspolitik, bei welcher der Staat die Wirtschaftsprozesse direkt beeinflusst, um den Wirtschaftsablauf zu stabilisieren, oder das gesamtwirtschaftliche Wachstum zu fördern.<ref name="Gabler">Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Prozesspolitik</ref>

Nach den Zielrichtungen wird unterschieden:

  1. Konjunkturpolitik im engeren Sinne: Ziel ist die Verminderung von Konjunkturausschlägen. Die Konjunkturpolitik kann wiederum in nachfrage- und angebotsorientierte Politik unterschieden werden.<ref name="Gabler" />
  2. Wachstumspolitik: setzt an den Grundlagen des Wachstums an (z. B. der Investitionstätigkeit, dem Humankapital oder den Umweltressourcen). Sie ist im Gegensatz zur Konjunkturpolitik eher langfristig ausgerichtet.<ref name="Gabler" />
  3. Strukturpolitik: Die Reaktion auf regionale Ungleichgewichte und Krisen einzelner Branchen oder Sektoren der Wirtschaft.<ref name="Gabler" />
  4. Verteilungspolitik: zur Korrektur der Einkommens- und Vermögensverhältnisse.
  5. Konjunkturpolitik im weiteren Sinne: Magisches Viereck: Stabilisierungspolitik (→ Stabilitäts- und Wachstumsgesetz).

Die wichtigsten Formen der Prozesspolitik sind die Finanzpolitik, die Fiskalpolitik, die Geldpolitik, die Preispolitik und die Einkommenspolitik.

Abgrenzung

Wirtschaftspolitische Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, die Rahmenbedingungen zu gestalten, innerhalb derer die Wirtschaftsprozesse stattfinden (→ Wirtschaftsordnung), werden der Ordnungspolitik zugeordnet. Die Prozesspolitik wirkt innerhalb des vorgegebenen ordnungspolitischen Rahmens in die Wirtschaftsprozesse ein. Als ordnungskonforme Prozesspolitik gelten Maßnahmen dann, wenn sie sich überwiegend auf die Beeinflussung der Makroökonomie beschränken und mikroökonomische Prozesse den Marktmechanismen überlässt.<ref>Walter A. S. Koch/Markus Fredebeul-Krein/Margareta Kulessa, Grundlagen der Wirtschaftspolitik, UTB, 2014, ISBN 9783825285562, S. 19–20</ref> Neben konkreten politischen Maßnahmen gibt es innerhalb der Politolinguistik auch das indirekte Mittel des moralischen Appells.

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>